Geflüchtete Frauen auf dem Weg zum Arbeitsmarkt
Shownotes
FREE unterstützt Frauen mit Flucht- oder Migrationserfahrung in Brandenburg dabei, ihre beruflichen Kompetenzen zu erkennen und konkrete Perspektiven für Ausbildung, Qualifizierung und Beschäftigung zu entwickeln.
Die Beratung ist individuell und orientiert sich an der jeweiligen Lebenssituation und den beruflichen Zielen der Teilnehmerinnen. Dazu gehören unter anderem Kompetenzanalyse, berufliche Orientierung, Unterstützung bei Bewerbungen sowie die Suche nach geeigneten Qualifizierungs- und Arbeitsmöglichkeiten.
Das Projekt wird von der BBAG – Bildung, Begegnung, Austausch – gemeinsam e.V. umgesetzt und im Rahmen des Programms MY TURN – Frauen mit Migrationserfahrung starten durch durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert.
Kontakt zu FREE
📍 Potsdam: Schulstraße 8b, 14482 Potsdam 📧 Melanie Buschow: m.buschow@bbag-ev.de ☎️ 0331 200936203
Danke!
Diese Folge von „Brandenburg talks EU: Krass europäisch!“ wurde mit Mitteln der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung gefördert.
Vielen Dank für die Unterstützung! Der Podcast ist ein Projekt des Europa-Zentrums Potsdam der BBAG e.V. und wird von Stefanie Schuster / Mitten in Medien realisiert.
Transkript anzeigen
00:00:00: Wir sehen natürlich alle den demografischen Wandel, wir sehen das uns hier in Brandenburg-Nachwuchs fehlt.
00:00:05: Gleichzeitig sind viele neue Menschen ja angekommen und möchten sich einbringen und diese Förderrichtlinie ermöglicht Trägern... Menschen zu unterstützen, die hier drin gebraucht werden.
00:00:17: Und es hilft natürlich der Region weil es ist nicht nur ein Erfolg für die Frau wenn sie hier einen Job findet oder eine Ausbildung macht.
00:00:24: Es ist ein Gewinn für Unternehmen Ein Gewinn fürs gesamte Netzwerk und vor allem für die Gesellschaft und für die Region.
00:00:35: Manchmal ist das ein interessantes Gedankenspiel.
00:00:39: Wie wäre es wohl in einem fremden Land?
00:00:42: ganz von vorne zu beginnen.
00:00:44: Alles zurückzulassen, was belastet und stört die Pflanze und die Katze zu verschränken den Schlüssel in der Wohnungstür stecken zu lassen und ganz und gar
00:00:53: neu
00:00:53: anzufangen.
00:00:54: alles auf Anfang.
00:00:57: hunderttausende Menschen.
00:00:58: Sie tun das jedes Jahr.
00:01:00: Aus aller Welt kommen sie nach Europa, ihren gelobten Land auf der Flucht vor Armut, Vertreibung und Verfolgung nicht
00:01:08: erklärten
00:01:09: Kriegen.
00:01:09: Viele kommen mit nichts als dem Mut der Verzweiflung.
00:01:12: Die Starken gehen voran, bahnen sich so oder so ihren Weg.
00:01:15: Und ziemlich weit hinter ihnen kommen die Frauen ganz hinten die Mütter.
00:01:21: Sie haben schon meist in den Herkunftsländern
00:01:23: wenig
00:01:24: Rechte noch weniger Bildungschancen keinen Beruf.
00:01:29: Sie tragen meist die Last der Familie, die zerbricht wenn sie nicht zusammenhalten.
00:01:33: dazu die Kinder und die Verantwortung dafür dass alle irgendwie
00:01:37: durchkommen.
00:01:40: heute fahre ich nach Brandenburg an der Havel um mit Melanie Buschow darüber zu reden wie man jene Frauen den Lohn- und Brot bringt die aus anderen als aus Karriere gründen nach Deutschland kommen Und was Europa damit zu tun hat.
00:01:55: Spoiler eine ganze Menge.
00:01:58: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Brandenburg Talks Egen krass europäisch, dem Podcast des Europacentrums Potsdam.
00:02:06: Mein Name ist Stefanie Schuster und ich freue mich, dass Sie eingeschaltet haben!
00:02:14: Ende im Jahr zweitausendfünfundzwanzig lebten etwa hundertachtundachzigtausend Menschen ohne deutschen Pass in Brandenburger.
00:02:23: Einen Fünfzig Prozent von ihnen Mädchen und Frauen.
00:02:27: Die meisten von ihnen kommen aus der Ukraine, aus Polen und Syrien.
00:02:32: Und viele von denen die in Brandenburg an der Havel Zuflucht gefunden haben landen früher oder später wenn sie Glück
00:02:39: haben
00:02:40: bei Melanie Buschow und ihren Kolleginnen im Büro bei Free.
00:02:47: Ich stehe vor einem Eckhaus in der Perfektion.
00:02:51: Es ist nicht viel los auf den geplasterten Straßen.
00:02:54: Große Schaufenster geben den Blick frei, auf Tische und Stühle im Innenraum.
00:03:05: Guten Tag!
00:03:07: Wie schön, dass du zu deinem Test bist.
00:03:09: Wir sind alle wahnsinnig nervös.
00:03:10: Ja, wirklich schon?
00:03:12: Jetzt schon, schon seit Tagen.
00:03:16: Ich habe mich zum Segen gegeben.
00:03:18: Ja gut.
00:03:19: Soll so.
00:03:20: Hallo Nelly.
00:03:21: Freut
00:03:21: mich Stefan.
00:03:22: Schön, dass ihr Zeit habt.
00:03:23: Melanie Buschow ist die Projektleiterin von Free.
00:03:27: Frauen ressourcen erkennen und einbringen, so heißt das Projekt aufgeschlüsselt.
00:03:34: Hier
00:03:35: mit Menschen wie ihr kann die EU zeigen was sie drauf hat.
00:03:39: In diesem Falle ist es Zukunftsgestaltung Denn Europa wird älter Immer mehr Menschen gehen in Rente und immer weniger junge Menschen rücken nach.
00:03:49: Laut IHK-Umfragen ist der Fachkräftemangel auf allen Ebenen die größte Sorge, der Unternehmerinnen und Unternehmer in Brandenburg – und zwar in allen Bereichen!
00:04:02: Am größten jedoch ist er den schlecht bezahlten Knochenjobs, in der Pflege und in anderen Gesundheitsberufen aber auch in den Bereichen Erziehung und
00:04:12: Bildung.".
00:04:13: im Handwerk, in den IT-Berufen.
00:04:16: In der Logistik und der
00:04:18: Gastronomie.".
00:04:20: Es geht hier also nicht nur um Hilfe für diejenigen, die vor einem Krieg von zu Hause flüchten sondern auch um die Zukunft unserer Wirtschaft!
00:04:29: Schon heute arbeiten einhundertundzwanzigtausend Menschen ohne deutschen Pass regelmäßig in Brandenburg.
00:04:37: Da sind zwölf Komma sieben Prozent aller Beschäftigten.
00:04:41: Innerhalb von vier Jahren kamen rund forty-tausend Beschäftigte hinzu.
00:04:47: Jetzt schon helfen sie, den demografischen Rückgang deutscher Erwerbstätiger auszugleichen.
00:04:53: Ich werfe mal ein paar Sachen ab.
00:04:55: Wo möchten wir uns hinsetzen?
00:04:57: Sie haben da drüben einen Raum und wir haben hier ein Tisch an
00:04:59: dem wir sitzen können.
00:05:00: Da haben wir auch einen Tisch!
