Danke bis hierher, LEADER!
Shownotes
Hier noch einmal die versprochenen Shownotes: Der Film über die Arbeit von LEADER: https://www.leader-barnim.de/seite/236710/leader-im-video.html Die Studie der Friedrich-Eberst-Stiftung über die Mitte der Gesellschaft: https://www.fes.de/mitte-studie Der beispielhafte Pakt für Pflege in Brandenburg: https://masgz.brandenburg.de/masgz/de/themen/soziales/pflege/pakt-fuer-pflege/
Diese Folge entstand im Auftrag des Europa-Zentrums Potsdam, finanziell gefördert von der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung (besten Dank dafür!), realisiert von Stefanie Schuster - Mitten in Medien.
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00:00:00: Wir müssen lernen, wie wir es schaffen, Politik zu verändern indem wir Politik auch was mit an die Hand geben und sagen guckt mal das wären vielleicht gute Lösungsvorschläge.
00:00:11: Und dazu gibt's eben das Format Parlament der Dörfer.
00:00:15: aber wir versuchen auch mit Politik im Kontakt zu sein.
00:00:19: Das ist gar nicht so einfach muss man dazusagen.
00:00:25: Weite Felder grüne Ecker lange Wege Einsame Alleen.
00:00:29: Wunderschön ist Brandenburg, eine grüne Paale mitten in Europa – was uns erdet!
00:00:35: Buchstäblich
00:00:36: weil
00:00:36: hier doch einiges so ist wie es vielleicht schon immer war….
00:00:40: Aber die Zeiten ändern sich und die Menschen mit ihnen auch die auf dem Lande.
00:00:45: Rund zwei Komma fünf Millionen Brandenburgerinnen und Brandenberger gibt's
00:00:51: ….
00:00:52: Und
00:00:52: neunundfünfzig Prozent davon leben in stark ländlich geprägten Regionen.
00:00:57: Dort hat man in diesen Tagen oft das Gefühl, der Zug fährt an einem vorbei.
00:01:03: Also was brauchen Brandenburgs Dörfer um zukunftsfähig zu bleiben und was kann Europa dazu beitragen?
00:01:11: Darüber spreche ich heute mit Greedkirma.
00:01:14: Sie ist in der brandenburgischen Dorfbewegung engagiert und
00:01:17: hat Netzwerke
00:01:18: mitaufgebaut die den Menschen auf dem Lande eine starkere Stimme geben sollen Denn die Herausforderungen sind
00:01:26: groß.
00:01:27: Es geht um Daseinsvorsorge, um Engagement und die Frage wie viel Entscheidungsmacht eigentlich vor Ort liegen sollte.
00:01:37: Mit LIDA hat die Europäische Union ein Instrument geschaffen das ausdrücklich auf
00:01:43: lokale
00:01:43: Entwicklung und die Beteiligung der Menschen vor Ort setzt.
00:01:48: Mit den Parlamenten der Dörfer gibt es inzwischen in mehreren europäischen Ländern ganz unterschiedliche Formen, wie ländliche Regionen sich selbst zukunftsfähig machen.
00:02:00: Wenn Dörfe
00:02:00: in Brandenburg,
00:02:01: in Irland und in Schweden vor ähnlichen Problemen stehen – dann können sie doch auch voneinander lernen!
00:02:08: Dazu gibt's auch wieder unseren Fontane-Fragebogen.
00:02:13: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Brandenburger ToxEU Krass-Europäisch, dem Podcast des Europacentrums Potsdam.
00:02:22: Mein Name ist Stefanie Schuster und ich freue mich, dass Sie eingeschaltet haben!
00:02:26: Und guten Tag endlich Frau Karma!
00:02:49: ganz normal Wirtschaft studiert und war dann in verschiedenen EU-Projekten auch angestellt.
00:02:55: Meine Firma, bei der ich gearbeitet habe die hat sich auf den Auftrag das Regionalmanagement zu übernehmen für die Liederaktionsgruppe Märkische Sehen beworben und so bin ich seit sechzehn Jahren jetzt Regionalmanagerin.
00:03:08: Ich bin eigentlich vielleicht die Spezialistin für Netzwerken.
00:03:12: Die Spezialisten sind alles, die Akteure vor Ort in der Region, die engagiert in ihren Netzwerke arbeiten und wir im Regionalmanagement, wir kümmern uns v.a.
00:03:21: darum dass die AkTeure alle miteinander gut zusammenarbeiten.
00:03:24: Sie sitzen ja als Regionalmanagerin standesgemäß möglicherweise auf einem Schloss Auf dem Gelände des Schlosses Trebniz.
00:03:33: ist es das wovon sie geträumt
00:03:34: haben?
00:03:35: Tatsächlich sitzen wir noch gar nicht so lange in Triebnitz.
00:03:37: Wir haben vorher unsere Geschäftsstelle am Stadtrand zu Berlin gehabt mit einer Berliner Telefonnummer, das hat viele Leute auch irritiert und wir sind erst durch Veränderungen im Verein im letzten Jahr umgezogen nach Triebnitz und jetzt fühlt es sich richtig gut an weil jetzt sitzen wir genau in der Mitte von unserer Region.
00:03:55: so gehört es sich auch dass die Leute uns gut erreichen können und für uns ist es natürlich eine Besondere Freude, auch auf dem Campus-Schluss Treblitz zu sitzen.
00:04:04: Weil wir haben viel mit Liedermitteln gefördert.
00:04:08: hier verbinden uns ganz enge Kooperationen und das erhoffen wir uns auch dass es viele Synergien gibt in der Arbeit.
00:04:15: Ich fange jetzt mal an mit der ersten Frage des Fontanefragebogenes Was war denn Ihre europäische erste Grenzerfahrung?
00:04:24: Wenn man das so nimmt, könnte man sagen ich bin ja in Guben geboren.
00:04:28: Das ist ja eine geteilte Stadt ne Grenzstadt von der ich in meinen frühen Kindheitsjahren gar nicht so viel mitbekommen habe erst als dann in Polen die Krisen begannen und wir Päckchen gepackt haben.
00:04:40: aber die deutsch-polnische Freundschaft so wie sie heute existiert hab ich damals gar nicht So kennengelernt.
00:04:47: Aber ich bin eben als geborene Gubenderin Kind einer Grenzregion.
00:04:52: Ich habe Guben erst kennengelernt im Rahmen meines EU-Podcasts und ich war total überrascht, wie lebendig es sich gerade dort die GrenzRegion entfaltet – wer diese Folge noch nicht gehört hat, dem sei sie nochmal schnell sehr ans Herz gelegt!
00:05:13: Was bedeutet Europa für Sie heute, sie als Mitmanagerin des Lieder?
00:05:21: Ich glaube, Europa kann man auf ganz vielen verschiedenen Ebenen erleben.
