Neuer EU-Haushalt – weniger Geld für Brandenburg?
Shownotes
Gesprächspartner
Dr. Peter Ulrich Universität Potsdam Politik- und Verwaltungswissenschaftler, Forschungsschwerpunkte: Europa, Regionalentwicklung und europäische Politik in Brandenburg
Weiterführende Informationen
Informationen der Europäischen Kommission zum EU-Haushalt 2028–2034: https://commission.europa.eu/topics/budget/eu-budget-2028-2034-explained_de
Diese Folge entstand im Auftrag des Europa-Zentrums Potsdam; Realisierung: Mitten in Medien / Stefanie Schuster. Finanziert wurde sie von der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung - besten Dank dafür!
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00:00:00: Wir haben immer weiterhin Disparitäten in den Räumen.
00:00:04: Wir haben Räume, die gut entwickelt sind und vernachlässigt sind, wo noch mehr Stärkung notwendig ist – und ich finde das sollte so sein.
00:00:13: Also wir sind nicht nur in Europa der Resilienz oder der Krise des Wirtschaftswachstums sondern auch die regionalen Vielfalt, der regionalen Stärke und das sollte weiterhin Thema sein.
00:00:22: Und da sollte nicht gekürzt werden meines Erachtens.
00:00:31: Wenn die deutsche Wirtschaft ein Tanker isst dann ist die Europäische Union ein Flottenverband.
00:00:38: Verheiß der vollbeladene Tanker ersehnte Waren für Wirtschaftswachstum und Wohlstand, so vervielfacht sich das alles wenn mehrere davon auf sie sind – war schon zu Zeiten der Hansesso.
00:00:50: Das funktioniert aber nur in Friedenszeichen!
00:00:53: Was passiert?
00:00:54: Wenn der Verband in unsicheres Fahrwasser kommt, wenn Kriegedrohen der Meeresspiegel steigt, die Kapitänin der Flotte sich nicht mehr einig sind über den
00:01:01: Kurs?!
00:01:02: Genau man muss umsteuern… Im Flottenverband.
00:01:06: Den Kompass rausholen, neu kalibrieren, Fahrtaufnehmen kurshalten – nach mehr als vier Jahren Krieg in der Ukraine.
00:01:13: Einem glühend heißener Ostkonflikt mit ausfransendem Antisemitismus, mit handfestem Recht zurück in etlichen Ländern und wirtschaftlicher Schieflage durch amerikanische Zollsperrenzien und ausbleibende Rohstoffe muss die EU den neuen mehrjährigen Finanzrahmen festzuren!
00:01:34: damit nicht unser aller Zukunft baden geht.
00:01:36: In den nächsten Folgen werden wir also hier vor allem über den EU-Haushalt sprechen und die darin angestrebte Kursänderung.
00:01:46: Steht unsere Zukunft in den Sternen?
00:01:48: oder haben
00:01:49: wir sie schon kartiert?
00:01:50: Müssen wir Ballast über Bord werfen, brauchen wir mehr Dampf im Maschinenraum?
00:01:55: Darüber spreche ich heute zuerst mit Dr.
00:01:58: Peter Ulrich von der Uni Potsdam, der Forstort als Politik- und Verwaltungswissenschaftler zur Europaregionalentwicklung den Auswirkungen europäischer Politik auf Brandenburg.
00:02:11: Und weil hinter jeder Forschung immer auch ein Mensch steht, habe ich auch wieder den Fontanfragebogen im Gepäck!
00:02:19: Herzlich willkommen also alle zusammen zu einer neuen Folge von Brandenburger Talks EU-Krass-Europäisch – dem Podcast des Europacentrums Potsdam.
00:02:28: Mein Name ist Stefanie Schuster und ich freue mich, dass Sie eingeschaltet haben.
00:02:31: und guten Tag Herr Ullrich.
00:02:33: Ja, guten Tag und vielen Dank für die Einladung
00:02:37: Herr Ullrich, bevor wir über Milliarden Beträge und europäischer Haushalte sprechen.
00:02:43: Was ist für Sie eigentlich persönlich
00:02:47: Europa?
00:02:47: Ja, Europa ist etwas was auch im Leitspruch von der Europäischen Union genannt wird Vielfalt.
00:02:56: Für mich es ist vielleicht ein bisschen langweilig und abgedroschen aber diese Vielfaltung ist faszinierend denn wir haben ja einen relativ kleinen Kontinent Allerdings so viel Geschichte, so viele Kulturen.
00:03:07: So viele unterschiedliche Sprachen und Entwicklungen der einzelnen Länder.
00:03:12: Und das ist für mich tatsächlich Europa.
00:03:14: wenn wir nochmal auf die EU sprechen als politische Organisation dann würde ich noch Reisefreiheit, Demokratie und Frieden natürlich dazu nehmen aber wenn ich an Europas Kontinent denke es sind kulturelle Vielfalt für mich Europa.
00:03:27: Sie beschäftigen sich wissenschaftlich mit Europa und Brandenburg Und Sie haben, das darf ich vielleicht sagen gerade Ihre Habil abgegeben.
00:03:36: Woran
00:03:36: arbeiten Sie im Moment genau?
00:03:38: Ich habe mich in den letzten Jahren seit dem Abschluss meiner Doktorarbeit, die hat ich im Jahr zwei Tausend neunzehn eingereicht verteidigt.
00:03:44: In den letzten sieben Jahren vor allem über ländliche Entwicklung und Daseinsvorsorge und Versorgung in ländlichen Räumen, in peripheren ländischen Räum gearbeitet auch zum Beispiel in der Grenzregion Deutschland zu Polen.
00:03:59: Und da kommen ja auch europäische Themen Spiel wenn es darum geht wie können ländlich Regionen vielleicht von EU-Förderung profitieren.
00:04:06: Wie können sie europäische, politische oder rechtliche Instrumente nutzen damit man gemeinsam besser arbeitet nicht mehr in einer Peripherie liegt sondern vielleicht auch wieder ins Zentrum rücken kann?
00:04:17: Seit der EU-Osterweiterung vor etlichen Jahrzehnten ist Brandenburg eigentlich die geografische Mitte Europas.
00:04:30: und Wäre es nicht ohne die EU und ohne die Eu-Förderungen, lebt der ländliche Raum eigentlich auch heute schon durch den EU-Haushalt?
00:04:42: Ja, auf jeden Fall.
00:04:43: Seit einigen Jahren schon sie haben ja Europa angesprochen weil man jetzt diese Koessionsmittel nimmt.
