Wie wird man Europäer?
Shownotes
Diese Folge entstand im Auftrag des Europa-Zentrums Potsdam; für die finanzielle Unterstützung danken wir der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung.
Foto: Heide Fest, (c) Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)
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00:00:00: Die EU hat eben in den letzten zehn Jahren eigentlich immer höhere Hürden aufgebaut, also zum Beispiel ich würde sagen die Hälfte unserer Studierenden aus dem Nicht-EU Ausland können rechtzeitig anfangen bei uns im Studium.
00:00:13: Sie kriegen am fünfzehnten Juli einen Studienplatz zugesichert und schaffen es nicht innerhalb der drei Monate sich ein Visum zu besorgen weil die EU oder dann die deutschen Behörden Mauern und keine Termine vergeben, dann wird nochmal geprüft.
00:00:28: Bei sowas verliert die EU wahnsinnig an Vertrauen und auch an Sympathie.
00:00:38: Jeden Morgen gehen in Frankfurt an der Oder hunderte Studierende über eine Brücke.
00:00:43: Manche kommen aus Deutschland, andere aus Polen wieder andere kommen aus dem internationalen Ausland.
00:00:50: Für sie ist die Staatsgrenze oft nur ein Weg zur Uni.
00:00:54: Aber macht Sie das schon zu Europäern?
00:00:56: Die verstehen, warum die EU mehr ist als ein gemeinsamer Markt.
00:01:01: Idealerweise eine Wertegemeinschaft und die diese Idee vielleicht sogar weiter tragen!
00:01:07: Mit genau diesen Fragen beschäftigt sich mein heutiger Gast seit mehr als fünfundzwanzig Jahren.
00:01:13: Prof.
00:01:13: Tim Beichelt lehrt Europastudien an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt oder einem Ort, an dem Europa jeden Tag ganz praktisch gelebt wird.
00:01:25: In der Doppelstadt treffen unterschiedliche Sprachen, Kulturen und Lebenswelten aufeinander.
00:01:31: Europa ist hier keine abstrakte Idee sondern Alltag!
00:01:35: Gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus aller Welt leitet Tim Beichelt außerdem das Forschungsnetzwerk While Use.
00:01:43: Dort geht es um eine Frage die aktueller kaum sein könnte Welche gemeinsamen Werte tragen Europa also eigentlich?
00:01:51: Und wie vermittelt man sie einer Generation, die frieden offene Grenzen und Freizügigkeit längst als selbstverständlich erlebt.
00:01:59: Kann man Europäer ausbilden?
00:02:02: Dazu gibt es wie immer den Fontane-Fragebogen – denn wir wollen ja nicht nur das Projekt sondern auch dem Menschen kennenlernen!
00:02:09: Und ich sage herzlich willkommen zu Brandenburg Talks EU krass europäisch, dem Podcast des Europazentrums Potsdam.
00:02:17: Mein Name ist Stefanie Schuster.
00:02:18: Ich freue mich, dass Sie eingeschaltet haben Herr Beichelt, Sie sind jetzt schon seit einem Vierteljahr hundert an der Viadrina.
00:02:29: Können sie sich noch an Ihre erste Grenzerfahrung erinnern?
00:02:33: Die erste Grenzerfahrung in Frankfurt-Oder, an die erinnere ich mich sehr gut.
00:02:38: das müsste im Jahr nineteen achtundachtzig gewesen sein.
00:02:40: da bin ich mit dem Zug von Köln über Berlin West Berlin Ost Frankfurt oder nach Moskau gefahren Und es war das erste Mal, dass ich an einer Grenze aussteigen musste.
00:02:51: Da mussten alle Passagiere den Zug verlassen und dann kamen DDR-Grenzer mit Schäferhunden und haben das Abteil und den Waggon durchsucht als ob es sozusagen ein halbes Verbrechen schon ist von dem Einland in das nächste zu fahren und die Grenze zu überschreiten.
00:03:08: Das ist auch einen Kontrast weil ich bin aufgewachsen in Westdeutschland in der Nähe von Bonn.
00:03:14: Von Bondes ist es nicht weit nach Aachen.