00:05:25: Auf der persönlichen Ebene natürlich durch das Reisen und die Reisefreiheit, die wir erleben, durch den Frieden, den wir durch Europa haben, durch verschiedene Begegnungen.
00:05:34: Und auf der Arbeitsebene ist ein Lieder eine Entwicklungsmethode zur Entwicklung ländlicher Räume die ja auch durch die EU unterstützt und gefördert wird.
00:05:44: Das
00:05:44: war aber eine schöne lange Leine in unsere beiden großen Themen heute, das eine wird sein was ist Lieder überhaupt genau dieses riesige Entwicklungstour für die ländlichen Regionen in Europa?
00:06:02: Und was is' die Brandenburgische Dorfbewegung?
00:06:04: Frau
00:06:05: Körmer!
00:06:06: Was es also jetzt Lieder genau?
00:06:08: Also bei Lieder sage ich gerne, wir werden oftmals als die Geldausteiler wahrgenommen.
00:06:15: Das greift viel zu kurz, denn Lieder ist seit mehr als dreißig Jahren vor allen Dingen eine Methode zur Entwicklung ländlicher Räume.
00:06:23: Denn hier geht es darum die Perspektive zu weiten und nach verschiedenen Kriterien eben so ein Projekt was man umsetzen möchte im ländlichen Raum viel weiter und breiter zu denken also mit verschiedenen anderen Akteuren.
00:06:36: und da gibt's dann eben die lokalen Aktionsgruppen das sind in Brandenburg Vereine die sich multisektural auch zusammensetzen durch die öffentliche Hand und Wirtschafts- und Sozialpartnervereine, Privatpersonen, die sich eben für den nennlichen Raum engagieren möchten.
00:06:53: Und dort ist dann ein Regionalmanagement entweder beauftragt oder angestellt.
00:06:58: Die kümmern sich darum, diese sogenannte regionale Entwicklungsstrategie, die eben diese Lokalaktionsgruppe gemeinsam mit den Bürgerinnen der Region entwickelt auch umzusetzen.
00:07:09: Genau, also bottom-up heißt eben das Entscheidungen die getroffen werden vor allen Dingen aus der Perspektive der Bewohnerinnen in der Region.
00:07:20: Ich habe immer
00:07:21: den Eindruck dass die eigentlichen politischen Bruchlinien dieser Tage vielleicht gar nicht so sehr zwischen den einzelnen Metropolen verlaufen sondern zwischen den Menschen die in ländlichen Regionen wohnen und sich schlecht beherrscht und regiert fühlen von Menschen, die in Städten die Politik machen.
00:07:45: Ist das auch etwas was ihnen in ihrer alltäglichen Arbeit begegnet?
00:07:49: Ja tatsächlich ist es auch was uns in der Dorfwägung Brandenburg umtreibt.
00:07:54: Ich würde hier gerne verweisen auf die aktuelle Mitte-Studie der Friedrich Ebert Stiftung.
00:07:59: Da gibt es ein ganzes Kapitel dazu, wo das Autornteam sehr klug das Ganze nochmal analysiert.
00:08:06: Denn das scheint auch so eine Art Falle zu sein sich als benachteiligt wahrzunehmen und das immer wieder auch selbst zu reproduzieren.
00:08:15: Also ja, das ist tatsächlich schon ne Wahrnehmung dass eben wenn man sich anguckt wer am Bundestag sitzt dann doch eher entsteht, das sind Akademiker und wenig Leute die Verständnis haben für den ländlichen Raum.
00:08:29: Und es ist genau die Forderung, die wir eigentlich mit der Dorfbewegung haben mehr zu gucken.
00:08:34: Wie könnte man denn die Politik so gestalten?
00:08:37: Dass sie eben auch für die ländischen Räume zielführend ist – und das geschieht viel zu wenig!
00:08:42: Wir haben zwar in Deutschland verschiedene Methoden durch die Regierung den Gleichwertigkeitscheck eingeführt.
00:08:49: Das soll eigentlich bei jeder Gesetzesentwicklung darauf wie das die Auswirkungen auf den ländlichen Raum sind, aber man spürt davon eben teilweise nicht viel.
00:08:59: Ich werde die Friedrich-Ebert-Studie in die Shownotes setzen damit sich jeder das entsprechende Kapitel vielleicht sogar ein bisschen durchlesen kann.
00:09:07: in aller Länge!
00:09:08: Sie deuten an dass die Menschen auf dem Lande gar nicht so benachteiligt sind, wie sie sich fühlen.
00:09:16: Ja, das ist tatsächlich eine ziemlich komplexe Frage.
00:09:21: Vielleicht müssen wir einfach auch üben unseren Blickwinkel zu weiten wenn wir uns selbst genauso bezeichnen dass wir immer zu benachteiligt sind, vielleicht tun wir uns selber damit auch nicht gerade gut.
00:09:36: Generell ist es schon so wenn wir gucken wie Politik sich auswirkt auf den ländlichen Raum und vor allem wo Gestaltung umgesetzt wird dann haben wir ja im ländischen Raum wesentlich mehr Bereiche wo viel Ehrenamt greift, wo viele Menschen grade in den Dörfern selber aktiv werden.
00:09:54: verschiedene Regeln, die greifen eben in den Dörfern nicht so gut wie in der Stadt oder behindern da eigentlich die Arbeit viel mehr weil wir da diese Ausdifferenzierung gar nicht so sehr brauchen.
00:10:06: Ich sage es jetzt mal... ein bisschen platt, beispielsweise wenn wir darüber reden so einen Spukschutz für den Kuchenverkauf.
00:10:13: Das ist sowas... das behindert eben einfach.
00:10:15: also wo man einfach sagt lasst doch die Leute machen gebt ihnen ein bisschen mehr Vertrauen und wir müssen nicht alles was da getan wird in so viel unendlicher Arbeit neben der eigentlichen hauptamtlichen Tätigkeit dann noch mit hundert von Regeln untersetzen wo die Lust am gestalten dann auch sinkt.
00:10:34: viel mehr loszulassen und zu sagen, danke dass ihr euch engagiert.
00:10:38: Was können wir tun damit es für euch einfacher wird?
00:10:41: Und ich glaube das ist vor allen Dingen der Punkt der viele Leute extrem auch im Ehrenamt behindert.
00:10:48: Und dann ist es natürlich auch die große Politik, was wird vorgelebt.
00:10:53: Wie der Ton untereinander ist wie man miteinander kommuniziert, wie man mit einer Lösung aushandelt – das bekommt man ja mit und das überträgt sich ja auf so eine Gesellschaft.
00:11:03: Dann merken wir eben dass es in den Gemeinden auch immer schwieriger wird Lösungen gemeinsam auszuhandeln.
00:11:10: Das ist ja etwas was viele belastet und was uns seit Corona immer mehr auch behindert im Schaffen von Gemeinschaft.