00:04:49: die Koissionsfonds da gibt es sehr verschiedene und es gibt auch den Koitionsfond.
00:04:54: also der zentrale Fond ist für die wirtschaftlich etwas schwächer entwickelten Region nach Bruttoinlandsprodukt bemessen.
00:05:01: Die haben die ostdeutschen Bundesländer in der Vergangenheit relativ viel bekommen.
00:05:06: Einzelne Länder wie Polen zum Beispiel haben auch aus dem Koalitionsfonds Mittel bekommen und es gibt noch diese europäische Vorvorregionale Entwicklung, andere strukturfördernde Fonds und da hat der ländliche Raum sehr stark!
00:05:20: von profitiert, also in Brandenburg aber auch in Ostdeutschland.
00:05:24: Und es sind nicht nur die Strukturfonds, die da reingehen sondern auch der Landwirtschaftsfonds ist ja nicht nur rein für die Landwirtschaft, sondern es gibt einen Teilbereich da, der auch für den ländlichen Raum wirklich gedacht ist für die
00:05:36: Entwicklung.".
00:05:36: Da
00:05:36: werde ich dann mit Johannes Funke von der SPD nochmal genauer drauf schauen.
00:05:41: können Sie sich eigentlich an Ihr erstes Europarelebnis noch erinnern?
00:05:46: Europa-Lebnisse hat man ja immer, weil in Berlin aufgewachsen.
00:05:49: Polen ist nicht weit weg und ich war schon mal da zu Besuch.
00:05:52: Und wir waren viel unterwegs.
00:05:53: aber zwei Sachen würde ich noch nennen die genau besonders waren.
00:05:56: nach meinem Auslandsjahr was ich in Südamerika verbracht habe mich zurückgekommen und mich hat das Reisefieber gepackt und da war gerade die Zeit des Billigtourismus – Billigflieger!
00:06:07: Ich bin direkt nach meiner Wiederkehr mit einem neuen Euroflug nach Sardinien geflogen.
00:06:15: Also damals war es ein absoluter Wahnsinn und ich fand es total toll.
00:06:18: Aus heutiger Perspektive diese absoluten Billigflieger gibt's ja nicht mehr, ist auch nicht besonders nachhaltig vielleicht.
00:06:23: aber das war ein tolles erstes Erlebnis wo ich gemerkt habe Reisefreiheit Diese Mobilität komplett andere Kulturen einzutauchen.
00:06:32: Und das zweite Erlebnes war dann mein Erasmussemester als Sp... Student im Bachelor, als ich in Galizien und Spanien war für ein Semester.
00:06:41: Und da habe ich wirklich Europa an seiner Vielfalt gemerkt, weil ich dann auch mit den anderen Studenten aus den verschiedenen Ländern unterwegs
00:06:50: war.".
00:06:50: Nun
00:06:50: wollen wir heute über den mehrjährigen Finanzrahmen der EU sprechen?
00:06:55: Das ist für viele Leute ein Abschalter!
00:06:57: Das ist groß- und komplex-und um fast... ...½ prozent des Brutto-Nationaleinkommens der EU, also das ist gigantisch rund zwei Billionen Euro.
00:07:11: und ich frage mich wo stehen wir eigentlich heute Herr Ulrich?
00:07:16: Wie wird das Geld bislang in Brandenburg investiert, das hier herfließt.
00:07:23: Können Sie das beziffern?
00:07:25: Also es ist so dass wir bisher immer so hatten... Das ist besonderer in den Ufons wenn es mal heißt Geld fließt nach Brüssel und es kommt gar nicht bei uns an.
00:07:33: Es ist ja schon so dass bisher sechzig bis siebzig Prozent in den letzten mehr gegen Finanzrahmen immer für die zurückgeflossen ist.
00:07:42: Und zwar in die Strukturpolitik und in die Landwirtschaftspolitik, das hat schon immer einen großen Anteil ausgemacht diese Bereiche mit dreißig bis vierzig Prozent und Brandenburg hat genau davon profitiert von diesen verschiedenen Töpfen.
00:07:55: man hat dann auch die entsprechenden Verwaltungsstrukturen eingerichtet.
00:07:58: unter dem Schlagwort technische Hilfe hat man auch noch Mittel bekommen sozusagen Verwaltung strukturen aufzubauen Und da hat man vor allem in den Strukturmitteln das gemerkt, also Strukturfonds.
00:08:07: Also EFRE, europäischer Fonds für Regionalentwicklung Man sieht ja mal diesen kleinen schönen Schildchen an irgendwelchen Brücken, Straßen oder Gebäuden und eine kleine EU-Flage ist wo drauf steht, cofinanziert von der EU durch den EFRA.
00:08:20: Dann so ein Arbeitsmarkt einen bindenden Maß über den Europäischen Sozialfonds auch ein Teil des Strukturfonds Und dann natürlich die Landwirtschaft, die einen Großteil bekommen hat plus dieser Ehler.
00:08:31: Die hat für den ländlichsten Raum die Entwicklung und da haben auch von den Dörfer viel profitiert, ob ich Dorf mit einem Dorf Begegnungsstätte co-finanzierte wurde Und da hat Brandenburg schon recht viel profitiert.
00:08:44: Wenn Sie mal Interesse haben, sich das mal anzuschauen... Es gibt im Europäischen Haus was ja in Berlin steht am Pariser Platz also am Brandenburger Tor Da gibt es so eine Übersicht.
00:08:55: So ein Tisch wo man so interaktiv und digital sich um den verschiedenen Bundesländern Deutschlands ein bisschen durchklicken kann und was da die Best Practice Projekte sind.
00:09:03: Für Brandenberg gibt es eben auch für jeden der vierzehn Landkreise Beispielprojekte.
00:09:08: Fällt Ihnen da gerade eins ein?
00:09:11: Ich kann ein Beispiel nennen, weil ich viel in Eberswalde bin.
00:09:13: Ebersalde ist die Stadt der Hochschulvernachhaltige Entwicklung und sie haben ein wunderbares Park & Ride also Fahrradhaus mit EU-Mitteln kofinanzieren lassen direkt am Bahnhof was auch mit Holz versehen und sehr modernen ist das ich ganz toll finde, weil es stößt auf Nachfrage.
00:09:30: Es ist jetzt nicht einfach so ein Projekt was gebaut wird und keine Nachfrage hat sondern an dem Fall ist es wirklich sinnvoll
00:09:36: ist der nächste mehrjährige Finanzrahmen in Vorbereitung, und er soll anders aufgebaut werden.
00:09:53: Können Sie mir erklären was geändert werden soll im neuen Mehrjährigen Finanzrahm?