00:05:02: Gleich hinter der Tür ist eine riesige kuschelige sehr aufgeräumte Kinderspielecke Daneben eine große Pinwand, darauf etliche Jobangebote.
00:05:13: Wir gehen zur Sitzecke in der Teeküche – auch hier stehen Kinderbücher im Regal, Couches laden zum gemütlichen Gespräch ein!
00:05:22: Melanie, vielen Dank, dass du Zeit für mich hast.
00:05:24: Schön, dass Du heute bei uns bist, Stefanie.
00:05:27: Danke schön.
00:05:28: Du bist aber nicht alleine?
00:05:29: Du hast dir deine Kollegin zu Hilfe gebeten und das ist Allerbar.
00:05:33: sei Hallo aller.
00:05:35: Und eine weitere Dame wartet hier auf mich, das ist Darina Babanawa.
00:05:41: Stimmt's?
00:05:42: Ja!
00:05:42: Melanie du bist die Chefin des Projektes hier.
00:05:47: Sag mal wofür steht denn jetzt eigentlich Free?
00:05:49: Free steht für Frauen Ressourcen erkennen und einbringen und genau das ist es was wir hier machen.
00:05:56: Wir beraten und begleiten Frauen die in Arbeit- und Ausbildung möchten Die unabhängig sein wollen und ihren eigenen Weg gehen wollen.
00:06:03: Unabhängig hatte ich ganz vergessen.
00:06:05: Na klar, die kommen in Familienverbänden und dann landen sie hier in Strukturen... Die erstens diesen Familienverband gar nicht mehr so doll findet und der meistens auch nicht mehr funktioniert!
00:06:17: Wie genau unterstützt ihr diese Frauen?
00:06:21: Das ist ganz unterschiedlich von Person zu Person.
00:06:25: Die Frauen kommt zuallererst zu uns, sagen uns was sie machen möchten.
00:06:29: wir schauen dann was sie mitbringen was ihre Ziele sind und dann gestalten wir den Weg dorthin gemeinsam.
00:06:35: Wie groß ist eigentlich der Kreis an Frauen, den ihr hier in Brandenburg an der Havel vielleicht sogar in Potsdam noch mit erreichen wollt?
00:06:44: Denn dort macht ja auch diese Beratung manchmal oder?
00:06:47: Genau!
00:06:47: Wir haben auch ein zweites Büro in Portsdam-Babelsberg.
00:06:50: da passierte genau das Gleiche wie hier in diesem Büro.
00:06:54: Es ist relativ schwierig zu sagen wie viele Frauen wir erreichen.
00:06:57: es sind wahnsinnig viele Die aber kommen und gehen.
00:07:00: Man kommt ins Projekt, man wird beraten... ...und wenn man dann Arbeit oder Ausbildung gefunden hat, verlässt man das Projekt auch wieder!
00:07:07: Und insgesamt, ich kann es schon mal sagen, sollten wir in der gesamten Projektlaufzeit ca.
00:07:12: sixhundert Frauen erreichen.
00:07:13: Wie lange
00:07:14: läuft denn das Projekt?
00:07:15: Das Projekt begann im Oktober-Zweißen-Zweihundzwanzig und wird im Dezember-Zwoißnachtundzwanzig enden.
00:07:21: Ah, dann habt ihr schon gut die Hälfte hinter euch gebracht und du weißt schon was jetzt
00:07:25: kommt?!
00:07:25: Jetzt will ich wissen wie läuft's denn so?
00:07:28: Es läuft sehr gut, es läuft deswegen sehr gut weil die Frauen in Brandenburg und in Potsdam festgestellt haben dass wir ein sicherer Ort sind an dem man Unterstützung bekommt.
00:07:37: An dem man viel Wertschätzung erfährt.
00:07:39: An den man eigentlich alles erzählen kann und dann gemeinsam eine Strategie ein Weg erarbeitet wird um die eigenen Ziele zu erreichen.
00:07:49: Die ersten dreihundert Frauen wurden erreicht und knapp die Hälfte davon in Arbeit Ausbildung oder Qualifizierung gebracht.
00:07:54: Ihr gehört ja zur BB AG Zu der gehört ja witzigerweise auch das Europa-Zentrum, für dass ich diese Podcastreihe mache.
00:08:03: Wofür steht die BB AG?
00:08:05: Die BB AG ist Projektträgerin und hat sehr viel Erfahrung mit Arbeitsmarktprojekten.
00:08:11: BB AG bedeutet Bildung Begegnung und Austausch.
00:08:14: Das ist auch ziemlich genau das was wir hier in dem Projekt machen nur halt nochmal mit einem Fokus auf die Arbeitsmarktintegration.
00:08:20: Und es gibt ja auch sehr viele Sprachkurse in der Baby AG.
00:08:24: Ist das irgendwie auch daraus entstanden?
00:08:27: Denn es sind ja auch viele migrantische Menschen zu euch gekommen zur Baby AG, um dort die deutsche Sprache vor allem zu lernen oder?
00:08:36: Genau!
00:08:36: Die Baby AG ist ein sehr Bekannter Sprachkostträger, macht Integrationskose für geflüchtete Menschen.
00:08:44: Es gibt Berufssprachkose!
00:08:46: Es gibt aber auch Erwachsenenbildung und man kann sehr viele Sprachen bei uns erlernen.
00:08:50: das heißt wir sind ein offener Ort für alle.
00:08:52: Das Projekt wurde konzipiert und beantragt.
00:08:54: bevor ich hier war nämlich so im Juni-Zweitausend zwanzig war die Antragstellung abgeschlossen Und als es dann an die Personalplanung ging habe Ich mich mit beworben und bin seit Anfang dreiundzwanzig dabei.
00:09:07: Wir haben bei der Projektantrag Stellung für die erste Förderphase knapp dreihundert Frauen geplant, haben aber mehr Frauen erreicht als geplant.
00:09:16: Das heißt ihr musstet auch Stunden aufstocken oder schneller reden?
00:09:19: Wir haben ein bisschen schneller geredet.
00:09:21: wir haben keine Stunden aufgestockt.
00:09:23: Anpassungen sind manchmal ein bisschen schwierig haben dann aber für die zweite Projektphase mehr Personal geplant.
00:09:29: Sehr cool und so kommt auch alle ins Spiel stimmt's Melanie?
00:09:33: ist es ja ein Europa-Projekt.
00:09:35: Wie spielt eigentlich Europa damit rein?
00:09:38: Welches Interesse hat die Europäische Union bei der Integration auch der Nicht-EU-Bürgerinnen zu helfen?
00:09:46: Die
00:09:46: EU finanziert dieses Projekt größtenteils über den ESF+.
00:09:51: Der Europäische Sozialfonds stellt Gelder zur Verfügung, um soziale Gerechtigkeit voranzubringen.
00:09:57: Um Ausbildungsprogramme zu fördern, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden und Menschen zu helfen, die strukturell benachteiligt
00:10:05: sind.".
00:10:06: Das ist der soziale Aspekt dahinter.
00:10:09: Brandenburg ist ein Flächenland, wir haben hier in Generationen Ungleichgewicht, sage ich mal ganz offen und wertungsfrei.
00:10:18: viele junge Frauen haben das Land nach der Wende verlassen und sind nicht mehr zurückgekommen Natürlich auch, weil Frauen flexibler sind.
00:10:26: Das wirst du wahrscheinlich in deinem Projekt auch gesehen haben.
00:10:29: aber sag mal ist die Beseitigung des Fachkräftemangels.
00:10:37: Ich denke aus dem Grund wurde diese Förderrichtlinie auch konzipiert.