00:11:17: Ich denke die ganze Zeit, die Auflösung von großen Familienverbänden.
00:11:23: Von Dorfgemeinschaften – das hängt ja schon irgendwie auch zusammen!
00:11:28: Als landwirtschaftlicher Betrieb hatte man seine Familie um sich rum und es war ganz klar, dass man zusammenarbeitete.
00:11:35: Man saß ich jeden Tag mindestens dreimal am Tisch gegen Ümer und ansonsten musste man irgendwie kooperieren, sonst ist das Ding gegen die Wand gefahren.
00:11:44: Und da musste man schon lernen, also wie man aushandelt.
00:11:51: Durch die Auflösung dieser Familien durch den Wegzug von Familienmitgliedern, durch die Vereinzelungen der Gesellschaft in den Städten wird die Notwendigkeit durch solche Aushandlungsprozesse gar nicht mehr sichtbar.
00:12:06: und was zurückbleibt auf denen Dörfern, das ist eine alte Gesellschaft den die aufstrebenden Jungen abhanden kommen zu großen Teilen.
00:12:17: Aha!
00:12:18: Hier gibt es schon Kritik ich bringe mal kurz den Satz zu Ende und dadurch gibt es keine Gewohnheit mehr im Sicht zusammenraufen.
00:12:26: aber das ist gar nicht das Hauptproblem deuten Sie an?
00:12:28: Das Aushandeln sicherlich.
00:12:30: Die Sache ist sie... Ich glaube in Brandenburg haben wir mittlerweile eher so ein bisschen Wachstumsschmerzen.
00:12:38: Auf dem Dorf?
00:12:39: Sicherlich nicht in allen Regionen, also wir haben vom Berlin weggehend sozusagen denn die Peripherie.
00:12:46: Vulgo Speckgürtel
00:12:48: Na ja, Speckgürtel würde ich jetzt vielleicht... Wir sind die städtisch verdichteten Räume und wir haben dann natürlich auch laut Landesentwicklungsplan die Kommunen der zweiten Reihe.
00:12:59: Aber wenn wir in die Prignitz gucken oder nach Elbe-Elster, der Klassiker auch die Uckermark, je weiter wir weggehen von der Metropole umso mehr kommen wir eben im Gebiete, die auch teilweise wirklich nicht mehr wahrgenommen werden.
00:13:14: aber der Raum dazwischen Da haben wir starken Zuzug.
00:13:17: Gerade auch nach Corona entscheiden sich mittlerweile viele Familien, viele Menschen gerade durch Homeoffice, durch die verbesserten Bedingungen dazu entweder in den ländlichen Raum zurückzugehen oder eben zu sagen da lebt es sich einfach besser da kann ich mich auch mehr einbringen, mehr Gestaltungsfreude.
00:13:37: Und das sind natürlich nochmal andere Herausforderungen.
00:13:40: Jetzt kommt die Stadtgesellschaft aufs Land hat vielleicht auch gewisse Erwartungen wie es so laufen sollte oder hat einen anderen Sprech?
00:13:49: Und wie verhärtet sind dann diese Fronten?
00:13:52: Oder schafft man das da, die unterschiedlichen Perspektiven auch unter einen Hut zu bringen.
00:13:56: Das sind eben für beide Seiten oder für alle Beteiligten große Herausforderungen.
00:14:02: Sie haben schon von Wachstumsschmerzen gesprochen Frau Körmer.
00:14:07: Das heißt, die Zukunft wächst nicht einfach so von alleine sondern die Dorfbewegung der sie auch mit vorstehen Die nimmt sich der Probleme an, worin bestehen denn jetzt die Hauptprobleme der brandenburgischen Dörfer und zwar?
00:14:23: der in den sogenannten Wachstumsregionen und jener, die man immer zu vergessen droht weil sich dort die Menschen nicht zur Wort melden.
00:14:31: Oh jetzt haben sie eine ganz gewaltige Aufgabe gestellt.
00:14:33: ich will gerne nochmal einen halben Schritt zurückgehen.
00:14:36: es ist natürlich so meine Kolleginnen und Kollegen in den Liederaktionsgruppen und auch die Vorstände und Mitglieder an den Liederaktion Gruppen die machen ja schon seit vielen vielen Jahren ländliche Entwicklung sehr engagiert und sehr klug und durchdacht.
00:14:51: bringen Sie sich da ein einen ähnlichen Raum zu entwickeln.
00:14:54: Was wir natürlich gemerkt haben, da hängt man viel... an den Lieder, Regularien.
00:14:59: Und wenn ich auf meine Arbeit schaue als Regionalmanagerin, schaffe ich es eben nicht mehr in jedes Dorf zu gehen und von daher haben wir irgendwann zwei Tausend Fünfzehn gesagt Es gibt in fast allen europäischen Ländern eben Dorfbewegungen.
00:15:13: Warum haben wir das in Deutschland nicht?
00:15:14: Wir probieren das mal aus ob das was sein könnte für Brandenburg.
00:15:18: warum haben wir dass gemacht?
00:15:19: damals hat der Brandenberg eine Politik die vor allem auf dezentralen Orte gesetzt hat.
00:15:25: Das zierte fast nicht mehr, beziehungsweise der Begriff Dorf war kaum noch existent.
00:15:31: Wir haben über Outsteile gesprochen aber wenig über Dörfer.
00:15:35: und da kam uns dann dieser Phase einerseits zu passen dass das Land diese Enquetekommission eingesetzt hatte zur Zukunft des ländlichen Raums vor dem Hintergrund des demografischen Wandels.
00:15:48: Da haben wir auf einmal Beachtung gefunden, weil da waren wir natürlich als Dorfbewegungen so eine Art Sprachrohr auch und konnten die perspektive Dorfe einbringen.
00:15:57: Und zum anderen gab es damals schon ein europäisch ländliches Parlament.
00:16:02: Wir haben eine Aktion gemacht, die sogenannte Kaskade – und da haben wir uns daran beteiligt!
00:16:08: Da haben uns auch die Liederaktionsgruppen unterstützt, haben Stimmen eingesammelt von vielen Menschen aus den Dörfern und haben daraus zehn Thesen formuliert Und eine dieser Thesen war eben das Thema Selbstorganisation.
00:16:22: Das sollte mehr beleuchtet werden, da bräuchte es mehr Unterstützung und... Da haben wir dann versucht als Dorfbewegung uns zu finden und haben drei Säulen, in denen wir tätig sind.
00:16:33: Das ist einerseits das Thema Dialog.
00:16:35: also wir wollen dass Dörfer untereinander mehr reden weil es gibt unfassbar viel Expertise der Menschen dort vor Ort.
00:16:43: da braucht sich immer ein Berater.
00:16:45: Wollen
00:16:45: die denn untereinandere Reden?