00:10:01: Ja, also der man merkt definitiv erstmal bei den Themen und für den Fonds hat sich da schon etwas bewegt in eine Richtung wo es mehr in Richtung Sicherheit geht im Migration und solche Themen.
00:10:12: Also dieses Schlagwort was jetzt überall kursiert der Resilienz wird extrem aufgeladen.
00:10:19: und Resilience in alle Richtungen sei es digitale Resilienten sei es militärisch oder halt im Sicherheitsbereich Da wird mehr Geld in die Hand genommen.
00:10:30: Das geht natürlich zu Lasten anderer Programme, da sieht man zum Beispiel dass es ja wahrscheinlich Einsparungen und Kürzungen geben wird in den Bereichen über die wir reden eigentlich also über den regionalpolitischen und landwirtschaftlichen Bereich, denn es werden einfach Förderprogramme die er alle einzeln waren.
00:10:53: Und die natürlich einzelne Verwaltungsstrukturen brauchten werden einfach zusammengelegt einen großen Topf!
00:10:59: Das ist das Entscheidende vielleicht für die Region.
00:11:02: Es soll eben eine stärkere Fokussierung auf nationale und regionale Partnerschaftspläne geben.
00:11:13: Es wird nicht wie damals einfach wie so eine Mehrebene Governance der verschiedenen Ebenen, also regionale Ebene National und EU fast partnerschaftlich.
00:11:22: Sondern es wird eher ein EU mit den Nationen zusammengelegt auch wenn das nationalregional Partnerschaftspläne heißt aber letztlich dann eher über die nationale Ebene gehen.
00:11:32: Mit der Befürchtung dass die regionale Ebene und in unserem Fall dann auch Brandenburg zu kurz kommt und nicht mehr Mitsprache hat wie bisher immer der Fall war Und das finde ich auch nicht besonders gut.
00:11:43: Das würde ja bedeuten, dass beispielsweise auch der Rat der Regionen weniger gehört wird?
00:11:49: Haben die weniger Einfluss dann?
00:11:52: Ja also in dem Fall wird es eher darum gehen, dass erstmal jetzt für die Ausverhandlungen dann mal geklärt werden muss wie kann die Region vernünftig beteiligt werden im Prozess?
00:12:02: Also von der Kommission gab's jetzt irgendwie den Vorschlag oder die Idee, Teil auch der sozusagen der Evaluation und so weiter, die Regionen durch regionale Behörden mit anhören muss.
00:12:17: Da gibt es irgendwie vielleicht eine Möglichkeit der Verknüpfung der Kontrolle aber das ist unzureichend.
00:12:22: Des Weiteren muss man ja auch sehen dass Deutschland auch extrem federal aufgebaut ist wie auch sagen wir mal Österreich oder Belgien oder so.
00:12:29: andere Länder sind eher zentral.
00:12:31: Das ist bisher noch ein bisschen zu kurz geraten.
00:12:33: also das müsste noch mit ein bedacht werden.
00:12:35: Aber um diese Frage zu dem Ausschuss der Region, da geht es ja um die Gesetzgebung für die neuen Programme.
00:12:43: Da ist der Ausschuss in der Region ja darin beteiligt und muss angehört werden, weil es ja belange der Regionenbetrifft in den Verordnungen zu den Förderprogrammen.
00:12:51: Da wird weiterhin eine Ausschussregion mit involviert aber viel mehr auch nicht.
00:12:55: Warum macht die Kommission solche Vorschläge?
00:12:58: Was ist das Vorteil wenn man schneller zu einem Ergebnis kommt, wenn man die Regionen an sich weniger beteiligen?
00:13:05: Ja, ich glaube das ist einfach eine Idee des Geldeinsparns auf ein gewisser Art.
00:13:10: Das irgendwie einen Trick zu sagen wir machen jetzt diese regionalen Nationalpläne.
00:13:15: man ist effizienter auch oder effektiver weil dieses mehr ebenen Governance mit den verschiedenen Regionen dauert halt bisschen und man wird effektiv und schneller wenn man über die Nation gehen plus die EU.
00:13:27: und das verspricht man sich dadurch, denn wenn man die alle zusammenlegt gibt es ja vielleicht weniger Verwaltungsbehörden da kann Geld eingespart werden.
00:13:34: Auf der anderen Seite ist das natürlich ein absolutes Chaos und für jede Region muss ich quasi neu aufstellen weil sie neue Verwaltungstitutionen schaffen muss.
00:13:44: Modelle das dauert jetzt auch Jahre also glaube ich noch nicht zu Ende gedacht Und das sind so Punkte die sich die EU sicherlich mit bei gedacht hat.
00:13:52: auf der anderen seite ist, finde ich das regionale Prinzip.
00:13:55: Es gibt das Prinzip der Partnerschaft und der Subsidiarität und... Ich habe ja Vielfalt-Eingangs erwähnt.
00:14:02: Das sind ja Punkte, die EU ausmachen.
00:14:04: Die werden da so ein bisschen untergraben damit.
00:14:06: Aber wenn man sich die Wahlergebnisse und die Wahlprognosen dieser Tage anschaut dann könnte man auch auf die Idee kommen dass die Menschen Sehnsucht haben nach jemandem der die Sache regelt.
00:14:21: Helmut Schmidt auf jedem Schiff des Dampfes und Segels ist einer der die sache regelt Streben ihren Wahlprogramme nach wieder nach mehr Dirigismus.
00:14:34: Verkaufen wir Ihnen das vielleicht gerade nur falsch, indem wir sagen naja jetzt geht euch Demokratie verloren.
00:14:40: oder könnte man das auch umlabeln und sagen liebe Leute wir kommen erstens schneller zu beschlüssen Wenn wir nicht jeden bis zu Ende fragen und zweitens werden wir in Zukunft sowieso die Verwaltungen umbauen müssen, weil wir viel zu wenig Verwaltungsnachwuchs haben der die ganzen Stellen besetzt.
00:15:00: Wäre das nicht auch ein Weg, um auf diese Sache zu gucken?
00:15:03: Ja also diese Punkte verstehe ich und es ist ja gewisse Trends, die global ja auch irgendwie gelebt werden aus anderen Ländern, dass Ing-Verwaltungsabbau eine schnelle Entscheidung, das scheint jetzt auch unwirkt zu sein wenn man sich die globale Politik so bisschen leider anschaut.
00:15:18: Sie meinen erratischen Entscheidungen in den USA?
00:15:21: Absolut ja, da haben sie recht.
00:15:24: aber auf der anderen Seite heißt es ja auch dass kann man so labeln wie man will.