00:03:15: In Aachen habe ich später auch meinen Zivilienst abgeleist und also Scheng war am Anfang, und es gab noch Grenzkontrollen aber die wurden dann so im Laufe der Jahre- und Monate zunehmend aufgegeben.
00:03:29: deswegen da hab' ich immer daran schon gedacht in jungen Jahren sozusagen wie unterschiedlich Grenzerfahrung sein können und Frankfurt oder hat dabei eben eine Rolle gespielt
00:03:38: Ja, aber es war damals für den Westen auch eine erstaunliche Entscheidung in den Osten zu gehen und an die Grenze zu Polen.
00:03:46: Haben Sie das auch erlebt?
00:03:48: Ich habe schon in der Schule als fünfzehnjähriger angefangen Russisch zu lernen und hab dann ja später auch russisch studiert.
00:03:55: Anfang sogar im Hauptfach dann im Nebenfach klingt ein bisschen komisch Aber für mich war die Frage Ost oder West gar nicht leitend sondern mich hat interessiert dass es Kulturen gibt.
00:04:07: bestimmte Kulturen findet man besonders interessant und kann aber gar nicht sagen, warum.
00:04:13: Und deswegen hat mich jetzt an Russland weniger interessiert das es im Osten ist oder eigentlich noch nicht mal so stark dass es eine ganz spezielle deutsch-russische Geschichte gibt leidensvolle ja auch zu guten Teilen sondern mich hat in erster Linie dieser Kulturraum auch der geografische Raum interessiert die Idee dass da Territorien sind Länder Gedankenwelten die ich nicht so kenne Und da es ja auch noch Nord und Süd gibt, ist der Unterschied für Ost- und West.
00:04:41: Für mich nicht so bedeutend – übrigens auch nicht zwischen West und Ostdeutschland.
00:04:46: Das zeigt sich auch an der Viadrina, wo Menschen aus ganz unterschiedlichen Teilen Deutschlands und Europas zusammenkommen und wo auch deswegen dieser innerdeutsche Ostwestkonflikt, der häufig auch so ein bisschen konstruiert ist.
00:04:59: Der wird an vielen Stellen gebrochen.
00:05:01: Ja, Sie sagen Gebrochen aber im Prinzip meinen sie doch geheilt oder?
00:05:06: Denn die Menschen rücken ja näher zusammen!
00:05:10: Naja das heißt in dem Moment wo man aufeinander zugeht kann man mit Vorstellungen fast Stereotypenvorstellung über die Lebenswelt von anderen eben brechen.
00:05:20: so habe ich das gemeint.
00:05:22: Man kann durchbrechen dass was andere denken indem man es eben mit eigenen Erfahrungen anreichert.
00:05:28: Und dafür ist Frankfurt oder ein guter Ort.
00:05:31: Der ist relativ klein und insofern ist auch die Zahl der vielleicht Konflikte, oder der Reibung oder der Lebenswelten dann doch irgendwie begrenzt, begrenzter jedenfalls als den größeren Städten.
00:05:42: aber es ist eben trotzdem so das bestimmte typische Konstellationen, die wir haben zwischen Westeuropa und Osteuropa der westlichen Hemisphäre und dem, was man früher mal Dritte Welt nannte.
00:05:56: Heute sagt globaler Süden dazu... Also es ist trotz der geringen Größe der Stadt und auch der gringene Zahl im Vergleich an Studierenden ist das eben doch eine Uni und eine Stadt, an der man sehr vieles ablesen kann und in dem sehr Vieles passiert im Kleinen, was in größerem Maßstab an anderen Orten der Welt passiert.
00:06:17: Wie interessant!
00:06:18: Was lesen Sie also da ab?
00:06:20: Man merkt einfach unterschiedliche Lebenswelten, die Menschen sind an unterschiedlichen Orten groß geworden.
00:06:26: An so einer internationalen Universität merkt man schnell wie privilegiert Westeuropäerinnen und Westeuropäern im Vergleich zu anderen Regionen.
00:06:36: Wer kann sich ein Studium leisten?
00:06:38: Wer muss neben dem Studium arbeiten?
00:06:40: Wer nicht?
00:06:40: Das ist natürlich auch innerhalb von Deutschland oder innerhalb von Ostdeutschland.