00:16:49: miteinander wollen, miteinander reden.
00:16:51: Die brauchen auch Informationen.
00:16:53: die sind motiviert.
00:16:55: viele Menschen sind sehr motiviert aber die Rahmenbedingungen die Bürokratie alles ist mittlerweile so schwierig geworden.
00:17:02: da brauchen sie Information.
00:17:03: wie kann man das gestalten?
00:17:05: also Wie kann man es einfacher gestalten?
00:17:08: Was gibt's auch für fachliche Informationen?
00:17:10: Da gibt ein großes Interesse am Austausch.
00:17:12: Haben Sie ein Beispiel Für fachlichen Informationsaustausch?
00:17:16: Also wir hatten beispielsweise in meiner Region, haben wir mal einen Dörfer treffen gemacht zum Thema erneuerbare Energien.
00:17:24: Da hatten wir große Angst vor dem Dörfertreffen weil wir gedacht haben oh Gott da werden aber Diskussionen jetzt kommen und haben dann auch zum Teil immer erneuere Energien drei unterschiedliche Perspektiven vorstellen lassen.
00:17:36: Also ein Landwirt hat mal seinen Blick auf erneuerbare Energien gebracht, da hat man Forschungsinstitut bei uns aus der Region und dann hatten wir auch noch eine Bürgerenergiegenossenschaft die sich vorgestellt hat und das war für die Leute interessant.
00:17:50: Da kommen greifbare Informationen die sie sich sonst wenn man jetzt im Dorf ehrenamtlich engagiert ist, dann kostet es ja unwahrscheinlich viel Mühe sich diese Information zu recherchieren.
00:18:01: Das wird auch oftmals diese Dörfer treffen begleitet durch die Liederaktionsgruppen.
00:18:06: Dann kann ich das im Hauptamt organisieren, kann gute Vorträge ranholen, kann Partner einbinden, organisiere das für die Dörfern und sage Ich biete euch hier einen Raum, ein Kommunikationsraum da könnt ihr euch austauschen Und wir nehmen vielleicht für unsere Liederarbeit auch Aufgaben mit wo wir sagen gut dann gucken wir mal, ob wir vielleicht ein Projekt dazu machen damit ihr besser vor Ort einfach euch mit diesen Umständen auseinandersetzen könnt.
00:18:33: Ein weiteres ist eben Wissensvermittlung.
00:18:35: also wie versuchen gute Praxis zu teilen?
00:18:38: Wir versuchen eben Informationen zu streuen weil das eben schwer ist aus dem Dorf an Informationen zu kommen.
00:18:44: Wir bringen uns auch einen in Steuerungsgruppen von Projekten wo wir immer jeweils die Perspektive aus den Dörfern versuchen zu transportieren zwar nicht so auf Augenhöhe ist, aber damit das nicht vom Schreibtisch die Projekte sehr ausgedacht sind.
00:18:59: Sondern dass wir immer den Praxis-Check machen können – es ist wirklich das was gebraucht wird!
00:19:04: Eine weitere wichtige Säule ist das Thema Interessenvertretung.
00:19:08: Dass wir dann eben sagen gut wir müssen lernen wie wir es schaffen Politik zu verändern indem wir auch Politik etwas mit an die Hand geben und sagen guckt mal das wären vielleicht gute Lösungsvorschläge.
00:19:23: Dazu gibt es eben das Format Parlament der Dörfer, aber wir versuchen auch mit Politik im Kontakt zu sein.
00:19:30: Das ist gar nicht so einfach muss man dazu sagen weil wir vielerorts die letzten Jahre trainiert haben ja und nein sozusagen dafür oder dagegen zu sein und vielleicht ein bisschen vernachlässigt haben diesen Punkt.
00:19:43: wie geht denn das dass ich in einer Gruppe Lösungsvorschläge er arbeite und die dann einbringe?
00:19:49: Ich glaube, das ist was uns gerade sehr beschäftigt.
00:19:52: Ich habe ein bisschen geguckt Frau Kammer.
00:19:54: Die Ding ist eigentlich schon über fünfzig Jahre alt.
00:19:58: die vorgedachten Linien kommen aus Irland und aus Schweden Und grob gesagt ist es wahrscheinlich so dass man dort schon versucht hat die Energien zu bündeln
00:20:12: um
00:20:13: die Bedürfnisse an die richtige Adresse zu bringen.
00:20:17: Was haben die gemacht?
00:20:18: Was haben sie erreicht in Irland und in Schweden.
00:20:22: Die haben erreicht, dass es dort ein etablierter Politischer des Groß ist.
00:20:27: also das heißt wenn auf der nationalen Ebene so einen Parlament der Dörfer stattfindet oder ein ländliches Parlament dann rauscht er die gesamte Ministerie an und hört zu.
00:20:38: Und spricht mit der ländlichen Bevölkerung oder den ländischen Organisationen, also das heißt, der lndliche Raum ist dort viel sichtbarer.
00:20:48: Das ist etwas was in Deutschland eben verschwindet und da es ein Stück Lobbyarbeit auch, die wir gemeinsam mit vielen Organisationen Wir sind ja nicht allein unterwegs im ländlichen Raum, da gibt es die Landfrauen, die super engagiert sind.
00:21:06: Ganz viele des Forum Ländlicher Raum Brandenburg, ganz viele, die an denselben Themen auch arbeiten.
00:21:12: aber wenn wir das alle immer nur alleine tun dann gibt es eben keine gute starke Lobby für den ländischen Raum und dann kommen wir vielleicht genau zu dieser Unzufriedenheit wo wir gerade stehen.
00:21:24: Das ist eben die Frage wie kriegen wir uns sichtbar gemacht, dass wir dich alle als Einzelkämpfer auftreten.
00:21:30: Sondern ... Wir kennen ja diese Geschichte.
00:21:33: Die haben wir in der Schule gelernt von den Stäbchen.
00:21:35: Jedes einzelne kann man zerbrechen und so weiter.
00:21:38: Ja vielleicht sollten wir uns da ab und zu öfter daran erinnern.
00:21:41: Dass wir irgendwie gemeinsam auch schaffen Positionen zu formulieren.
00:21:45: Dass wird einfach sichtbares werden.
00:21:49: Man könnte meinen das wir das sind.
00:21:52: Aber der ländliche Raum als Gesamtheit ist ja doch sehr komplex.
00:21:56: Die Themen, die auf dem ländlichen Raum lasten werden dann immer wieder in einzelnen Themen zersplittert.
00:22:02: aber wir betrachten niemals die Komplexheit gesamt und ich glaube da braucht man Politikwechsel.
00:22:07: Erklärt sich auch sofort.
00:22:09: die Lausitz im ländlichem Raum hat überhaupt nicht dieselben Probleme wie die Uckermark oder die Prignitz.
00:22:19: Haben Sie ja einen sehr weiten Anspruch?