00:15:28: das heißt auch es wird wahrscheinlich weniger Geld geben für die Bereiche und das heißt werden weniger Projekte gefördert werden.
00:15:33: Verwaltung ist ja eine Seite, die soll ja nur einen gewissen Prozent Satz ganz kleinen Prozent Satz ausmachen weil das Geld soll ja nicht in Verwaltung fließen sondern in Projekten um ländliche Räume zu entwickeln.
00:15:44: Und das ist wichtig auch genau vor diesen Fragestellungen Auch ein Teil meiner Habilitationsschrift da ging es ja eben genau darum Daseins versorgen staatlicher Peripherie Räumen die sozusagen Ländlich sind extrem peripher.
00:15:58: und wenn der Staat überhaupt nicht sichtbar ist oder auch die EU durch Förderprogramme, dann kommen da andere Kräfte zu Zuge.
00:16:04: Die das genau darauf hinweisen und dann das Steuer übernehmen.
00:16:09: Und man kann zwar verkaufen okay Verwaltung wird abgebaut auf der anderen Seite fließt aber einfach weniger Geld in die Region um etwas aufzubauen.
00:16:17: und Insofern finde ich dass keine schöne Entwicklung und hoffe natürlich Dieses tolle Modell, das hängt ja auch mit diesem Konzept, was in den Achtzigern und Neunziger Jahren diskutiert wurde.
00:16:27: Europa der Region, ne?
00:16:29: Ein Europa wo was aus so viel Vielfalt, so viele schöne Regionen ausmacht dann auch weiterhin so gestärkt werden kann Und nicht ein Europa der effektiven Nationalstaaten Was das ja auch so bisschen suggeriert.
00:16:42: Gibt es denn gar nichts wo sie in all ihrer
00:16:45: Praxis
00:16:46: und mit ihrem genauen Blick in Brandenburg schon mal gedacht haben.
00:16:51: Schönes Projekt, aber hätte man vielleicht auch günstiger gestalten können oder auch mal lassen?
00:16:58: Waren alle EU-Projekte bislang immer gut angelegtes Geld?
00:17:03: Was denken Sie?
00:17:04: Ja das kann ich jetzt natürlich so nicht im Detail beantworten.
00:17:07: Es gibt sich ja Projekte wo man vielleicht Man hinterfragen kann, aber grundsätzlich ist es auch die Frage oder einen Eindruck den viele haben dass das Geld so aus dem Fenster geworfen wird.
00:17:17: Das kann ich absolut nicht bestätigen weil es erstens eine extreme Kontrolle gibt.
00:17:22: also ich kenne ja Förderprogramme in einer Uni oder kennen allmöchten regionalen Förder-Programme für Wissenschaft und Praxis Und es wird nirgends so streng kontrolliert wie ein EU Programm und man muss jeden Euro mehr da umdrehen.
00:17:35: Das ist nicht so, dass da leichtsinnig mit Geld umgegangen wird.
00:17:38: Sondern es wird eigentlich fast zu streng kontrolliert.
00:17:40: Also manchmal mehr Vertrauen auch in die Projekten wäre eigentlich auch nicht schlecht.
00:17:45: Es ist auch nicht so das sie immer zu hundert Prozent abgegriffen werden.
00:17:48: Die Mittel also.
00:17:48: manchmal muss man natürlich dann auch angucken Wo gibt es denn wirklich einen großen Bedarf an Mittelverwendung?
00:17:55: Wo ist es schlechtlich ganz so groß?
00:17:57: und da kann man natürlich noch Änderungen vornehmen.
00:18:00: aber ich denke vor allen Dingen wir haben immer weiterhin Disparitäten in den Räumen, wir haben Räume die gut entwickelt sind.
00:18:08: Wir haben Rheume die vernachlässigt sind wo noch mehr Stärkung notwendig ist und ich finde das sollte weiterhin so sein.
00:18:15: also wir sind nicht nur in Europa der Resilienz der Krise des Wirtschaftswachstums sondern auch der regionalen Vielfalt, der regionale Stärke und das sollte weiter ein Thema sein und da sollte nicht gekürzt werden.
00:18:27: meines Achtens
00:18:28: Ich habe auch mal in die Zahlen geschaut, die sind jetzt alle so gigantisch.
00:18:32: Das Gesamtvolumen für die kommenden sieben Jahre, also zwischen achtundzwanzig und fünfunddreißig beträgt zwei Billionen Euro.
00:18:40: Eins Komma zwei Prozent des Protonationaleinkommens der EU.
00:18:45: aufgeschlüsselt bedeutet das achthundertfünfundsechzig Milliarden Euro, also fast die Hälfte werden investiert in die Verringerung des Gefälles zwischen den Regionen Europas Die sogenannte Koalition.
00:18:59: Vierhundert neun Milliarden Euro sind vorgesehen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit Europas in der Weltwirtschaft und weitere neunundvierzig Milliarden Euro gehen raus für Investitionen in Bildung, Und jetzt kommt was Neues dazu – die Förderung der demokratischen Werte.
00:19:17: Das ist das sogenannte Agora EU-Programm.
00:19:22: Können Sie sich vorstellen, wie das hier in Brandenburg umgesetzt werden würde?
00:19:27: Ich fange erst mal bevor ich auf das Thema Demokratieförderung zu sprechen komme.
00:19:31: Zu anderen Anteilen.
00:19:33: Große Zahlen aber man muss auch bedenken zwei Billionen klingt sehr viel Aber erstens ist es für sieben Jahre Zweitens ist das für siebundzwanzig Länder Und die sieb- und zwanzigländer bestehen aus vielen Regionen.
00:19:44: In der Summe finde ich dann gar nicht mehr so superviel für einzelne Zeilregion.
00:19:50: Das ist der erste Punkt.
00:19:51: und zweitens, was man auch sieht diese achthundert Milliarden für die Region da sind es auch die Landwirtschaft mit eingerechnet.
00:20:00: Das heißt beides zusammen macht die Hälfte schon aus.
00:20:03: ich habe ja vorhin gesagt früher war das Budget in dieser Region eigentlich bei siebzig Prozent eigentlich.
00:20:07: Das heisst wir haben jetzt schon eine Reduzierung oder eine Verschiebung der Prioritäten.
00:20:12: das sieht man anhand dieser sozusagen prozentualen Aufteilungen.
00:20:16: Das weitere, also manche Themen kommen jetzt natürlich auf die Agenda.
00:20:20: Also es ist klar auch wenn ich kein großer Fan bin aber wir haben nun mal eine globale Lage wie sie ist.