00:06:44: aus Brandenburg gibt es da Unterschiede, aber die Unterschiede multiplizieren sich schnell wenn wir über Studierende aus der Ukraine oder aus Indien sprechen.
00:06:53: Die fast immer auf Jobs beispielsweise angewiesen sind.
00:06:56: man lernt dass man offenes Ohr und ein offenes Auge haben ist für Voraussetzungen die Menschen mitbringen wenn sie an Ort kommen um zu lernen auch Ausbildung zu erfahren.
00:07:07: dafür ist eine Universität ja auch da.
00:07:09: und um sich miteinander auseinanderzusetzen.
00:07:12: Woher kommen denn Ihre Studierenden?
00:07:14: Zu einem Drittel aus Polen, Deutschland und das anderen Teil in der Welt?
00:07:17: Die Zahl der polnischen Studierende ist stark zurückgegangen.
00:07:21: Das hat aber übergeordnete Gründe würde ich sagen.
00:07:24: bis ungefähr zwei tausend vier war die Viedrina letztendlich der einzige Ort in Deutschland und eigentlich auch in Westeuropa an den polnische Studierender ohne Studiengebühren gehen konnten.
00:07:40: Besonderes Abkommen, dass die VR-Dreher mit dem polnischen Staat hatte.
00:07:44: Von damals ungefähr vierzig Millionen Polen.
00:07:46: Da gab es natürlich ein paar Zehntausend, die im Ausland studieren wollten und die sind wie durch so einen Nadelöhr an die VR drinnen gekommen.
00:07:53: Und dann mit der Osterweiterung ist diese Beschränkung weggefallen weil natürlich auch der Bildungsmarkt offen war in ganz Europa und dadurch viele Studierende, die am Anfang die Wahl hatten zwischen Polen und Frankfurt oder auf einmal die Wahl hatte zwischen allen Universitätsstätten Europas.
00:08:12: Und deswegen hat sich diese Konzentration aufgelöst.
00:08:15: heute ist es so dass wir mit Polen hauptsächlich noch einzelne Studiengänge haben und da wurde dann sozusagen aus ganz Polen junge Menschen herkommen.
00:08:23: deutsch-polnisches Recht zum Beispiel ist im Studiengang.
00:08:26: oder eben ja Menschen hier im Umkreis sagen immer hundert zweihundert Kilometer wohnen im polnischen westen sozusagen und die dann an die viadrina kommen weil es die nächstgelegene universität ist.
00:08:40: also das hat sich jetzt normalisiert oder
00:08:42: ich würde sagen es hat sich normalisiert.
00:08:44: wir haben auf jeden fall relativ viele studierende aus der ukraine wir haben relativ viele Studierenden aus der türkei.
00:08:50: das sind häufig austauschstudieren.
00:08:52: in den letzten jahren ist sehr viel Indien, Pakistan und Bangladesh dazu gekommen.
00:08:58: Das ist jetzt keine Mehrheit aber es ist doch eine bedeutsame Gruppe.
00:09:03: das hat wiederum damit zu tun dass Bildungseliten in diesen Ländern die jetzt gerne international studieren die sind von den USA geschreckt wegen der hohen Visa Anforderungen auch der hohe bürokratischen Hürden Die amerikanische Universitäten jetzt auf einmal haben wenn sie ausländische Studierende aufnehmen sollen und davon, dass Großbritannien halt nicht mehr in der EU ist.
00:09:27: Und deswegen die Studiengebühren dadurch extreme die Höhe geschossen sind, sodass also die Menschen aus Indien, Pakistan, Bangladesh oder auch aus einigen anderen Ländern jetzt gucken an welchen anderen Orten kann man mit hoher Qualität studieren?
00:09:43: Auf Englisch und Meersprachig bei uns auf Deutsch.
00:09:46: Das führt dazu, dass eben die Universität sich globalisiert irgendwo.
00:09:50: Also wir haben an die hundert Nationen die vertreten sind unter unseren Studierenden und wenn man bedenkt, dass wir eine ungefähr viertausend Studierende haben dann sieht man das eben ne sehr große Durchmischung ist.
00:10:01: Das ist ja fast wie in der Udo hätte ich nicht erwartet.