00:22:22: Sie wollen alle zusammen an ein Tisch bringen.
00:22:25: Im Frühsommer haben sie getagt, das war das dritte Parlament der Dörfer habe ich gesehen mit mehr als
00:22:32: hundertzwanzig
00:22:34: Teilnehmerinnen und Teilnehmern, Sedina See.
00:22:37: Wunderbares Areal!
00:22:39: Wer war denn dabei?
00:22:41: Und wer fehlte?
00:22:42: Hatten sie tatsächlich Teilnehmende aus ganz Brandenburg?
00:22:46: Wir hatten eine breite Beteiligung, ein großes Interesse aus den Dörfern.
00:22:51: Viele Partnerorganisationen waren da und haben sich vorgestellt.
00:22:54: wir haben uns sehr gefreut dass weiterhin die Landtagspräsidentin unsere Schirmfrau ist und dass die stellvertretende Landtagspräsidentin auch den ganzen Tag mit dabei war das auch der Staatssekretär mit dabei mehr Teilnahmen von Landtagsabgeordneten gewünscht.
00:23:11: Wir haben rechtzeitig eingeladen und trotzdem war die Teilnahme dünn.
00:23:16: Das Parlament der Dörfer soll nicht nur dazu dienen, dass die Dörfe untereinander sich austauschen sondern da brauchen wir noch eine stärkere Aufmerksamkeit der Landtagsabgeordneten.
00:23:26: Da wirklich zuzuhören und das in ihrer Aufgabenbereiche wieder mitzunehmen.
00:23:31: damit wir eben fokussieren ja mit dem Parlament den Dörfern nicht auf die Bundespolitik sondern auch die Landespolitik Und das organisieren wird tatsächlich genau darum dass diese Themen mit in die Arbeit des Parlamentes genommen werden.
00:23:45: Tja, haben Sie eben schon gesagt, in Schweden funktioniert das doll!
00:23:48: Da kommt die Regierung angereist um zu schauen was die Leute wollen?
00:23:52: Was haben sie hier identifiziert als Hauptprobleme im ländlichen Raum und was haben sie in ihr Abschlusspapier geschrieben?
00:24:02: denn das darf ich schon mal sagen Das haben sie der Landesregierung persönlich in die Hand gedrückt.
00:24:07: ne
00:24:07: genau.
00:24:08: Also vielleicht um nochmal auf die Schweden zurückzukommen.
00:24:11: Die Schweden haben zu uns gesagt, wir haben dreißig Jahre gebraucht, um da hinzukommen.
00:24:16: also entspannt euch und das ist ein Wachstumsprozess.
00:24:19: Wir können diese Einladung immer nur immer wieder aussprechen.
00:24:22: Es ist ein gemeinsamer Lernprozess.
00:24:24: es geht jetzt gar nicht darum dass wir sauer sind oder so aber braucht einen langen Atem und wir machen immer wieder Angebote.
00:24:31: Ja, die Deklaration war also dieses Jahr ein großes Experiment was wir gestartet haben um zu probieren wie könnte es gehen?
00:24:38: Und diese Deklaration haben wir die Themen abgefragt bei den Dörfernetzwerken die wir in Brandenburg haben und die haben eben fünf Themen artikuliert und das war das Thema Jugend.
00:24:53: Also, was braucht Jugend im ländlichen Raum?
00:24:56: Diese Arbeitsgruppen haben jeweils immer ein Patennetzwerk mit dazubekommen.
00:25:01: Die haben das mit dem Landesjugendring gemacht und haben eben auch noch mal verabschiedet, was brauchen sie für Jugendliche um im lndlichen Raum gut groß werden zu können und wieder Freude zu haben zu sagen ich gehe mal kurz weg für eine Ausbildung und komme aber gerne wieder.
00:25:16: Und was brauchen die also jetzt, Frau Kalmer?
00:25:18: Na ja, dass was die Erwachsenen auch brauchen Begegnungsorte, Mobilitätsangebote Boote, wenn es auf der letzten Meile nicht klappt.
00:25:25: Ja man kann natürlich sagen früher sind wir auch mit Moped gefahren.
00:25:29: aber gucken uns an wie die Spritpreise sind?
00:25:32: Gucken wir uns an, wie der Verkehr auf den Straßen ist?
00:25:36: Da müssen wir vielleicht doch nochmal gucken ob wir andere Lösungen finden.
00:25:39: Die können ja auch niedrigschwellig sein aber wenn sie niedrig schwellig sind und durch Dörfer organisiert brauchen wir dafür auch gute Rahmenbedingungen.
00:25:46: also dass das alles nicht so kompliziert ist.
00:25:49: Frau Körmer Die AfD hat die Simson gekapert, speziell im Osten Deutschlands.
00:25:56: Wir sind bei der DOF-Bewegung vor allem Sachorientiert unterwegs.
00:26:00: Wir stellen diese Parteienpolitik jetzt nicht so stark an den Vordergrund.
00:26:04: Was der Fakt ist natürlich das wir ein Problem mit der Mobilität haben wenn es jetzt instrumentalisiert wird durch eine Partei?
00:26:14: Ist es die eine Sache?
00:26:17: tut denn diese Partei, egal welche Partei dafür das sich tatsächlich was verbessert.
00:26:23: Also man kann jetzt damit super Marketing machen aber am Ende müssen sich ja die Rahmenbedingungen dann tatsächlich auch wirklich ändern.
00:26:31: also da werden wir dann mal abwarten was ich da tut und ich glaube persönlich nicht dass man durch so ein Moped das Mobilitätsproblem löst.
00:26:39: Das ist glaub ich zu kurz gegriffen Denn Wir reden im ländlichen Raum ja auch nicht unbedingt darüber Dass wir die Autos alle abschaffen wurde auch immer so behauptet, dass das der Plan sei.
00:26:50: Es geht ja vor allen Dingen darum, das Zweit- oder Drittauto wegzulassen weil die ganze Familie muss ja mobil sein.
00:26:58: und was können wir denn vielleicht für das Dritt Auto für Lösungen bieten?
00:27:02: Was können wir dann für Lösung entwickeln um die Kinder, die den Hortbus verpasst haben nach Hause zu holen?
00:27:09: Und da haben wir jetzt gerade bei mir in der Region zwei Dörfer, die eben Bürgerbusse organisieren Und weil eben die Leute, die gerade in die Rente gegangen sind sagen auch ich könnte mir das vorstellen zweimal die Woche so nachmittags sie hin zu übernehmen.
00:27:24: Da müssen dann eben die Rahmenbedingungen durch die Politik geschaffen werden dass es einfach ist solche Modelle zu sagen prima danke dass ihr euch engagiert und wir gucken mal was tun wir damit jetzt nicht noch mit Bürokratie zugekippt werde sondern damit das einfach ist genau sowas zu organisieren.