00:10:40: Wir sehen natürlich alle den demografischen Wandel, wir sehen das uns hier in Brandenburg-Nachwuchs fehlt.
00:10:46: Gleichzeitig sind viele neue Menschen ja angekommen und möchten sich einbringen und diese Fördersichtlinien ermöglicht Trägern... Menschen zu unterstützen, die hier dringend gebraucht werden.
00:10:58: Und es hilft natürlich der Region weil es ist nicht nur ein Erfolg für die Frau wenn sie hier einen Job findet oder eine Ausbildung macht.
00:11:04: Es ist ein Gewinn für Unternehmen, ein Gewinnt für das gesamte Netzwerk und vor allem für die Gesellschaft und für die Region.
00:11:10: Brandenburg
00:11:11: hat ja nicht überall den Ruf eine weltoffene tolerante Stadt zu sein.
00:11:17: Wie reagiert denn Brandenburger auf dieses Angebot?
00:11:20: Ich glaube die Brandenburger und Brandenborgerinnen reagieren zunehmend gut auf das Angebot.
00:11:27: Wir alle sind betroffen vom Personalausfällen, wir können nicht mit der Bahn zum Job oder es gibt manchmal mangelnde Kinderbetreuung und all diese neuen Menschen, die hier sind und sich einbringen möchten, können nur eine Unterstützung für Brandenburg sein!
00:11:42: Das ist vielleicht am Anfang nicht allen klar aber ich bin sehr optimistisch dass wir dahin kommen, dass die Vorteile einfach erkannt werden.
00:11:50: Im Prinzip gehörst du ja eigentlich auch mit deinem Hier-Ankommen in Brandenburg an der Havel genau zu der Zielgruppe, die man hier beraten würde.
00:12:04: Ich muss mal kurz disclaimen wie man neu Deutsch so sagt Sie haben alle schon mal gehört auch in diesem Brandenburger Talks EU Podcast und zwar hatte ich mit aller voll viel Spaß auf unserer ersten Brüsselreise.
00:12:20: Und wer sich noch erinnert an dieses Gespräch über die Zukunft des Flüchtlingsabkommens im EU-Parlament und an die Dame, die mit diesem alten steinalten zerschossenen Krankenwagen vorm EU-Parlament stand?
00:12:40: Also da war aller auch schon dabei.
00:12:43: Und angegriffen damals!
00:12:47: angekommen hier in einem Jobprojekt.
00:12:50: Ich möchte nochmal wissen, wie bist du jetzt eigentlich hier in Brandenburg an der Havel gelandet?
00:13:16: Überleben mit meiner Tochter und meine Mutter.
00:13:20: Nach drei Wochen, wir sind hier gekommen.
00:13:24: Wir haben bei meinen Freunden zuerst gewohnt Und es ist schon seit vier Jahren, bin ich in Brandenburg.
00:13:31: Wie war das Ankommen für dich?
00:13:33: Es war alles plötzlich für uns.
00:13:36: Wir haben nicht geplant.
00:13:39: Zuerst dachten wir, dass wir bleiben in der Ukraine statt Vinica.
00:13:44: Dann hat meinen Papa mich gebietet, das Land zu verlassen.
00:13:50: Weil er hatte große Angst vor mir und meine Tochter wahrscheinlich von meiner Mutter auch.
00:13:57: Zuerst es war alles unklar.
00:13:59: Unsere Freunde haben uns geholfen unterstützt und haben uns zum Durchkurs angemeldet.
00:14:06: Uns wurde gesagt Es ist unkler wenn Krieg beendet.
00:14:10: probieren sie wir schauen und dann fangte ich mit durch.
00:14:15: Du
00:14:15: hast ja ein richtiges Leben zurückgelassen.
00:14:18: Du hattest eine Ausbildung als Juristin und als Immobilien-Marklerin, habe ich das richtig erinnert?
00:14:26: Fast!
00:14:26: Ich habe Jura studiert und auch Tourismus, aber wir waren alle tätig im Immobilenbereich.
00:14:32: Unsere Familie hatte einen Familienimmobilienunternehmen und da habe ich viele Jahre Erfahrung.
00:14:38: Gesammelt.
00:14:39: Wenn
00:14:39: die Frauen zu dir kommen, um sich beraten zu lassen haben sie zu dir mehr Vertrauen als zu Melanie?
00:14:49: Das würde ich nicht sagen.
00:14:51: Sprache spielt eine große Rolle.
00:14:53: Die Frauen, die zu mir kommen sprechen natürlich durch mehr oder weniger aber die, die ukrainisch- oder russisch sprechen natürlich bevorzugend zu mir zu kommen weil es mehr Vertrauens gibt und sie können mehr erzählen
00:15:10: Wie hoch ist denn der Anteil der russisch- oder ukrainischsprachigen Frauen hier aller?
00:15:16: Kannst du das benennen?
00:15:18: Sehr hoch.
00:15:19: Wirklich?
00:15:20: Ja,
00:15:21: wirklich sehr hoch!
00:15:22: Eigentlich alle die zu mir kommen und die Russischen gering sprechen möchten einen Job finden, möchten eine Ausbildung machen usw..
00:15:32: Wenn man aber doch hier im ehemaligen Osten Deutschlands ist, wo viele Menschen noch russisch in der Schule gelernt haben.
00:15:41: Ist es da leichter sie in die Unternehmen zu vermitteln?
00:15:45: Naja ja, das sind von dem Bereich.
00:15:50: In welchem Bereich ist es denn leichter und in welchem geht's?
00:15:54: möglicherweise nur ganz schwer?
00:15:56: Ganz schwer ist es beim Buchhaltung?
00:16:00: Buchhaltungen,
00:16:01: alles was wir zahlen und mit diesem Buchhaltungswesen zusammenhängt weil man da andere Gesetze auch beachten muss.
00:16:09: Alles klar verstehe ich sofort!
00:16:10: Ja und gleich das ist natürlich im Bereich Erziehungs so sehe ich das und in den Medizinerbereich auch Lieferung.
00:16:20: Ah, und das hängt wieder mit einem anderen Punkt zusammen.
00:16:23: Da drehe ich mich wieder zu Melanie zurück!
00:16:25: Da geht es um Kompetenzen, um die Anerkennung von beruflichen Kompetensen – und ehrlich, ich hätte gedacht, dass ist eines der schwersten Dinge weil ich just erst gehört
00:16:37: habe,
00:16:38: dass die Anerkennungen von Ausbildungsberufen eigentlich immer noch zu langwierig erfolgt.
00:16:44: Genau, ich glaube daran hat sich leider nicht so viel geändert.
00:16:48: Es gibt tatsächlich und glücklicherweise Büros, die sich wirklich nur mit der Anerkennung von Abschlüssen beschäftigen.
00:16:57: Wir arbeiten auch eng mit denen zusammen – das ist die IQ-Anerkennungsberatung, die gibt es in Potsdam und jetzt auch hier in Brandenburg.
00:17:08: Inwiefern man dort Hilfe bekommen kann?
00:17:11: Wir gehen auch manchmal gemeinsam zur Anerkennung.
00:17:14: Man bekommt einen Überblick, es wird gesagt was man wie machen muss um die Anerkernung durchzuführen und wir unterstützen dann bei der praktischen Umsetzung hier in unserem Beratungsbüro.
00:17:24: Und wie sieht das genau aus?
00:17:25: diese Kompetenzen an Erkennung?
00:17:27: Die Frauen kommen mit ihren Zeugnissen, sie werden eingereicht Arbeitszeugnisse dazu.
00:17:33: Es wird geschaut, welche Fächer wurden unterrichtet?