00:10:04: kommen die auch weil sie unsere Werte hier attraktiv finden Herr Beichelt?
00:10:10: Ja also mit den Werten ist es ja irgendwie eine komplizierte Sache.
00:10:14: Also es fängt schon damit an, dass man sagt was ist überhaupt ein Wert.
00:10:17: Man könnte jetzt auch sagen so Sachen wie Mitmenschlichkeit zuvertrauen, hoffnungsvolle Einstellungen
00:10:24: usw.,
00:10:24: also Sachen die gar nicht mit Ausbildung zu tun haben und die ja auch nicht unbedingt dann im Gegenstand von universitärer Lehrer sind.
00:10:34: Wo wir als Universität, die viel Sozialwissenschaften und Geisteswissenschaft lehrt drauf achten müssen, sind natürlich das so bestimmte Grundsätze des demokratischen Miteinander, des zivilen Miteinanders hochgehalten werden, die werden dann in dem Sinne auch gelehrt.
00:10:52: Aber nicht dass wir jetzt unsere Studierenden in Demokratiekurse schicken sondern eher in dem Zusammenhang das man über Demokratie spricht, Über Rechtsstaatlichkeit spricht, über Ungerechtigkeit auf der Welt und auf diese Art und Weise dann immer wieder hinterfragt welche Werte Nicht unser individuelles Handeln anleiten Sondern welche Werte für das gemeinschaftliche Miteinander wichtig und entscheidend sind.
00:11:18: Und da spielt dann eben Europa, wie soll man sagen eigentlich keine dominante Rolle weil Demokratie Rechtsstaatlichkeit Kontrolle von Regierenden also diese diese Werte im politischen gesellschaftlichen Miteinander Die sollten zwar in Europa und der EU existieren, aber das ja vor allem von dem Hintergrund, dass sie das in den Nationalstaaten, in den Bundesländern oder in den Kommunen ebenfalls tun.
00:11:42: Insofern ist Europa da was die Werte angeht gar kein besonderer Gegenstand.
00:11:48: Das wird eher dann interessant wenn die EU selbst bestimmte Werte für sich propagiert oder sagt dieser oder jener Wert ist für uns besonders wichtig Da gibt es auch richtige Artikel im EU-Vertrag sich die EU dadurch dann eben auch daran messen lassen muss, ob sie selber diesen Werten folgt.
00:12:07: Ob sie sich so verhält wie es diesen Wert entspricht?
00:12:10: Da wird's dann interessant!
00:12:12: Wie bei jeder politischen Herrschaft, die was verspricht und für etwas einstehen muss und dann ja gucken eben Bürgerinnen- und Bürgerwissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, ob die Regierenden das eben auch tun entsprechend ihre eigenen Werte leben.
00:12:26: Und Sie tun das ja auch in einem sehr großen Projekt, wie ich gelesen habe.
00:12:30: In Values.
00:12:31: Values, genau!
00:12:32: Also wer Englisch kann values weiß dass man VALUES das schreibt, die Vokabel verwert und wir haben aber das E und das U umgedreht so dass es heißt VALEUS.
00:12:44: also es geht um Werte der EU.
00:12:48: aber man muss jetzt Da sofort eingreifen sozusagen, weil die Werte der EU oder die europäischen Werte, die sehen wir eigentlich nicht als gegeben an.
00:12:57: Sondern sie leiten sich eben aus Selbstdarstellungen der Europäischen Union ab.
00:13:02: auch in anderen Regionen der Welt und nicht nur im Westen gibt es den Wert der Demokratie, gibt es dem Wert der Rechtsstaatlichkeit, gibt ist den Wert politischen Rechte, der Vermeidung von zu starken Ungleichheiten usw.. Und insofern sehen das viele Mitglieder in unserem Konsortium und eben auch ich eigentlich als nicht ganz korrekt von europäischen Werten sozusagen ohne Anführungszeichen zu sprechen.
00:13:26: So viel zur Eingrenzung!
00:13:28: Ich zitiere mal von Ihrer Homepage, eine umfassender Forschungsinitiative geleitet von der Viadrina zielt darauf ab die aktuellen Herausforderungen der Europäischen Union anzugehen und mögliche Gegenstrategien zu erkunden.