00:27:43: Also wenn ich mir so was in einfach vorstelle, dann wäre das die Gemeinde schafft.
00:27:47: Vielleicht für drei, vier, fünf umliegende Gemeinden, die alle an dieser einen Schule hängen und an diesem einen Horthenk, schafft ein Bus an und ein knackiger Rentner sagt ja hab' ich Lust
00:27:59: drauf!
00:28:00: Und wo ist da jetzt nochmal genau das Problem?
00:28:02: Da gibt es dann Probleme mit der Versicherung.
00:28:05: auch das Thema... Ist es ein Gewerbe wie wird das eingestuft?
00:28:09: also da gibt's schon genügend Probleme drum herum.
00:28:12: Also Jugendthema.
00:28:13: nur ein Thema, da sind wir auf die Wege abgebogen.
00:28:16: Punkt zwei auf dieser fünf punkte umfassenden Liste der Forderungen des Parlamentes der Dörfer
00:28:25: war natürlich das Thema Erneuerbare Energien.
00:28:28: Also da geht es natürlich darum zu gucken, wie können wir Bürgerenergiegenossenschaften unterstützen?
00:28:34: Also darüber sind wir uns sehr einig.
00:28:36: Darüber ist sich auch der ländliche Raum durchaus einig dass wir dahin gucken müssen zu denen.
00:28:41: also da kommen wir nicht mehr drum herum.
00:28:43: Aber wie können denn die Bürger vor Ort auch daran beteiligt werden?
00:28:47: Das ist natürlich nachvorziehbar, dass es da Ärger gibt.
00:28:51: Da wird einem so ein Photovoltaik-Anlage vor die Nase gestellt oder einen Windrad und dann profitiert da jemand in Amerika oder Österreich davon und nicht die Bürger Vorort und auch nicht die Kommunen vor Ort.
00:29:03: Und da braucht's Modelle und da braucht sie Unterstützung.
00:29:06: zu verstehen, wie kriege ich diese Komplexität, die dahinter steckt, aufgebrochen.
00:29:11: Sowas steckt in diesem Vordergrund.
00:29:13: Dann haben wir das Thema gesund, älter werden im ländlichen Raum.
00:29:17: Da ist einerseits natürlich das Thema Pflege steckt damit drin aber natürlich auch das ganze Thema Prävention.
00:29:24: was braucht denn ein Dorf um eben gesund zu bleiben?
00:29:28: Damit ich gar nicht erst krank werde?
00:29:30: also da geht es auch darum dass diese pflege vor Ort der Pakt für pflege dass das erhalten wird
00:29:37: kommt in die schau.
00:29:37: notes blink
00:29:38: dann haben war das thema demokratie.
00:29:42: Demokratie auf dem Dorf und da geht es vor allen Dingen darum, wie können wir denn das auch wieder attraktiver machen sich in der Gemeindepolitik zu engagieren.
00:29:53: Wie können wir diesen Zusammenhalt vor Ort auch stärken?
00:29:56: Was braucht's dafür vom Land?
00:29:58: also dass das Land diese Prozesse auch unterstützt und die Kommunalpolitik der Ehrenamtlichen wieder genügend Anerkennung beimisst.
00:30:07: Und
00:30:07: Demokratie Frau Körmer Demokratie lebt doch von der Begegnung.
00:30:12: Darüber reden wir ja schon die ganze Zeit, ist das ein eigener Punkt in ihrem Forderungskatalog?
00:30:17: Die Begegenungsorte auf jeden Fall denn es wird jetzt auch über dritte Orte geredet.
00:30:22: letztlich lebt alles davon dass sich Menschen begegnen können müssen.
00:30:27: Wir haben ja viele Dorfgemeinschaftshäuser, die zum Teil auch nicht so genutzt werden wie sie genutst werden könnten.
00:30:34: da brauchen wir neue Modelle.
00:30:36: Wir brauchen auch durchaus Unterstützung um die Bewirtschaftung dieser Dorf Gemeinschaftshäuser oder der dritten Orte zu entwickeln.
00:30:45: also braucht es einfach nochmal Aufmerksamkeit dafür.
00:30:49: Wie können wir solche Begegnungsorte einerseits nicht nur bauen, sondern wie können wir sie auch am Leben erhalten und mit klugen Nutzungskonzepten unterlegen?
00:30:59: Tja,
00:30:59: Dorfgemeinschaftsorte – das waren früher die unerlässlichen Tante Emma-Laden und es war natürlich auch die Dorfkneipe, ne?
00:31:07: Weil man also eine Beerdigung hatte, ist man nachher in die Dorffkneibe gegangen, nach der Hochzeit ist man in die um Geburtstag zu feiern, sehr oben.
00:31:16: Findet das jetzt alles nicht mehr statt?
00:31:19: Sind die Dorfkneipen daran gestorben dass sich die Leute da nicht mehr haben trauen und beerdigen lassen?
00:31:26: Woran sind sie eingegangen Frau Körmer mal so ganz breit gefragt?
00:31:30: Eine sehr interessante Frage.
00:31:32: tatsächlich haben wir diskutiert bei einer Auswertungsrunde vom Dorfwettbewerb der ja nächstes Jahr wieder startet in Brandenburg.
00:31:40: Da war tatsächlich eins der Gewinnerdörfer dabei.
00:31:43: Die haben gesagt, nee wir haben tatsächlich gesagt in unserem Dorfgemeinschaftshaus könnt ihr das und das machen aber gefeiert wird in einer Dorfkneipe weil wir haben alle gemeinsam auch Verantwortung für unseren Dorfladen.
00:31:55: Wir haben alle gemeinsame Verantwortung für unsere Dorf Kneipe Und wenn wir wollen dass es eine gibt müssen wir natürlich auch dafür sorgen dass sie feiern dort stattfinden.
00:32:05: Also von daher gibt es schon auch Themen über die müssen gemeinsam reden.
00:32:10: Wie teilen wir uns denn die Verantwortung für die Dinge?
00:32:13: Machen wir immer nur den Start dafür verantwortlich oder gucken wir auch mal, wo liegt die Verantwortung bei uns und wo können wir vielleicht Dinge auch nochmal anders gestalten damit Dinge und Infrastrukturen, die uns wichtig sind auch am Leben halten werden.
00:32:27: Da denke ich gleich an die Dorfknalbe, die möglicherweise ideellerweise auch gleich so eine Packstation wäre, sodass die Leute eigentlich zweimal am Tag alle da vorbeigehen müssen.
00:32:37: Ist das eigentlich was Frau Körmer wo sie sagen naja dann muss man nochmal drauf gucken diese ganzen Konzepte neu zu denken?
00:32:45: Und ist das ne Erfahrung die andere europäische
00:32:50: Dörfer
00:32:50: und Dörfeparlamente auch machen.