00:17:35: Was hat man gelernt und dann wird es verglichen mit dem deutschen Abschluss.
00:17:39: Und wenn's da eine Lücke gibt, kann man nachqualifizieren einzelne Module, das gerade im medizinischen Bereich so und auch sehr wichtig.
00:17:47: Wenn das aber dem Abschluss hier in Deutschland entspricht und den Lehrinhalten, dann wird das einfach als gleichwertig anerkannt.
00:17:54: Aber es dauert!
00:17:55: Bringt mich zur nächsten Frage.
00:17:56: Habt ihr eigentlich bestimmte Unternehmen, mit denen ihr zusammenarbeitet?
00:18:01: Das wäre auf jeden Fall wünschenswert dadurch dass wir... Wir sind jetzt kein richtig kleines Projekt aber wir haben zwei Beraterin an jedem Standort und jede Frau ist sehr unterschiedlich und hat ihre eigenen Wünsche und Ideen was sie machen möchte und kann.
00:18:17: Und aus dem Grund wir haben keine richtig festen Unternehmen mit den wir zusammenarbeiten.
00:18:21: Wir wissen aber wenn jetzt eine Frau in einem bestimmten Bereich tätig sein möchte oder vielleicht auch eine Ausbildung machen möchte, dann kennen wir Schulen, können wir Unternehmen bei denen das schon möglich gemacht wurde und gut gelaufen ist.
00:18:33: Und rufen dann zuerst dort an!
00:18:35: Welche
00:18:35: sind das denn?
00:18:36: Wir arbeiten ziemlich gut mit dem Universitätsklinikum hier in Brandenburg zusammen.
00:18:40: Da geht es sowohl um Dienstleistung, aber auch wirklich den tatsächlichen medizinischen Bereich.
00:18:45: Wir arbeiten sehr gern mit der Flakowsky Berufsschule zusammen.
00:18:50: da vermitteln wir häufiger mal Ausbildung als Sozialassistentinnen oder Erzieherin hin.
00:18:56: und ja es gibt so verschiedene Bereiche.
00:18:59: da wissen wir dass wir da jemand erreichen mit dem wir gut sprechen können.
00:19:03: Wie
00:19:03: sieht es denn aus mit den Sprachenkenntnissen?
00:19:05: Wie sieht's dann überhaupt aus, mit den Aufenthaltserlaubnissen.
00:19:09: Wen könnt ihr hier beraten Melanie?
00:19:11: Tatsächlich ist das Projekt so konzipiert dass wir nur Frauen beraten dürfen die eine Aufentalserlaubnis haben also einen festen Aufentaltstitel.
00:19:20: Frauen die sich noch im Asylverfahren befinden können wir eigentlich nicht beraten.
00:19:25: Wir machen da ne kleine Beratung und verweisen an andere Stellen weiter
00:19:28: Schmerzhaft oder
00:19:30: sehr.
00:19:30: Bei uns ist es häufig so, dass die Frauen, die hier beraten werden ihre Freundin mitbringen.
00:19:34: Die Frauen fühlen sich gut unterstützt und gut aufgehoben und treffen häufig auf Menschen oder andere Frauen, denen nicht weiter geholfen wird.
00:19:42: Und dann werden sie hier mit ins Büro gebracht – das ist quasi fast unmöglich zu sagen, Entschuldigungen aber Ihnen können wir leider nicht helfen!
00:19:49: Daher geben wir unser Bestes, geben einen Weg vor, beraten Vielleicht nicht ganz so intensiv und umfangreich.
00:19:55: Und vermitteln weiter!
00:19:56: Ihr
00:19:57: habt ein ziemlich großes Netzwerk, habe ich gesehen.
00:19:59: Das steht auf eurer Homepage.
00:20:01: Wer gehört denn alles dazu?
00:20:03: Wir haben tatsächlich ein sehr großes Netzwerk, sowohl hier in Brandenburg an der Havel als auch in Potsdam.
00:20:08: Wir haben feste Kooperationspartnerinnen mit denen wir Vereinbarungen geschlossen haben dass wir uns gegenseitig unterstützen und Kontakte vermitteln und Bedarfe gemeinsam weiter leiten.
00:20:20: da gehören in erster Linie die Jobcenter dazu.
00:20:23: Das sind unsere Hauptkooperationspartner, wir haben aber auch andere Beratungsprojekte.
00:20:29: Die RAA kümmert sich um demokratische Bildung hilft Diskriminierung abzubauen und kommt überall dort zum Einsatz, wo Bedarfe gemeldet werden, dass man hier mal eine bessere Verständigung brauchen könnte.
00:20:44: Ganz wichtig ist auch die BEA – das ist die berufliche Begleitagentur.
00:20:47: Die machen eigentlich etwas sehr ähnliches wie wir nur, dass sie auf Unternehmensseite beraten.
00:20:52: Das heißt, die unterstützen Unternehmen, die Menschen mit Migrationserfahrung einstellen und helfen dann bei der interkulturellen Kompetenz begleitenen Mitarbeitenden Gespräche Und helfen einfach dabei im Kollegium Verständnis entgegenkommen und Unterstützung möglich zu machen.
00:21:11: Also
00:21:12: ein Großteil eurer Arbeitszeit wird damit draufgehen, also sich über die jeweiligen Frauen – möglicherweise, ich weiß nicht wie ihr das nennt, Fallkonferenzen auch auseinanderzusetzen und zu schauen was kann man da tun?
00:21:25: Was sind denn eigentlich die Haupthindernisse für die Frauen, die hierher kommen?
00:21:31: Allerwas denkst du!
00:21:33: Kindernisse sind, vor allem füllende Durchkenntnisse.
00:21:38: Eine Kennung von Abschlußen, füllender Kinderbetreuung Angst vor Behörde auch.
00:21:44: Das verstehe ich.
00:21:46: Meistens kommen Frauen mit vielen Problemen gleichzeitig.
00:21:51: Sind dann Männer Teil des Problems?
00:21:53: Ja ein bisschen!
00:21:55: Es ist so habe ich das Gefühl dass es gibt Frauen die Ein Luss haben, ein Kindnisse haben und Zeit zum Beispiel haben.
00:22:05: Aber Verbot zuhause haben weil manche kommen wieder und wieder und eigentlich haben wir diese ganzen Bewerbungsverfahren gemacht durchgeführt aber ist kein Erfolg.
00:22:22: irgendwo muss ein Problem sein.
00:22:24: Das sind die Männer, die ihn zu Hause den Mut wieder nehmen und sie sagen das soll so nicht sein oder?
00:22:31: Das ist nur meine Vorstellungsmeine Gedanken kann ich nicht sicher sagen.
00:22:35: Dann frage ich nochmal Melanie du steckst noch eine Weile länger drin als aller.
00:22:41: was sind deiner Erfahrungen nach die Haupthindernisse?
00:22:44: und ändern sich die Hindernisse wenn man auf die Hintergrundkulturen guckt
00:22:50: Als ich glaub, die Hauptherausforderung ist wie alles auch gesagt hat es ist einfach immer die Sprache.
00:22:56: Und selbst wenn entsprechende Zertifikate vorliegen und die Frauen können sprechen und sprechen so toll aber wenn man dann tatsächlich ins Gespräch kommt und man die Menschen nicht kennt, dann ist quasi der Kopf leer.
00:23:07: Und das was man sagen möchte, kommt nicht an obwohl man die Fähigkeit hat.
00:23:12: Das heißt man muss eigentlich kontinuierlich weitermachen.
00:23:14: Der B-II-Groß ist abgeschlossen, Zertifikat ist erlangt.