00:20:26: Es gibt so einen Vergleich zwischen geopolitischen Zentren muss man ja sagen und Europa ist so wie es konstituiert ist.
00:20:34: Man hat der einzelnen Länder und das Nationalstaat zu klein um global irgendwie was zu machen, also muss man sich europäisch organisieren.
00:20:41: Und dafür wurden halt eben Mittel dann in die Hand genommen um einen gewissen Bereich und KI gehört ja auch noch dazu ist es auch noch so.
00:20:48: ein Bereich wo dann Geld in der Hand genommen ist gab ja mal den Green Deal.
00:20:51: das ist jetzt nicht mehr so aktuell muss man leider sagen kommen halt so Themen wie Resilienz und digitale Sicherheit und also Digitalisierung und verschiedene andere Aspekte rein Migration also diese ganzen wir sprechen der Politik Verwaltungswissenschaft Heufner Polikrise, viele verschiedene Krisen nicht überlagern.
00:21:10: Darauf will auch EU Resilienter um weiteres Modewort Nummer eins führen werden und dadurch gab es diese Verschiebungen in die anderen Bereiche
00:21:18: auch.".
00:21:18: Und bedeutet das runtergebrochen auf unser kleines Brandenburg mitten in Europa?
00:21:25: Dass wir tatsächlich mit weniger Geld auskommen müssen weil wir insgesamt resilienter werden müssen?
00:21:33: oder bedeutet dass das für unsere Arbeitsbereiche neu benennen oder neu zuschneiden müssen, oder vielleicht sogar neu entwickeln.
00:21:46: Also zum ersten Punkt weniger Geld würde ich sagen.
00:21:52: es sieht leider danach aus für diese regionalen Programme wird es weniger geben.
00:21:58: Für den zweiten Teil auf jeden Fall einen neuen Zuschnitt müsste es in jedem Fall wahrscheinlich gehen wenn es ein Förderprogramm gibt.
00:22:04: man muss natürlich gucken wie das dann unter.
00:22:05: als gibt dann so diesen nationalen ... regionalen Partnerschaftsplänen.
00:22:11: Und dann auch Themenbereiche, wonach das gegliedert ist... Ich weiß jetzt nicht wie man sozusagen die Verwaltungszuschnitte dazu gestaltet.
00:22:18: Es gibt natürlich nur Hau, das ist halt auch so ein Ding.
00:22:21: Das gibt ja auf Landesebene die Einrichtungen und dann gibt es natürlich auch... Das meiste Geld wird dann aber kommunal ausgegeben.
00:22:27: Die sind ja Kommunen, die sich das Geld anfragen.
00:22:29: Die müssen ich natürlich auch neu aufstellen.
00:22:31: Dann gibt es zum Beispiel Interac ist auch noch so ein Förderprogramm für Grenzregionen, die haben dann auch einen Büro in Frankfurt oder zum Beispiel... Keine Ahnung wie man das jetzt organisiert grenzüberschreiten.
00:22:42: Da gibt's ja noch quasi auch die Partner im Ausland, im deutsch-polnischen Grenzraum.
00:22:48: Also, da sind viele Fragestellungen, die irgendwie noch komplett geklärt werden müssen.
00:22:52: Aber was auf jeden Fall ein Fakt ist und das finde ich... Das hat auch die Brandenburgische Landesregierung in der Reaktion im Positionspapier zu den ersten Vorschlägen geäußert.
00:23:02: Brandenburger ist ja ein Flächenland mit ganz, ganz viel Flächen, viele regionalen Disparitäten.
00:23:07: Es hat zwei Komma fünf Einwohner mehr als einzelne EU-Länder.
00:23:12: Das wurde dann auch so reingeschrieben und das muss man halt auch beachten
00:23:16: Und die Landesregierung wird eigene Schwerpunkte setzen müssen.
00:23:20: Also sie wird sich spezialisieren müssen zwischen diesen Punkten, die bislang alle gefordert wurden – das war Strukturwandel, Belebung der ländlichen Räume, Landwirtschaft in die Zukunft zu führen, den Umbau des Net Zero Welle und den Ausbau der Wissenschaftslandschaft, wenn man Zahlen, Tabellen schaut.
00:23:42: Dann kann man jetzt schon sehen dass zu den größten Bildungsklöpsen natürlich die Universitäten gehören und die Bildung wird wohl am wenigsten bedroht sein obwohl wir außerordentlich wenige junge Leute haben.
00:23:56: ich glaube nirgendwo leben so wenig junge leute wie in Brandenburg.
00:24:01: da gab es jüngst eine Studie zu.
00:24:04: was denken sie wenn man sie fragen würde Was würden Sie der Landesregierung raten?
00:24:09: Auf welchen Punkt soll sie sich konzentrieren, wenn sie zukünftig Förderschwerpunkte setzen will.
00:24:17: Ja das ist eine gute Frage.
00:24:19: Gemein ja!
00:24:20: Sehr gemeint.
00:24:21: Da muss ich natürlich überlegen... Ich bin an der Uni und arbeite da auch und kann nur empfehlen den Universitäten weiterhin zu fördern.
00:24:29: Auch wenn man bedenkt dass es jetzt sehr stark einen wirtschaftlichen Fokus in die nächsten Jahren geben wird.
00:24:35: Es sind ja natürlich ein Austauschort für die Wissenschaften, für theoretische Fragestellungen.
00:24:42: Aber sie sind natürlich auch sehr praxisbezogen.
00:24:44: Wenn es um Technologie und Innovation ist aus dem Begriff der natürlich sehr relevant ist.
00:24:48: das ist natürlich immer eng mit den Forschungsinstituten und den Universitäten verbunden.
00:24:54: deswegen ist das sicherlich sinnvoll in jegliche Richtung.
00:24:57: nicht sehr so.
00:24:57: trotz kann es nicht alles nur in die Wissenschaft fließen sondern muss auch spürbar bei den Menschen sein.
00:25:04: wenn zum europäische Politik geht, finde ich ist das ja etwas wo es immer heißt Brüssel ist soweit weg und die machen eh was sie wollen.
00:25:13: aber es ist ja auch wichtig dass das irgendwie spürbar wird.
00:25:16: Dass da auch sinnvolle Sachen gemacht werden und das kann natürlich dann in jegliche Richtung ausgelegt werden soll die region strukturförderung weiter gefördert werden.
00:25:26: Ich plädiere immer dafür, aber ich kann auch verstehen wenn einzelne Leute sagen mir Sicherheit wichtig oder so oder ich will dass Europa eine wichtige Rolle in der Welt spielt im Zukunftsthemen.