00:32:53: Tauschen sie sich
00:32:54: da aus?
00:32:55: Ja, in jedem Fall!
00:32:56: Also ich glaube so weit entfernt ist ein deutsches Dorf nicht von dem irischen Dorf was die Methoden betrifft und da ist die Neugier immens.
00:33:06: Da können wir auf jeden Fall auf Austausch setzen weil... Ich glaube es macht auch etwas mit einem zu hören das hundert oder tausend fünfhundert Kilometer entfernt im Dorf die genau an denselben Herausforderungen arbeiten.
00:33:18: Ich glaube, da komme ich jetzt wieder zurück auf die Liedermethode.
00:33:21: Das ist ja was, worauf wir bei Lieder sehr stark achten?
00:33:24: Dass wir eben nicht nur gerade ausgucken sondern links und rechts gucken – Was können wir beim Projekt mit
00:33:30: anbinden?!
00:33:31: Und diese Liedermethode gibt es in ganz Europa!
00:33:34: Also es gibt über dreitausend Liederaktionsgruppen in ganz europa.
00:33:38: das ist eine ziemlich große Familie.
00:33:40: Wenn wir irgendwo dann im Urlaub sind und da hängt man ein Liderschild Da ist natürlich die Freude groß wenn man so denkt Ach, prima!
00:33:48: Hier wird also auch nach diesem Prinzip gearbeitet.
00:33:51: Und das ist glaube ich die große Stärke vom ländlichen Raum.
00:33:54: und warum das Liederprogramm so ungemein erfolgreich ist weil hier viele Leute damit draufgucken, so ein gutes Nutzungskonzept zu entwickeln.
00:34:04: Und natürlich sind diese Austausche eine ganz großartige Sache.
00:34:08: also wir können auch über Liederkooperationsanbahnungen machen.
00:34:11: Wir machen gerade über Lieder auch eine transnationale Kooperation.
00:34:15: da entstehen auch Freundschaften.
00:34:17: Viele Dörfer leben bei uns in der Grenzregion haben sehr, sehr intensive Partnerschaften mit polnischen Nachbargemeinden.
00:34:26: Was da gewachsen ist über die Jahre das sind mittlerweile wirklich tiefe und enge Freundschaften und das ist das was Europa auch in den ländlichen Raum holt.
00:34:35: Begegnungen von Menschen
00:34:36: hört sich super an.
00:34:38: haben sie ein Beispiel dafür wo Brandenburg vielleicht schon etwas von einem anderen Land von einem Dorf in einem anderen land übernommen hat
00:34:47: vielleicht nicht von einem Dorf, aber von der Arbeitsweise.
00:34:50: Also unsere transnationale Kooperation die heißt SlowTrips Und wir kooperieren da im Bereich Tourismus für nachhaltigen Tourismus in ländlichen Räumen.
00:35:02: Es geht darum, Menschen sichtbar zu machen die in ihren Dörfern regional typische Angebote machen das Qualität voll und nachhaltig zu entwickeln so dass man Angebote hat dies einem auch ermöglichen in so eine Region tiefer einzutauchen und auch besser zu verstehen wie tickenden die Leute da was beschäftigt die Leute mit den Leuten auch ins Gespräch zu kommen.
00:35:25: Und das haben wir in der europäischen Kooperation, die schon vor uns bestand.
00:35:29: Da sind wir mit eingestiegen und haben jetzt unsere Arbeit von Litauischen, schwedischen, italienisch-österreichischen Kollegen kennengelernt und haben es dann bei uns in einer Region auch angewendet und etabliert?
00:35:42: Ist das Hausbootfahren wie auf dem Reverschänen durch Brandenburg?
00:35:47: Na, das sind eher so Angebote die eben regionalspezifisch sind.
00:35:51: Also ich denke da vielleicht an unseren Orgelbauer bei uns im Seenland oder Spree.
00:35:58: der hat eine Orgelwerkstatt und man weiß ja gar nicht wieso ne Orgel von innen aussieht.
00:36:02: Da kann man eben so ein Angebot buchen.
00:36:04: Da lerne ich mal so ne Orgelwerkstatte kennen und kann in diesem Seminar auch dann so ne kleine Orgelpfeife bauen.
00:36:11: Oder ich fahre auf den Findlingshof, wo ich mehr erfahre.
00:36:15: Warum sind die Findlinge in der Region?
00:36:18: Und lerne eben den Akteur kennen, der sich damit intensiver beschäftigt hat.
00:36:23: oder der Museumspark Rüdersdorf.
00:36:25: Man kann da Fossilien suchen und kann dabei mit den Menschen ins Gespräch kommen, die dort vielleicht mal gearbeitet haben.
00:36:31: Hat Europa
00:36:33: auch da schon was von Brandenburg mitbekommen, mitgenommen?
00:36:38: Wir sind ja als Akteure, als Leader-Manager und auch touristische Einheiten miteinander im Gespräch.
00:36:45: Also da ist sehr viel Fachlichkeit im Gange!
00:36:47: Wir tauschen uns ja vor allen Dingen auf fachlicher Ebene aus.
00:36:50: wir stellen auch vor wie er arbeitet unser Tourismusverband und das nehmen die natürlich auch wieder mit in ihrer Arbeit.
00:36:55: wenn ich auf die Dorfbewegung gucke haben wir im europäischen Kontext Sehr viel Anerkennung erfahren für das, was wir in den letzten fünfzehn Jahren geschafft haben und auch die Art und Weise wie wir arbeiten.
00:37:08: Da haben wir beim letzten europäischen Parlament, was in Schottland stattfand, auch zwei Workshops gemacht und haben eben über unsere Arbeit berichtet – und das ist das, wo es natürlich andere Regionen dann wieder von uns mitnehmen können!
00:37:22: Was nimmt denn eigentlich so eine Landesregierung mit, wenn sie dieses Papier von ihnen entgegennimmt?
00:37:28: Hat das irgendeine bindende Wirkung?
00:37:30: oder ist das mehr so... Haben wir euch das mal aufgeschrieben und ihr guckt was ihr damit macht.
00:37:37: Folgt da
00:37:38: irgendwas?!
00:37:38: Frau Prof.
00:37:39: Liedger hat die Deklaration an alle Landtagsabgeordneten versendet und jetzt ist es natürlich unsere Aufgabe als Dorfbewegung zu lernen, mit der Deklaration zu arbeiten.
00:37:49: Wir sind gerade in den Endzügen.
00:37:52: wir haben eine kleine Kampagne vorbereitet Hoffentlich ein bisschen mehr in die Kommunikation gehen.
00:37:58: Das ist was, was wir tatsächlich lernen müssen!
00:38:00: Wie kommunizieren wir unsere eigenen Forderungen?
00:38:03: Wir arbeiten sehr intensiv gerade dran und müssen das natürlich stärker auch nach außentransportieren.