00:23:17: aber wenn man da nicht sofort weitermacht und in Arbeitausbildungen oder was auch immer geht Dann geht es wieder weg.
00:23:24: Wenn man das nicht praktisch benutzt, täglich dann verschwinden die Kenntnisse wieder und wir stehen jetzt vor der Herausforderung.
00:23:31: dass das Sprachkursangebot deutlich zurückgefahren wird ist keine schöne Entwicklung.
00:23:36: aber das heißt Frauen die jetzt wirklich kurz davor stehen in Arbeit zu kommen und vielleicht noch eine kleine Auffrischung bräuchten oder das Zertifikat doch noch abschließen wollen haben gerade keine Möglichkeit dies zu tun.
00:23:45: und sowas merken wir sofort Gerade wenn man Qualifizierung oder Ähnliches machen möchte, um in einen nachhaltigen Job zu kommen.
00:23:52: Dann wird einfach ein bestimmtes Certificat verlangt und dann würden wir immer empfehlen macht es noch schnell!
00:23:58: Und dann fängst du mit der Arbeit an.
00:24:00: aber das ist einfach nicht mehr so möglich.
00:24:03: Und auch durch auf dem Boden stampfen und nochmal ans Telefon hängen und nach Berlin rüberzischen geht alles nicht?
00:24:10: Die Sprachkusträger würden natürlich zusagen, aber es gibt einen Kontingent an Stunden.
00:24:14: Und wenn das aufgebraucht ist, dann ist da eigentlich nichts mehr zu machen außer man geht in alternative Sprachangebote wie hier zum Beispiel ins Frauencafé – hier kann man sich einmal die Woche treffen und gemeinsam mit anderen Frauen praktisch Deutsch üben!
00:24:28: Aber ein Zertifikat bekommt man danach nicht.
00:24:30: Man kann selbstständig sich bei einer Prüfung anmelden, die durchführen und hat danach das Zertifikat, aber in aller Regel ist es wahnsinnig wichtig den Kost davor noch mal zu besuchen, dass man sich nochmal auf eine Prüfungen vorbereitet weiß gar was kommt dran und Lernstrategien wie man das schaffen kann ohne zu aufgeregt zu sein.
00:24:47: In aller Regel empfiehlt sich schon einen Kostzumachen
00:24:49: vorher.".
00:24:50: Uns
00:24:50: gegenüber sitzt während dieser ganzen Zeit eine zierliche junge Ukrainerin Darina Babanova Eine Informatikerin, die ihr Studium mitten im Krieg per Fahron-Universität zu Ende bringen musste.
00:25:05: Sie hat sich hier bereits beraten lassen.
00:25:07: von Melanie und Aller.
00:25:09: Mehr als achttausend neunhundert Ukrainerinnen in Ukraine waren Ende zweitausendfünfundzwanzig in Brandenburg beschäftigt, davon etwa siebentausendsechsundert Sozialversicherungspflichtig.
00:25:22: Fast zweihundert Auszubildende darunter und eintausendeinhundertsechtzig geringfügig Beschäftigte.
00:25:30: Darina?
00:25:30: Ja ich ... Ich bin nach Deutschland seit vier Jahren gekommen und seit ungefähr halbes Jahr zum Projekt Free beworben, weil ich habe von meinen verwandten Freunden erhalte die Information, dass sie können berufliche Unterstützung machen.
00:25:48: Wo kommst du her?
00:25:49: Und wie alt bist Du?
00:25:51: Ich komme aus der Ukraine aus Stadt Harke und ich bin schon dreiundzwanzig Jahre alt und habe schon eine Familie und einen Sohn hier
00:26:01: Mit dreiundzwanzig Jahren, du bist eine junge Frau die auch in der Wissensgesellschaft aufgewachsen ist.
00:26:08: Hast Du auch eine Berufsausbildung mitgebracht aus der Ukraine?
00:26:12: Ich habe in der Ukraine seit Jahr zwei tausend zwanzig studiert und im Dezember fünfundzwantig habe ich Master erhalten.
00:26:21: aber das habe ich alles online gemacht.
00:26:23: Echt?!
00:26:24: In welchem Fach denn?
00:26:25: Im Software entwickeln!
00:26:27: Und dann bist du hier, müssten die nicht davor der Tür Schlange stehen und dich fragen.
00:26:33: Kannst du bitte für uns arbeiten?
00:26:35: Ja natürlich!
00:26:39: Ich bin jetzt auf der Suche nach einer neuen Arbeit.
00:26:42: Aber du hast ja genau das Richtige studiert ne?
00:26:45: Brauchst du da tatsächlich Unterstützung?
00:26:47: jetzt mal ernsthaft
00:26:48: gefragt?
00:26:49: Ja, natürlich brauche ich Unterstützung weil es schwierig ist ein neues Arbeiten zu finden.
00:26:55: Weil es gibt schon viele KI Und jeden Tag ist es schon schwieriger.
00:27:00: Ah, natürlich!
00:27:01: Selbst Apps werden mit KI-Unterstützung entwickelt ja...
00:27:05: Was
00:27:06: war für dich denn die größte Hürde im Ankommen hier?
00:27:12: Die größte Schwierigkeit, ich denke, war alles zu verlassen Zuhause Alle Freunde und ein Teil von meiner Familie.
00:27:22: Dort habe ich Freunde, Studium, Wohnung
00:27:26: Ja, das alte Leben.
00:27:28: Von Heimweh ist kaum die Rede wenn es darum geht welche Arbeiten Geflüchtete übernehmen könnten oder sollten.
00:27:35: Aller war damals als wir uns das erste Mal trafen schon ein gutes Jahr hier.
00:27:40: sie konnte ziemlich gut Deutsch doch die Ungewissheit wie lange sich hier bleiben könnte oder müsste ließ ihr den Boden unter den Füßen schwanken.
00:27:50: Ich erinnere mich noch daran aller.
00:27:52: Du hast erzählt, ihr habt das Auto voll gepackt – Mutter, Tochter, Enkelkind die Tiere und dann noch einen kleinen Koffer und ab dafür.
00:28:03: Und es war wahrscheinlich ganz genau richtig!
00:28:06: Und es ist fürchterlich schwierig alles zurückzulassen.
00:28:10: Denkst du aller dass das Heimweh die ja auch das Ankommen schwer gemacht hat, dass du lange überlegt hast ob du hier bleiben
00:28:21: kannst?
00:28:21: Das ist eine sehr schwierige Frage.
00:28:24: Sehr schwierig zu beantworten.
00:28:27: Ich versuche darüber nicht zu denken.
00:28:30: Wichtig ist kann ich so sagen wo meine Eltern werden.
00:28:34: da werde ich auch.
00:28:36: Deine Eltern sind deine Heimat und deine Tochter.
00:28:38: Meine Eltern sind hier mit mir.
00:28:40: Sie helfen, unterstützen sehr und gümmern um meine Tochter.
00:28:46: Wir sind ein großes Teil meines Rebels in sie Deutschland verlassen müssen.
00:28:52: dann muss ich auch.
00:28:54: Habt ihr keinen sicheren Aufenthalts-Titel?
00:28:56: Habt Ihr noch den Fluchtstatus wegen des Krieges?
00:28:59: Habe ich?
00:29:00: habe ich noch nicht gewachsen?
00:29:02: Es ist schwierig einfach Nicht für sich meinte ich aber es ist schwierig im Kopf das so alles zu entscheiden
00:29:10: Weil Flucht und Heimat, Verlust hier auch immer alles lämnt.
00:29:15: Man ist da wo man nie hat sein wollen.
00:29:17: Wir haben jetzt schon über die Hindernisse gesprochen, die auf die Frauen mental zu kommen.