00:13:42: Dieses ehrgeizige Vorhaben an dem zwanzig Partnerinstitution aus siebzehn Ländern auf fünf Kontinenten beteiligt sind, konzentriert sich darauf die Außenpolitik der Europäischen Union und die Herausforderungen für ihre Werte genau zu prüfen.
00:13:57: Ich bin ja so gespannt auf Ihre Erkenntnisse.
00:14:00: herbeichelt!
00:14:01: Wenn Sie Interesse haben vom neunzwanzigsten September bis zweiten Oktober findet die Abschlusskonferenz dieses Projekt statt und zwar gerade in Frankfurt.
00:14:10: oder Unser Projekt hat eigentlich eine Hauptfrage.
00:14:13: Und zwar, was sind die Konsequenzen davon?
00:14:17: Dass die Europäische Union für bestimmte Werte einsteht sie aber auf der anderen Seite nicht immer schafft auch wirklich einzuhalten und zwar gerade in ihrer Außenpolitik.
00:14:30: Es gibt ja so einen EU-Vertrag, da kann man in Artikel zwei das richtig explizit nachlesen Die Werte auf die sich die Union gründet sind die Achtung der Menschenwürde Freiheit Demokratie Gleichheit Rechtsstaatlichkeit und die Wahrung der menschenrechte Einschließlich der Rechte der Personen die Minderheiten angehören.
00:14:50: Und dann geht es noch weiter.
00:14:52: Das heißt da sind so zehn zwölf Begriffe, Vokabeln eigentlich genannt und jetzt kann man eben überlegen Achtung der Menschenwürde oder Freiheit.
00:15:02: Ja dann sieht man eben das zum Beispiel in der europäischen Außenpolitik auch mit Staaten kooperiert wird wo jetzt Achtungen der Menschen würde Demokratie und Freiheit nicht unbedingt an erster Stelle stehen.
00:15:14: ja ich denke jetzt an die Türkei vielleicht als ein Land in dem einige dieser Werte die ich gerade genannt habe doch immer wieder verletzt werden, wo es viele politische Gefangene gibt beispielsweise.
00:15:26: Und doch steigt sozusagen der Wert der Türkei als außenpolitischer Partner aus verschiedenen Gründen.
00:15:34: und unsere Frage ist jetzt also was uns umtreibt ist weniger dass wir der EU vorschlagen wollen mehr mit der türkei zusammenarbeiten oder weniger mit ihr zusammen zu arbeiten.
00:15:45: so richtige Politikempfehlung treben wir gar nicht an sondern wir fragen Was bedeutet es für die Reputation, wenn man so will der Europäischen Union in Drittstaaten im globalen Süden?
00:15:58: In Kassastan.
00:15:59: In den USA.
00:16:00: In Lateinamerika.
00:16:01: Wenn man einerseits sagt das sind unsere Werte!
00:16:04: Es gibt für uns fast nichts Wichtiges als die zu verfolgen und es andererseits klar erkennbar ist, dass eben das nicht eingehalten wird.
00:16:12: Und unsere These ist, daß das mittelfristig dazu führt, dass Europa die EU europäische Staaten, europäisch Regierungen an Glaubwürdigkeit verlieren.
00:16:22: Man glaubt ihnen nicht mehr auf der internationalen Bühne, man wirft ihnen Doppelzündigkeit vor, man werft ihnen doppelte Standards vor.
00:16:30: in dieses Feld sozusagen wollen wir hineinstechen.
00:16:34: Mit anderen Worten wir stehen zwar einerseits als Konsortium dahinter, dass diese Werte erstrebenswert sind andererseits sieht man eben in der realen Welt das Werte im Widerspruch zueinander geraten können.
00:16:45: Dass man nicht alle Werten zugleich verfolgen kann, dass man Abstufungen vornehmen muss.
00:16:49: und wenn das seine Politik auf EU-Ebene nicht wirklich macht und da nicht ehrlich ist dann führt es eben eigentlich zum globalen Bedeutungsverlust.
00:16:58: So, das ist eine These die verfolgt wird.