00:38:09: Was haben wir da
00:38:10: gefordert?!
00:38:11: Wir müssen auch stärker dann wieder bei den Fraktionen nachfragen.
00:38:15: Was ist denn euer Plan?
00:38:16: Was habt ihr getan?
00:38:17: Vielleicht in einem Jahr Nachfrage – das ist das, was wo man im Gespräch ist, sie zu zücken und zu sagen.
00:38:27: Im Übrigen haben wir hier alles mal geschrieben.
00:38:30: wie sehen Sie denn das?
00:38:31: Wieder auch mehr in den Dialog zu kommen mit unseren Landtagsabgeordneten vor Ort.
00:38:36: die sollen für uns gute Politik machen im Parlament.
00:38:39: Genau!
00:38:40: Die Leine immer wieder ein bisschen straff ziehen, ne Frau Kammer so mache ich das ja beispielsweise auch mit meinem Europa-Fragebogen den nicht immer in meiner Hosentasche habe und zu dem wir jetzt nochmal zurückkehren.
00:38:54: Wir haben schon eine ganze Menge gehört darüber, wie sich die Dörfer organisieren.
00:39:00: Aber sagen Sie doch mal, welche EU-Entscheidung aus den vergangenen Jahren supporten sie immer noch?
00:39:08: Also Lieder ist auf jeden Fall etwas, woran ich persönlich sehr fest glaube.
00:39:13: Weil das eine gute Methode ist um rauszukommen aus einem engen Tunnel, so einen verengten Blick sondern wirklich einmal zu sagen was ist denn da um mich herum noch so los und wen könnte ich damit einbeziehen in das was ich mir so vorgenommen habe?
00:39:29: Und diese Methode ist ja in der EU etabliert und es gibt den sogenannten CLLD-Ansatz Community Lead Local Development, also von der örtlichen Bevölkerung getragene Entwicklungsprozesse.
00:39:43: Der sollte ja irgendwann mal auf mehrere EU Förderprogramme übertragen werden eben weil Lieder so erfolgreich sind.
00:39:50: wir haben oftmals EU Projekte die entwickelt wurden.
00:39:54: dann hat man sich gefragt Wofür haben wir denn bitte schön dieses Geld jetzt ausgegeben?
00:39:59: Das kennen wir ja alle irgendwelche Investruinen, wo man sich fragt was hat man sich eigentlich dabei gedacht.
00:40:05: Das gibt's bei Lieder einfach nicht.
00:40:06: eben weil die Leute vor Ort vorher drauf geguckt haben lange darüber beraten haben macht es Sinn dieses Projekt umzusetzen.
00:40:13: also das sind etablierte Arbeitsweisen die uns sehr geprägt haben.
00:40:18: und jetzt mit der Neustruck Doktorierung des EU-Haushalts.
00:40:22: Darüber haben Sie sich ja im letzten Podcast sehr intensiv mit Herrn Funk runterhalten, das ist natürlich für uns jetzt ein absoluter Gau.
00:40:32: Wir wissen im Moment nicht wie es weitergeht.
00:40:34: wir wissen nicht werden wir der Landwirtschaft zugeordnet?
00:40:38: sollen wir unsere Liederaktivitäten in Zukunft nur noch auf die Landwirtschaft ausrichten?
00:40:43: Oder werden wir der Regionalentwicklung zugeordnet, also dem großen Fond, den es dann für Deutschland geben soll.
00:40:50: Da sind wir dann im Heiferspecken und müssen uns auch gegen die Wirtschaftsförderung und andere natürlich notwendige Investitionen durchsetzen.
00:40:57: Da wissen wir nicht wo verschwindet denn die ländliche Entwicklung?
00:41:01: Welche EU-Initiative wird Ihrer Ansicht nach im Moment unterschätzt?
00:41:05: ist das auch Lieder?
00:41:07: Das ist das eine.
00:41:08: ich persönlich schiere ja immer so ein bisschen zu Erasmus
00:41:11: Erasmus plus für die Ehrenamtlichen, oder?
00:41:14: Genau.
00:41:14: Also ich selber durfte mal an einem Grundweg aus Tausch teilnehmen und da haben viele Leute hinterher gesagt... Wow!
00:41:21: Wie kommt man daran?
00:41:22: Das würde ich auch gerne machen und ich glaube fest daran, dass wir mehr mehr mehr Austausche begegnet.
00:41:29: Und ja dabei wird auch gegessen und getrunken.
00:41:33: Man macht da keine Party sondern die Leute sind ehrlich und aufrichtig an einem fachlichen Austausch interessiert.
00:41:40: Es muss einfach zugänglich sein und ich wünsche mir das wir in Brandenburg mehr Mut haben damit zu arbeiten.
00:41:46: Was
00:41:46: sollte mir also dringend als nächstes in Angriff nehmen?
00:41:50: Frau Kermer.
00:41:50: Ich glaube, unsere Ministerien arbeiten schon sehr intensiv daran die neue Förderperiode vorzubereiten.
00:41:56: da müssen wir gut vorbereitet sein.
00:41:58: Wir müssen auch in den ländlichen Regionen gucken haben wir einen guten Plan B dass wir dann der Zukunft nicht ganz so ausgeliefert sind?
00:42:06: ja und wir müssen einfach gemeinsam daran arbeiten diese europäische Idee nicht nur am Geld festzumachen.
00:42:13: Engagement ist immer was das bei einem selber beginnt.
00:42:17: Vervollständigen Sie bitte diesen Satz.
00:42:21: Europa wird besser sein, wenn
00:42:23: die Menschen Europa nicht mehr als Bürokratiemonster wahrnehmen.
00:42:28: Besten Dank bis hier Herr Frau Körmer!
00:42:29: Ich habe heute total viel gelernt über den dörflichen Raum, dem ländlichen Raum in Brandenburg.
00:42:35: Ja vielen dank auch an sie für die Einladung und die Gelegenheit unsere Arbeit hier vorzustellen.
00:42:39: Also Ihnen liebe Hörerinnen und Hörern danke ich fürs Einschalten.
00:42:42: In der nächsten Folge gehen wir auch nochmal auf den ländliche
00:42:46: Raum ein
00:42:47: Dann nämlich, wenn es um die Gefahren für die Demokratie geht in ganz Brandenburg.
00:42:52: Wenn Ihnen diese Folge gefallen hat, dann lassen Sie uns ein paar Sterne da!
00:42:56: Darüber freuen wir uns – das hilft uns bei der Sichtbarkeit.
00:42:59: Das war's für heute bei Brandenburger Talks EU-Krass!
00:43:02: Europäisch dem Podcast
00:43:04: des Europazentrums
00:43:06: Potsdam.
00:43:06: Mein Name ist Stefanie Schustberg und ich
00:43:08: sage bis bald.
00:43:08: Tschüss!
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