00:29:22: Die werden alle ein bisschen heimweh haben.
00:29:25: Sie werden alle gebremst sein dadurch dass wir ein sehr formales Berufsausbildungssystem haben wo man ohne Zeugnis quasi gar nicht stattfinden kann in Unternehmen.
00:29:39: Und wir haben auch schon drüber geredet, wie mein Unternehmen ermuntert durch Telefonanrufe.
00:29:45: Aber gibt es das eigentlich auch Melanie?
00:29:48: Das Unternehmen sich an euch wenden und sagen Wir haben da noch einen Platz frei!
00:29:53: Wir wollen einer Frau eine Chance geben, die es sonst vielleicht nicht so leicht hat.
00:29:57: Kommt das
00:29:58: vor?!
00:29:59: Es kommt vor, aber eher in dem Zusammenhang.
00:30:02: Dass wenn wir Frauen begleiten vielleicht mal mitgehen zu einem Vorstellungsgespräch und daraus dann tatsächlich ein Job wird das hier uns anrufen und sagen Wenn sie noch mehr Frauen haben die in diesem Bereich gehen wollen da melden Sie sich bitte bei uns Dann machen wir es möglich.
00:30:17: Das ist ja grandios!
00:30:18: Es ist tatsächlich wieder das Universitätsklinikum Aber auch verschiedene kleine Unternehmen Die er so im Dienstleistungsbereich tätig sind.
00:30:29: Ja, das ist wirklich toll!
00:30:30: Ihr habt also tatsächlich auch schon Frauen in Jobs, in Lohn und Brot wie man so sagt vermittelt.
00:30:37: Wir haben ungefähr hundertfünfzig Frauen in Ausbildung Arbeit und Qualifizierung begleitet.
00:30:44: Waren
00:30:44: das vorwiegend junge Frauen oder auch schon so gestandene Frauen die hier erstmalig eine Ausbildung machen?
00:30:49: Beides.
00:30:50: Ich bin immer wieder ganz begeistert, wenn Frauen die jetzt vielleicht schon älter sind als zwanzig-quemundzwanzig Jahre nochmal eine Ausbildung starten, obwohl sie im Heimatland schon einen guten, guten Berufsabschluss hatten.
00:31:01: Aber tatsächlich gibt es Frauen, die sich auch mit Mitte dreißig oder vierzig Jahren noch mal in die Berufsschule setzen und wir bekommen da auch ganz positive Rückmeldungen.
00:31:11: Sie sind ganz begeistert, dass sie von ihren Mitschülern und Mitschülerinnen wirklich nett behandelt werden und gute Noten machen – immer besonders stolz!
00:31:20: Wenn diese Frauen jetzt ihren Weg hier bahnen, bauen die dann auch ein eigenes Netzwerk auf und schicken weitere Frauen zu euch?
00:31:28: Absolut!
00:31:29: Zur Arbeit im Projekt gehört natürlich auch die Teilnehmerin Akquise.
00:31:34: Aber ich muss ehrlich gestehen... Es läuft beinahe von alleine.
00:31:38: Die Frauen, die hier beraten werden sind in aller Regel sehr zufrieden und bringen weitere Frauen mit.
00:31:44: Die kommen dann manchmal auch alleine.
00:31:46: Wir fragen gerne und häufig wie die Frauen unser Projekt gefunden haben und in aller Regel sind Empfehlungen von
00:31:52: Freundinnen.".
00:31:53: Also so wird das auch bei euch gewesen sein?
00:31:56: Wahrscheinlich seid ihr befreundet, kanntet euch über die Czarkiv-Community.
00:32:00: Darin ja möchtest du mir mal erzählen Eigentlich hier so eine Kompetenzberatung oder sowas aussieht?
00:32:07: Mein Kompetent ist der Fußdeckentwickler und jetzt erwarte ich meine Ausbildung in KI.
00:32:16: Ich habe mein eigenes System aufgebaut, die kann selbst schwierige Tasks übernehmen und selbst machen.
00:32:26: Das ist meine Erfahrung!
00:32:28: Als du hier In das Projekt gekommen bist, wie sah da die Beratung aus?
00:32:33: Wie läuft so was ab?
00:32:35: Kannst du mir das schildern?
00:32:37: Wenn ich zu diesem Projekt gekommen bin habe ich mit aller kommunizierte und viele Bewerbungsangebote erhalten von sie.
00:32:49: Und auch ein Anschreiben!
00:32:53: In IT das heißt Coverletter, die sie hat selbst gestebeln und an die Bewerber geschickt.
00:32:59: Das
00:32:59: war ein Bewerbungsschreiben, dass Allah für dich verfasst hat?
00:33:03: Und du hast es an die Unternehmen geschickt bei denen du dich bewerben wolltest oder?
00:33:08: Ja und nicht nur sie hat auch selbst geschickt mit meinen CV, mit meinem Lebenslauf.
00:33:15: Und deshalb habe ich viel schneller ein Antwort von Bewerber erhalten.
00:33:20: Viele Briefe sind von KI geschrieben und geschickt.
00:33:27: Erkennst du die dann gleich?
00:33:28: Ja natürlich!
00:33:29: Sie haben die gleichen Texte... Ich habe von zwei oder drei, vier Mal für den Bewerber die gleiche Text erhalten bei E-Mail.
00:33:43: Ganz gleich!
00:33:44: Wie viele Beratungsgespräche hast du dann gehabt hier?
00:33:51: Von zweit oder dritt der Bewerbungsantreiben habe ich ein Ofe erhalten, ein Angebot von Bewerber
00:33:58: erhalten.
00:33:58: Und wo gehst du jetzt hin?
00:34:00: Ich arbeite remote und die Firma war im Kulmbach.
00:34:03: In
00:34:04: Kulmbach?!
00:34:04: Was willst Du denn da machen?
00:34:06: Ich möchte weiter in KI entwickeln und einen vielleicht in Zukunft einen Beitrag in Deutschland behörden mit KI automatisieren.
00:34:15: Herzlich willkommen.
00:34:16: Bleib hier, gehen wir irgendwo hin!
00:34:18: So Melanie gehört Darine zu den Erfolgsgeschichten?
00:34:21: Absolut.
00:34:22: Darine hat sehr schnell einen Job gefunden, brauchte glaube ich nicht so super viel Unterstützung und bringt ein Profil mit und Kompetenzen die einfach wahnsinnig wichtig in Deutschland sind.
00:34:32: Und ich glaube wir können uns alle darüber freuen dass wir Menschen dazu bekommen die uns tatsächlich voranbringen.
00:34:39: Wir haben gesehen welche Wirkung free entfalten kann, aber eins liebe Damen habe ich euch noch gar nicht verraten.
00:34:45: Dieses Mal bin ich nämlich auch mit einem Fontane-Fragebogen unterwegs von Tane weil er womöglich der bekannteste Schriftsteller Brandenburgs ist, der übrigens damals sein Geld als Kriegsreporter verdient hat.
00:35:00: Melanie welche Grenzerfahrung hast du eigentlich hier in deinem Projekt Free gemacht?
00:35:09: Für mich persönlich als Frau, die schon immer in Deutschland gelebt hat.
00:35:13: Ich bin gar nicht so vertraut mit Grenzerfahrung bevor ich in diesem Job war ne?
00:35:17: Für mich ist alles relativ einfach!
00:35:18: Ich kann überall hin... ...ich kann meine Krankenkassenkarte überall einsetzen und muss mir nicht mal Gedanken drüber machen dass ich mein Handy ausschalten muss bevor ich eine Grenze überquere.