00:25:37: Aber es ist schon besser wenn die Menschen ihren Region spüren das Europa irgendwie sich entwickelt in einer positive Art und Weise.
00:25:47: Sie reden ja nun die ganze Zeit mit Ihren Studenten über Europa in Brandenburg.
00:25:53: Wenn Sie so Ihre Exkursionen machen, was hören die Studenten dann?
00:25:57: Die sprechen doch auch mit den Leuten.
00:26:00: Welches Europa-Bild finden sie in der
00:26:03: Fläche?".
00:26:07: kommunalwissenschaftlichen Institut diese Lehrveranstaltung anbieten, sprechen wir vor allem mit kommunalpolitischen Akteuren die eigentlich eher in einer sozusagen Regierungsverantwortung oder Verwaltungsverantwortungen sind und stecken.
00:26:19: Diese sind natürlich jetzt gerade aktuell sehr gezeichnet von kommunalen Klammern-Kassen und vielen Herausforderungen.
00:26:28: Aktuell wirklich das Thema Finanz ist sozusagen das Hauptthema der Kommunen.
00:26:32: Deutschland würde ich sagen zeigt auch immer so ein OB Barometer was vom Deutsche Institut für Urbanistik immer herausgegeben wird.
00:26:39: Da war es in den vergangenen Jahren immer so, da gab's noch andere Themen Aufnahme von Geflüchteten, Kita, Schulen und so weiter.
00:26:45: Jetzt ist das vor allen Dingen die Finanzen ganz doll Wenn man jetzt nochmal auf diese Financen spricht der EU.
00:26:52: Deswegen ist es umso wichtig dass die Regionen auch diese Co-Förderung bekommen weil das ist ja mal eine Co-förderung.
00:26:57: Kommunen machen ja nicht irgendwelche sinnlosen Projekte Sondern sie machen Projekten mit EU Mitteln die sie sonst vielleicht gar nicht finanzieren können.
00:27:07: Das unterscheidet sich natürlich, ob wir im Land Brandenburg in einer Fläche unterwegs sind oder im Grenzraum.
00:27:12: Wenn wir jetzt in Frankfurt oder zum Beispiel sind wo ich auch häufig bin mit meinen Studis da sind ja eher die Themen wie Arbeitmann und Polen zusammen.
00:27:19: Also Europa ist auf jeden Fall ein Hoffnungsträger als Mitfinanzier und auch als derjenige, der im Prinzip die Grenzen so offen hält dass man polnische Arbeitskräfte zur Not herüber bitten kann.
00:27:34: Gibt es Förderbereiche?
00:27:37: Die Brandenburg nach ihrer Erfahrung künftig stärker Nutzen stärker belegen sollte um überhaupt Naja, ein Anker.
00:27:49: im EU-Haushalt zu haben, ist da irgendwas wo sie sagen naja das ist ein offenes Feld.
00:27:56: Lass uns doch mal gucken ob wir nicht dieses oder jenes Unternehmen ermuntern können die Produktionen umzustellen so dass wir mehr in die Richtung Resilienz gehen können?
00:28:10: Ist das vielleicht auch eine Sache der Umethikettierung?
00:28:12: Da hatten wir es eben schon mal von.
00:28:14: Ich denke das Thema Digitalisierung ist natürlich etwas was Allgegenwärtig ist und jeder spricht darüber, aber es ist natürlich etwas was trotzdem Zukunftszema ist.
00:28:24: Aber im Brandenland Brandenburg wird ordentliche Arbeit in der Hinsicht gemacht plus viele andere.
00:28:29: Wir hoffen darauf dass wir auch dadurch Fachkräfte ersetzen können.
00:28:33: Die Verhandlungen im mehrjährigen Finanzrahmen laufen jetzt erst richtig los.
00:28:39: Worauf sollten Brandenburgs Aksteure dabei achten?
00:28:44: In den künftigen Monaten?
00:28:46: Also ich habe erstmal einen grundsätzlich guten Eindruck, auch aufgrund des Positionspapiers was da formuliert wurde.
00:28:51: Das sind die Punkte die ich auch ähnlich sehe.
00:28:53: also vor allen Dingen muss die U und da müsste Brandenburg dran setzen aber ich glaube das wird auch gemacht auf die föderale Struktur Deutschlands hinweisen.
00:29:01: Zum einen ist es ja anders als andere Länder, man muss sozusagen die regionalen Besonderheiten im Blick nehmen von der EU-Kommission.
00:29:07: Man kann nicht sagen, das ist überall gleich.
00:29:09: Brandenburg ist das größte Flächen dann in Ostdeutschland und die regionale Vielfalt – ich habe benutzt das Wort wieder – ist eben auch in Deutschland ausgeprägt.
00:29:18: und eine gewisse Flexibilisierung bei diesen Partnerschaftsplänen reinnehmen und das natürlich dann kommunizieren auf europäischer Ebene Akteure, mit denen man gemeinsam die Verhandlungen geht suchen.
00:29:32: Bei der Rückmeldung zu dem Vorschlag der Kommission bin ich ganz sicher da gibt es einige, die ein bisschen Druck machen werden.
00:29:38: Wir wären geeigneter Partner.
00:29:40: Polen mit seinen Woj-Wotschaften?
00:29:43: Das ist wirklich viele wenn man hier regionale Ebenen nimmt!
00:29:46: Und das war ja schon lange ein Ziel eine Europa der Regionen zu schaffen und nicht den nationalen Vaterländern.
00:29:54: Was wäre denn aus Ihrer Sicht ein gutes Ergebnis für den mehrjährigen Finanzrahmen auf Brandenburg runtergebrochen?
00:30:04: Flexibilisierung wäre ein guter
00:30:06: Punkt.
00:30:07: Dieses großen Topfes?
00:30:09: Auf jeden Fall, dieses Topfess aber auch nicht in jedem Land gleichverwaltet wird oder bearbeitet wird sondern... dass wir da unterschiedliche Herangehensweisen haben, dass die Regionen auch mitgestalten können letztlich.
00:30:20: Das ist das Entscheidende glaube ich weil aktuell ist es zu wenig was die Mitgestaltung angeht.
00:30:26: Ich glaube die Kommission fürchtet wieder, dass dadurch Ineffizienz entsteht und Effektivität wenn man mehrere Schleifen dreht aber am Ende ist es so wie es angedacht ist zu wenig.
00:30:36: also da muss noch mehr Wottem ab Partizipationen von den Regionen kommen.