00:17:01: Wir haben Partner aus Marokko, aus der Türkei, aus Kassastan, aus Kolumbien und den USA.
00:17:07: also mit einer Worte diese globale Ausbreitung des Netzwerks.
00:17:12: man kann da manchmal nur erschrocken sein eigentlich als Europäer wenn man wohl gesondene Kolleginnen und Kollegen aus diesen Ländern hat Wie abfällig und wie enttäuscht die auch von europäischer Politik sind.
00:17:25: Das war für mich also schon bei unseren allerersten Zusammentreffen wirklich augenöffnend, hat mich eher noch bestärkt dass wir dafür das Richtige unterfangen diese Mittel eingeworben hatten weil man muss dann miteinander sprechen Man kann sozusagen Erkenntnisse weiter tragen über die Kontinente hinweg Und Wissenschafts hat ja auch diese Funktion, dass man miteinander ins Gespräch kommt.
00:17:48: wenn nur Diplomaten miteinander reden oder man nur in der Zeitung übereinander liest, dann ist das nichts und man braucht ja weitere Bevölkerungskreise die ebenfalls in Kontakt miteinander kommen.
00:17:59: Und dafür sind Universitäten eben auch da.
00:18:01: Wie sehen denn Ihre Gegenstrategien aus?
00:18:04: Können Sie vielleicht Beispiel nennen?
00:18:06: Ja also ein großes Thema ist Migration nach Europa.
00:18:11: Also man neigt in Deutschland dazu Migration allein als Flucht- und Asylthema zu begreifen, aber es ist Arbeitsmigration, Bildungsmigration.
00:18:21: Es gibt ja verschiedene Arten von Migrationen.
00:18:23: die EU hat eben in den letzten zehn Jahren eigentlich immer höhere Hürden aufgebaut.
00:18:28: also zum Beispiel ich würde sagen die Hälfte unserer Studierenden aus dem Nicht-EU Ausland können nicht rechtzeitig anfangen bei uns im Studium Die kriegen am fünfzehnten Juli Studienplatz zugesichert und schaffen es nicht innerhalb der drei Monate sich ein Visum zu besorgen, weil die EU oder dann die deutschen Behörden Mauern und keine Termine vergeben.
00:18:50: Und dann wird nochmal geprüft und nochmal geprüft.
00:18:53: Und das sind aus meiner Sicht einfache Studierende.
00:18:56: kann jetzt schon mal sein dass da ein schwarzes Schafter drunter ist.
00:18:59: aber bei sowas verliert die EU wahnsinnig an Vertrauen und auch an Sympathie.
00:19:04: einfach Und eine Gegenstrategie, die wir da empfehlen oder über die wir diskutieren inwiefern eben die EU stärker von so einem Wertdiskurs wegkommen sollte und einfach ihre Interessen benennen sollte.
00:19:19: Kooperation mit der Türkei im Rahmen der NATO.
00:19:22: Es gibt ja den Russland-Ukraine Krieg.
00:19:24: es gibt jetzt seit sehr vielen Jahren große Unruhe bis hin zu kriegen im Nahen Osten.
00:19:29: Da ist die Türkeis eben unbequemer Aber vielleicht doch noch ein Partner.
00:19:33: Wo sind hier die Interessen?
00:19:34: In welchem Verhältnis verhalten sich Interessen, die man auch in der EU hat zu dem was man an Werten zu sagen hat?
00:19:41: und wenn man dann ja immer nur diesen Wertediskurs führt, dann wird man eben auf Dauer unglaubwürdig.
00:19:47: deswegen wäre eine Politikempfehlung nicht sehr konkret aber aus unserer Sicht dennoch wirksam einfach ehrlicher kommunizieren und eher die Widersprüche die ambivalenzen von Werten kommuniziert.
00:20:00: Man muss vielleicht gar nicht so weit gehen, um die Sache mit den Werten zu überprüfen.
00:20:04: Frankfurt – die Doppelstadt steht ja selbst mit einem Fuß in Polen und in Deutschland!
00:20:08: Wenn man auf den deutschen Antislawismus schaut, erleben Sie das diese Internationalität der Uni sich auch auf die Stadt überträgt?
00:20:17: Ja es gibt Fremdenfeindlichkeit in aller Welt.