00:35:27: Seit ich aber in der Migrationssozialarbeit mehr oder weniger tätig bin erlebe ich halt jeden Tag wie wichtig Aufenthaltsrechtliche Bedingungen sind und was für eine Rolle Grenzen auf der Welt tatsächlich spielen.
00:35:44: Na, was für mich super einfach ist... ...ist für Menschen die nicht hier in der EU wohnen wahnsinnig schwer!
00:35:51: Man vergisst manchmal zu schauen welche Vorteile uns die EU eigentlich bringt.
00:35:56: Was ist deine erste Grenzerfahrung gewesen?
00:35:58: Du bist ja so frisch hier darin mir
00:36:00: Das
00:36:01: war zuerst wie dich ein...was erwartet mich hier?
00:36:06: und für mich wichtigste war in Sicherheit.
00:36:10: Und nun ist ja eine Grenzerfahrung bestimmt auch gewesen, die Sprache zu lernen?
00:36:15: Du bist sehr jung!
00:36:17: Hast du nicht manchmal gedacht, oh Gott, wäre ich doch lieber nach England gegangen?
00:36:20: Da hätte ich die Sprach noch schneller gelernt?
00:36:23: Nein, weil Deutsch... da habe ich in der Schule gelernt und nach Deutschland bin ich gekommen, weil hatte ich schon Deutschkenntnisse.
00:36:31: Und hier habe ich nur Erweitern
00:36:34: Alarm.
00:36:34: möchtest du mir auch erzählen, was deine Grenzerfahrung war als du über die deutsche Grenze gefahren bist?
00:36:43: Außer Schmerzen wegen Zuhause.
00:36:49: Okay mein erstes Gefühl war wie leer ist der Stadt Brandenburg?
00:36:56: Ich bin auch aus Zachalkiv, aus zwei Millionen Menschen.
00:37:01: Die Berliner staunen auch immer, wie viel Platz in Brandenburg ist.
00:37:05: Genau und dann hatte ich das Gefühl, wie klein bin ich?
00:37:10: ohne Sprache konnte ich selbst einfach nichts machen.
00:37:14: Ich konnte damals gut endlich
00:37:17: sprechen.
00:37:19: Endlich hat mehr geholfen.
00:37:22: aber eigentlich bei Behörde spricht man natürlich oft durch Nicht ein Teil der Gesellschaft.
00:37:30: Ich würde mich... Ein kleines Mädchen, das nichts machen kann.
00:37:37: Wie eine Außenseiterin?
00:37:39: Ja.
00:37:39: Du bist ja auch Künstlerin!
00:37:41: Darüber haben wir gar nicht gesprochen.
00:37:43: Hättet es vielleicht geholfen wieder zu malen?
00:37:46: Nein.
00:37:47: Eigentlich habe ich wahrscheinlich zehnmal probiert etwas zum Malen aber immer konnte ich nicht.
00:37:56: Bei Malin in Grüne hatte ich immer ein gutes Wohlfühl, ein guter Laune.
00:38:04: Und jetzt wenn ich versuche etwas zu malen... Es fällt etwas... Ich kann einfach nicht... Nur ein Bild habe ich gemalt für eine meine gute Bekantin Eigentlich sie ist jetzt meine Kollegin, Frau Spender.
00:38:20: Ja, ich wollte etwas Schönes für Sie machen und das hat geklappt.
00:38:25: Aber seitdem nehme ich keinen Pinsel mehr.
00:38:29: Aber ich möchte anfangen wieder!
00:38:31: Was sollten wir jetzt hier dringend den Angriff nehmen um Europa enger zusammenzuführen?
00:38:40: Denn die migrantischen Frauen werden ja ein Teil davon sein.
00:38:44: wenn es gut läuft
00:38:46: Es gut löst wenn es einfach eine Chance gibt dass alle seine Stimmung laut sagen können.
00:38:54: Wenn wir alle zusammen einfach fangen mit Arbeit an, wenn wir alles machen zusammen und man muss die Leute Chancen geben gucken ob es klappt oder nicht um aufzuprobieren?
00:39:05: Man muss einfach anfangen!
00:39:07: Wir brauchen mehr Gelegenheit und mehr Hands-on Mentalität.
00:39:10: Handsohn Mentalität genauer.
00:39:12: Es ist so einfach.
00:39:14: Also eigentlich habe ich gedacht, als ich gefragt hab machst du wieder Kunst.
00:39:17: Dass du sagst ja und ich habe jetzt einen Punkt begonnen Kunsttherapie.
00:39:21: wir malen hier einmal die Woche zusammen weil uns das die Seele heilt.
00:39:25: Das ist aber kein Weg für dich oder?
00:39:28: Kann nicht nix für mich selbst malen Aber wenn es geht um andere zu helfen bin ich immer dabei Bin ich immer bereit
00:39:37: Auch so ein Frauending ne?
00:39:38: Ja auch besonderes für Frauen
00:39:41: Melanie, du bist jetzt schon seit einigen Jahren in dem Projekt.
00:39:45: Wo bist du eigentlich optimistischer als du das jetzt nach Lage der Dinge sein müsstest?
00:39:52: Ich bin tatsächlich schon relativ lange dabei und kann auch direkt aufgreifen was Aller sagt.
00:39:57: ich sehe dass Dinge tatsächlich angepackt werden.
00:40:02: mir ist es immer viel zu viel.
00:40:03: reden und debattieren und schauen.
00:40:05: wo sind die Gefahren?
00:40:06: was könnte passieren?
00:40:07: was sagt er oder die?
00:40:11: Wenn ich ins Netzwerk schaue, ich sehe so viele engagierte Menschen.
00:40:14: Ich seh einfach das Menschen Lust haben anzupacken und ich hoffe dass wir das einfach schaffen umzusetzen.
00:40:25: Die Lage wenn ich nach rechts und links gucke sieht gar nicht mal so optimistisch aus.
00:40:28: aber ich sehe einfach so viele Menschen die trotzdem daran glauben Einfach machen für die Gemeinschaft weniger an sich selbst sondern als das denken was passieren könnte sondern einfach mal loslegen Am allerbesten.
00:40:39: man geht auf die Website der BB AG, da sind alle Projekte hinterlegt und alle Ansprechpersonen sind zugänglich.
00:40:48: Und dann kann man an die jeweiligen E-Mail Adressen oder Telefonnummern eine Nachricht schicken und dann bekommt man sehr schnell einen Beratungstermin.
00:40:55: Eine letzte Frage habe ich noch im Fontanefrag gebogen Europa?
00:40:59: Alla wäre besser wenn
00:41:01: Wenn wir zuhören einer anderen
00:41:04: Darin.
00:41:05: ja, Europa wäre besser wenn?
00:41:06: Vielleicht, wenn die Menschen kann leichter integrieren.
00:41:10: Melanie, Europa wär besser wenn...
00:41:12: Wenn wir interessiert aneinander sind und gemeinsame Ziele verfolgen.
00:41:17: Besten Dank, die Damen!
00:41:19: Eigentlich ist mein Interview schon vorbei.
00:41:22: Melanie und Alla haben schon die nächsten Termine.
00:41:25: der Beratungsbedarfist hoch – und manchmal drängt auch die Zeit so wie heute….
00:41:47: In der Tür steht jetzt eine hochgewachsene, sportliche Frau in ihren Pfürzigen.
00:41:53: Blonder Pferdeschwanz, Jeans T-Shirt –
00:41:57: auch
00:41:57: eine Ukrainerin!
00:41:59: Sie möchte lieber anonym bleiben.
00:42:01: Aller hat sie bei Melanie angemeldet und die Akte bereitgelegt.
00:42:05: Die beiden nehmen Platz auf der Couch in der Teeküche.