00:30:42: Die EU soll gleichzeitig mehr für Verteidigung, Wettbewerbsfähigkeit, Klimaschutz, Migration, Digitalisierung und die Ukraine leisten.
00:30:52: Und sie soll immer mehr Aufgaben übernehmen – aber die Mitgliedsstaaten streiten über jeden zusätzlichen Euro.
00:31:00: Denken Sie, Herr Ulrich!
00:31:03: Ein Haushalt ein mehrjähriger Finanzrahmen könnte diesen Spagat überhaupt leisten?
00:31:10: Das zeigt einfach die große Diskussion, die wir eigentlich in den letzten Jahrzehnten immer in der europäischen Union hatten.
00:31:15: Es gibt immer die Frage wie sollte die Union ausgestaltet sein?
00:31:18: Wir haben über das Europa-der-Region auf der einen Seite gesprochen und dass was viele rechtspopulistische Parteien gern hätten ist Europa der Vaterländer.
00:31:27: Viele wollen sozusagen ein gemeinsames Wirtschaftsraum zurück, das sind ja Europa der Vaterländer.
00:31:32: Und es gibt aber das Konzept Europa erst richtig leben können, wenn wir in Europa der Region haben.
00:31:37: Und ich finde das haben wir immer zum Beispiel man sieht es am europäischen Parlament.
00:31:42: Das wurde auch gestärkt mit dem Lissabon-Vertrag um die Nationen so ein bisschen auch im Zaum zu halten.
00:31:47: Anfang Strichen und das geht immer in alle Richtungen auch bei der Förderpolitik.
00:31:51: jetzt geht's wieder mehr in die Richtung der effektiven Union.
00:31:55: dass man schneller ist auch mit den Nationalstaaten nicht so viel Governance hat habe ich eine Eindruck und das wird wahrscheinlich die Zukunft bringen.
00:32:02: also wir werden weiter an Europa haben, wo Renationalisierungsprozesse beobachten sind.
00:32:07: Aber wir werden weiter den Spagat sehen dass Europa dennoch in manchen Bereichen sinnvoll agieren muss.
00:32:15: das finden auch die Zukunftsthemen die leider auch Sicherheit, wirtschaftliche Stärke, Digitalisierung alles was mit Resilienz zu tun hat.
00:32:24: da wo Europa sinnvoll gemeinsam agieren kann, da wird es auch gestärkt.
00:32:28: Und das ist sozusagen die Zukunftspognose von mir Richtung EU und auch Brandenburg.
00:32:33: letztlich dann in diesem mehrebenen System.
00:32:35: Wenn so viele Länder in ihren Regierungen schon zu einem Europa der Vaterländer neigen Warum wäre das eigentlich so schädlich für unser jetziges Europa Herr Ulrich?
00:32:50: Naja, Die Idee von Europa ist ja ursprünglich ein ein Friedensprojekt, was auf wirtschaftlicher Kooperation beruht.
00:32:59: Das ist die Idee von Europa und wenn man sozusagen wissenschaftlich integrationstheoretisch begründet ist es halt so eine funktionalistische Ansatz.
00:33:09: Man kooperiert in einem Bereich zusammen das ist die wirtschaftliche Kooperation im Bereich.
00:33:13: dann gibt es sozusagen Spillover Effekte in anderen Bereichen und so entsteht europäische Integrationsschaffung subranationaler Institutionen.
00:33:22: aber wenn wir jetzt immer mehr zurückgehen immer mehr auf Renationalisierung, auf national stärkt.
00:33:29: dann ist die Idee eines gemeinsamen Marktes oder sagen wir mal der Kooperation wird ja immer mehr angeschnitten an verschiedenen Bereichen.
00:33:38: Wie gesagt viele sind natürlich interessiert an wirtschaftlicher Zusammenarbeit auch international.
00:33:43: aber wenn man das jetzt so protectionistisch sieht wie es ein gewisser Herr Trump in den USA hätte und dass dieses Modell auf Europa übertragen würde würde ja quasi das Wohlfahrtsmodell Europas immer mehr gefährdet und auch das Projekt Europas der EU.
00:33:58: Und insofern sind die Folgen jetzt vielleicht nicht direkt zu beziffern oder irgendwie zu quantifizieren, aber irgendwie sozusagen den grundfesten Europas wird bröckelt dann einfach.
00:34:08: Und ob das Haus dann zusammenbericht oder einfach nur in einem schlechten Zustand da bleibt, das wird die Zukunft zeigen.
00:34:15: Historisch
00:34:15: betrachtet ist es aber ein Backlash wieder eigentlich... regelmäßig vorkommt.
00:34:22: Also das haben wir nur in den vergangenen Jahrhunderten nicht so gemerkt, weil immer ein Krieg kam.
00:34:28: jetzt haben wir einen riesen Friedensprojekt und die Leute scheinen nicht mehr dran zu glauben dass es wirklich der Grund für diesen Frieden Europa ist.
00:34:38: Und wenn man sie also nun mal in den Abgrund schauen ließe daran glauben Sie nicht.
00:34:43: Also ich glaube, was viele erkannt haben.
00:34:45: Es gab eine Erhöhung der Zustimmungswerte zur eigenen Regierung zur Europäischen Union.
00:34:49: nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine Anfang im Jahr ist es schon gemerkt.
00:34:54: Das nehmen viele für selbstverständlich hin.
00:34:56: Aber das muss man ja auch sehen, dass es jetzt ein relativ langer Zeitraum ist innerhalb der Europäischen Union, dass man in Frieden und Kooperation zusammenlebt und eine Einheit letztendlich doch bildet – auch wenn wir in Europa nicht mehr alle mit einer Stimme sprechen?
00:35:11: Man sieht es ja auch in den Ratsentscheidungen, dass nicht immer siebenundzwanzig Länder immer einer Meinung sind!
00:35:17: und das macht Europa auch manchmal ein bisschen handlungsunfähig, aber letztlich die Grundinteressen in Europa sind die gleichen denke ich.
00:35:25: Also im zentraler Punkt dieser Reform ist dass die Kommission die Vorderpolitik stark an Reformen oder nationale Pläne koppeln möchte.
00:35:34: bedeutet es also jetzt weniger- oder mehrgestaltungsspielraum?
00:35:43: Das wird die Zukunft zeigen, so heißt das.
00:35:47: Es ist noch nicht ganz absehbar wie das jetzt nun alles passieren wird oder umzusetzen wird.
00:35:53: also es wird erst mal der Rahmen gesetzt und das ist ja beim MFF also mehreren Financial Multiannual Financial Framework den Mehrjährigen Finanzrahmen auch ähnlich.