00:42:10: Eigentlich könnte aller natürlich das Vorstellungsgespräch üben, aber
00:42:15: die Hürde
00:42:16: ist etwas höher wenn ich es mache weil wir uns nicht gut kennen.
00:42:19: Ja was ist denn das?
00:42:20: Wir alle haben Respekt vor Vorstellungen und deswegen üben wir schon mal wie das ist, wenn eine fast fremde Person Fragen stellt.
00:42:31: Genau!
00:42:32: Manchmal sagt mir alle noch,
00:42:33: ob ich es streng sein soll oder
00:42:35: wohlwollend.
00:42:37: Aber manchmal höre ich auch mit der Jetzt musst du richtig streng seien.
00:42:40: Wir wollen die Extremsituation üben aber strenge Vorstellungsgespräche kommen glaube ich nicht mehr häufig vor Die allervorstellenden Gespräche
00:42:50: das ich bis jetzt gehabt
00:42:52: habe war nie so anstrengt nur ich immer
00:42:57: richtig.
00:43:06: Die Besucherin ist nervös.
00:43:08: In der Ukraine hat sie vor ihrer Flucht schon als Schulpsychologin gearbeitet und jetzt hat sie ein Stellenangebot als Schulbegleiterin für ein autistisches Kind entdeckt.
00:43:18: Sie möchte mit Melanie das Vorstellungsgespräch üben.
00:43:26: oder
00:43:30: erste.
00:43:33: Ich verstehe das total gut, uns geht es ein so.
00:43:35: ich bin auch wahnsinnig aufgeregt wenn ich in einem Gespräch bin.
00:43:38: wir schaffen
00:43:39: es und sie sind so toll qualifiziert.
00:43:42: Sie sind auf jeden Fall einen Gewinn für das Unternehmen.
00:43:44: Wir üben einfach das Sprechen.
00:43:45: Meine Erfahrung war
00:43:47: in Schule Zwei Jahre in Ukraine.
00:43:50: In Schule
00:43:51: habe ich gearbeitet Als Psychologin und Sozialpädagogin.
00:43:55: da hatten.
00:44:07: Das ist sehr beeindruckend.
00:44:19: Und Sie haben sich jetzt hier bei uns beworben beim ZUB Wohnhaus.
00:44:24: Wir begleiten und betreuen Familien im Autismus-Spektrum.
00:44:28: Und wollen dafür sorgen,
00:44:30: dass alle hier
00:44:32: ein unabhängiges Leben führen können.
00:44:35: Dafür haben wir sie heute eingeladen, wenn wir suchen
00:44:38: eine Schulbegleitung
00:44:39: für eins der Kinder die hier leben.
00:44:42: Sie haben schon gesagt, dass sie in der Schule als Sozialarbeiterin gearbeitet haben hatten dort Aber noch nicht mit Kindern im Autismusspektrum zu tun, richtig?
00:44:52: Richtig.
00:44:52: Und an der Schule waren Sie für viele Kinder zuständig?
00:44:56: Ja,
00:44:56: ich war
00:44:57: einzig in der
00:44:59: ganzen Schule.
00:44:59: Für die ganze Schule?
00:45:00: Wie viele Schüler waren da und Schülerinnen?
00:45:02: Tausend
00:45:03: oder so habe ich
00:45:05: ein Unterrichtplan mit einmal
00:45:08: pro Woche zum Beispiel Fünfte-Klas und dann hatte ich auch Stunden.
00:45:14: Innerhalb dieser Stunden könnten die Schülerinnen zu mir
00:45:17: kommen und wir machen
00:45:18: in jedem Gespräch.
00:45:19: Aber natürlich könnte ich nicht ganze Schule halten, aber im Ukraine das ist Standard.
00:45:26: Das hier tatsächlich auch der Standard?
00:45:27: Ich hoffe dass es irgendwann mehr wird weil eine Schulsozialarbeiterin... für ein tausend Kinder und deren
00:45:33: Eltern
00:45:34: nicht zu vergessen.
00:45:35: Ah
00:45:35: ja,
00:45:35: mit den Eltern müssen andere Geschichten.
00:45:38: Genau!
00:45:39: Und diese andere Geschichte kommt bei uns auch ins Spiel, denn wir kümmern uns nicht nur um die Kinder, wir führen auch regelmäßig Gespräche mit den Eltern.
00:45:47: Können Sie sich vorstellen wie das aussehen würde?
00:45:50: Ja ich habe das früher gemacht.
00:45:53: Das war eine große Teil meiner Arbeit mit älteren
00:45:57: Versuchen
00:45:58: zu erklären was passiert.
00:46:01: Für die Besucherin wäre dieser kleine, nicht besonders gut bezahlte Job ein echter Neuanfang.
00:46:08: Das bedeutet ihr viel!
00:46:10: Sie hat selbst viele Stunden Deutsch gebüffelt damit sie mit ihrem zukünftigen Schützling reden und ihm helfen kann.
00:46:17: Für sie selbst wäre es ein beruflicher Neustart der ihr Geld einbringen könnte – Ein bisschen mehr Unabhängigkeit und vielleicht sogar ein Stück ihrer Profession zurückgeben Möglicherweise auch ein Teil ihres alten Lebens.
00:46:34: Wir freuen uns, dass Sie sich hier bei uns beworben haben und ich habe mir im Lebenslauf angeschaut und habe gesehen, dass sie schon sehr viele verschiedene Sachen gemacht haben – Mitarbeiterinnen, im Hotel
00:46:45: ….
00:46:46: Wenn sie ihn denn bekommt!
00:46:50: Vielleicht finden mit der Hilfe von Free gleich zwei Menschen einen Zugang zur Gesellschaft, das autistische Kind in Brandenburg und die ukrainische Schulpsychologin.
00:47:04: An dem selben Tag, an dem ich free in Brandenburg besuche, wirbt Arbeitsminister Daniel Keller in Potsdam für die nun vierzehn-Ohr-Campcenter im Lande, die unseren Zuwanderern die Integration hier erleichtern sollen um den Wohlstand zu sichern.
00:47:22: Die arbeitslosen Quote liegt derzeit bei sechs Komma sieben Prozent.
00:47:27: Und während ich zurückfahre nach Potsdam, machen Aller und Melanie weiter den hilversuchenden Mut.
00:47:34: Setzen für sie Lebensläufe- und Bewerbungsschreiben auf – und üben mit ihnen die Verben an der richtige Stelle zu setzen!
00:47:42: Und ihre beruflichen Qualifikationen in die passenden Worte zu fassen.
00:47:49: Europa besteht manchmal aus großen Verträgen.
00:47:54: An diesem Vormittag in Brandenburg an der Havel besteht es aus einem Tisch, vier Frauen und der Hoffnung auf einen Neuanfang.
00:48:03: Das war's für heute bei Brandenburger Talks EU, krasseuropäisch dem Podcast des Europacentrums Potsdam.
00:48:10: Den Link zu Free finden Sie in den Show notes – Für alle Fälle!
00:48:15: Als letztes will ich mich für heute noch bedanken bei der brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung die diesen Podcast mit finanziert.
00:48:24: Ich freue mich sehr darüber.
00:48:25: Und Ihnen, liebe Hörerinnen und Hörern.
00:48:28: – besten Dank fürs Einschalten!
00:48:30: In zwei Wochen geht es bei uns weiter mit den
00:48:33: Hartfacts und
00:48:34: dem neuen mehrjährigen Finanzrahmen der EU, der gerade überall die Gemüter erhitzt.
00:48:41: Mein Name ist Stefanie Schuster.
00:48:43: Bis bald.
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