00:36:02: Das ist ja noch kein fester Haushalt sondern als die Prioritätensetzung der nächsten sieben Jahre.
00:36:08: Das macht übrigens den MFF auch doch relativ interessant weil man Ja so eine Agenda vorsetzt, wofür Geld ausgegeben werden soll für die nächsten sieben Jahre.
00:36:17: Das ist vielleicht interessanter als irgendwelchen normalen Haushaltsplanung und da wird sich über die Zeit zeigen wie es dann ausgestaltet wird und das wird man auch in Brandenburg sehen.
00:36:29: aber neue... Ansätze ermöglichen manchmal neue Chancen, wer weiß.
00:36:34: Welche EU-Initiative Herr Ulrich das kommt wieder vom Fontane Fragebogen wird derzeit massiv unterschätzt?
00:36:41: Ja da hätte ich eine was die European Citizen Initiative ICY oder ECI auf Deutsch abgekürzt.
00:36:49: und das ist eine Möglichkeit sich von sozusagen wirklich von unten als einem Bürgerbegehren der EU-Kommission vorzulegen.
00:36:59: Es ist denn relativ kompliziert zwar auf der einen Seite und auch nicht immer sehr erfolgreich, aber es ist wirklich eine Möglichkeit.
00:37:06: wenn man eine gewisse Anzahl in Unterschriften, ich glaube ne Million sind's also schon recht viel bei vierhundertfünfzig Millionen Einwohnern einer europäischen Union, aber auch aus sieben Ländern, ich glaub das ist eher realistisch als die eine Million Unterschriften zu einem wichtigen Thema sammelt dass dann vorliegt muss die Kommission sich damit beschäftigen.
00:37:24: Das wurde jetzt noch nicht so häufig gemacht, am Anfang hat es auch nicht geklappt immer aber mittlerweile sind die sozusagen Möglichkeit sich vorzeitig zu informieren ob das denn überhaupt passt im rechtlichen Rahmen sich bewegt möglich sodass man eine Vorabprüfung machen kann und dass ist ne unterschätzte Möglichkeit sich in der Europäischen Union zu beteiligen denke ich.
00:37:41: Können Sie dafür vielleicht ein Beispiel nennen?
00:37:43: Ein Beispiel einer ersten Initiative war Ride to Mortar.
00:37:47: Also die Möglichkeit, dass es sozusagen recht am Wasser gibt.
00:37:51: Das kennt man aus einigen Ländern, Südamerikas zum Beispiel und das wurde dann hier auch in Europa vertragen und das war der erste.
00:38:01: Und es gibt eine Website wo man alles nachgucken kann, ICY.
00:38:04: Da sind alle Vorschläge, die bisher zusammengetragen worden sind vorgelegt worden sind.
00:38:09: Ging
00:38:09: es da um das Recht auf Trinkwasser, den Zugang zu sauberen Trinkwassern?
00:38:13: Genau.
00:38:13: Worin sind Sie denn jetzt eigentlich mal optimistischer als man nach Lage der Dinge sein könnte?
00:38:19: Herr Ulrich
00:38:20: Ich bin sehr zuversichtlich generell.
00:38:22: ich bin ein optimistisch Mensch und glaube dass wir natürlich eine Zeit haben wo... Wir haben viele Krisen im Griff der Polikrise, aber einige der gravierendsten Krisen aktuell gegenwärtig sind auch Kriege.
00:38:37: Ich bin zuversichtlich dass diese auch enden werden und hoffe darauf ich hoffe darauf das die Leute in Europa zu schätzen wissen was europa wert ist.
00:38:47: also nicht nur dass man so schnell Urlaub machen kann in tollen Ländern in Europa das viele Bekanntschaften haben.
00:38:54: Ich glaube, dass sich bei vielen Punkten auch wenn wir sehr unterschiedlich sind und wie er uns über alles mögliche streiten aktuell doch viel gemeinschaftliche Verständnis beruht.
00:39:06: Sicherlich gibt es Konflikte, das haben sie an Anmoderation ja auch gesagt und das ist ein Punkt wo ich natürlich schon nochmal referenzieren muss zu einem Punkt den ich davor gesagt habe, dass die EU-Länder häufig einer Meinung sind.
00:39:15: man sieht es ja am Beispiel in einer Ostkonflikt also eben nicht so.
00:39:18: da gibt es sehr unterschiedliche Positionen aber bei vielen anderen Fragen ist man sich häufig eine Meinung Zukunftsfragen.
00:39:23: Man will gut leben, wir wollen friedlich leben und das ist das Entscheidende und ich glaube da sind viele der gleichen Ansicht und ich bin zuversichtlich dass das auch wieder kommen wird.
00:39:33: Wo
00:39:33: sehen Sie denn die größte Chance für einen Neuanfang?
00:39:36: Ich
00:39:37: sehe die größten Chance vor einem Neuanfang vor allen Dingen nach dem großen Krieg in Europa, in der Ukraine der jetzt wirklich auch schon seit über vier Jahren anhält, was sehr dramatisch ist und tragisch.
00:39:49: Und dass da ein Neuanfang besteht also zwischen den Ländern natürlich aber das ist ja unmittelbare Nachbarschaft eigentlich nicht weit von uns in Brandenburg, dass da auch neue Möglichkeiten anbestehen.
00:40:01: Bitte vervollständigen Sie zum Schluss noch diesen einen Satz, Herr Ulrich.
00:40:06: Europa wird stärker sein wenn wir
00:40:09: alle zusammenarbeiten und Vielfalt zur Einheit
00:40:13: wird.
00:40:13: Besten Dank dafür, Herr Ullrich!
00:40:15: Vielen herzlichen Dank, dass ich teilnehmen durfte und das Gespräch mit Ihren Führen durfte.
00:40:19: Danke!
00:40:20: Also auch dafür besten Dank und Ihnen liebe Hörerinnen und Hörern danke ich fürs Einschalten außerdem der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung die diesen
00:40:29: Podcast
00:40:30: mit finanziert.
00:40:31: Darüber freue ich mich sehr, wenn Sie sich aufreuen dass wir funken dann bewerten sie uns doch positiv!
00:40:36: Ich freue mich bei ganz viele Sterne.
00:40:38: das hilft uns beider Sichtbarkeit.
00:40:41: in zwei Wochen hören wir uns wieder mit Johannes Funkel dem agrarpolitischen Sprecher der SPD-Fraktion im Brandenburger Landtag.
00:40:52: auch da wird es um den Haushalt gehen.
00:40:54: bis bald sagt Stephanie Schuster tschüss.
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