00:20:22: Man soll nicht so tun als ob's nur ein Ostbrankenburg gäbe, dagegen verwehren wir uns und versuchen natürlich auch in der Stadt dagegen zu arbeiten.
00:20:32: Und wenn man so will, was das angeht jetzt auch Aufklärung zu betreiben, dass gesellschaftliche Fremdheit eben auch gesellschaftlicher Vielfalt bedeuten kann und dass Vielfald bereichernd wirkt.
00:20:44: Die fahren ja auch ins Ausland, im Urlaub kennen im privaten Umfeld Leute die jetzt nicht unbedingt aus Deutschland sind.
00:20:51: es ist immer interessant zu sehen finde ich dass sozusagen im privaten Menschen, die vielleicht skeptisch sind was jetzt Migrationspolitik angeht durchaus offen sind und wir versuchen halt zu zeigen das dieses internationale keine Bedrohung ist.
00:21:09: Was jetzt die Situation in Frankfurt selbst angeht empfinden die meisten an der Universität das doch als große Belastung dass es jetzt wieder diese Grenzkontrollen gibt Wenn gleich sie im Laufe der Zeit auch so eine gewisse Normalisierung erfahren und es die Universität jetzt gar nicht so stark trifft, weil in der Doppelstadt sind ja doch die meisten Leute gar nicht mit dem Auto unterwegs.
00:21:36: Und als Fußgänger wird man vielleicht kurz angeguckt oder mal auch kontrolliert.
00:21:41: Es gibt dieses Unangenehme das je dunkler die Hautfarbe desto häufiger wird Man kontrolliert.
00:21:45: da protestiert die Universitet.
00:21:48: So geht das nicht.
00:21:49: Aber im Großen und Ganzen sind die Grenzkontrollen schwieriger.
00:21:54: Für Menschen, die mit Autos unterwegs sind an den Wochenenden staut sich es manchmal.
00:21:59: Also den universitären Alltag betrifft das gar nicht so aber ist eben auch bedenklich was für den innerstädtischen Zusammenhalt tut.
00:22:07: man darf nicht vergessen dass die die Grenz zwischen der DDR und Polen ja nur in wenigen Jahren wirklich geöffnet war.
00:22:13: Ich glaube, das waren insgesamt nur neun Jahre von vierzig Jahren Sozialismus.
00:22:17: Die restliche Zeit war die Grenze ja auch geschlossen.
00:22:19: Das heißt man konnte da nicht einfach rübergehen und in Zubiz oder Frankfurt zum Friseur gehen oder ins Café gehen.
00:22:26: Eigentlich ist es erst nach der Wende so gewesen dass sich diese beiden Städte überhaupt die Chance hatten sich aufeinander einzulassen.
00:22:33: Und das hat jetzt eben über dreißig Jahre, thirty-fünf Jahre doch dazu geführt Sehr viel an gemeinsamen Initiativen entstanden sind.
00:22:42: Der Verkäufermarkt hat sich sozusagen über die Oderinweck entwickelt, auch der Wohnungsmarkt, auch Bildungen also viele... Viele Polen schicken ihre Kinder an deutsche Schulen.
00:22:54: Es gibt deutsch-polnische Kitas auf beiden Seiten, also ich habe so ein bisschen Sorge dass diese Pflanze noch etwas zu jung ist.
00:23:00: mit dreißig Jahren sind gerade mal anderthalb Generationen wo jetzt dieser Öffnung da war und da kann man sehr schnell vieles verspielen was sich halt aufgebaut hat in jüngerer Zeit und es gibt einfach auch viele Geschäftsleute, die sich auf diesen gesamtstädtischen Raum eingestellt haben.
00:23:15: Und wenn dann jede Fahrt des Elektromeisters angehalten wird weil halt deren Kastenwagen hat und in dem Kastenwagen könnten ja irgendwie Menschen sitzen, die geschmuggelt werden das untergräbt eben auf Dauer diese Idee dass man eigentlich die Grenze überwinden sollte Problematische.
00:23:34: Ja klar, die Reisefreiheit ist ein hohes Gut.
00:23:36: aber gerade angesichts der wachsenden AfD und ihrem mannifesten Europaskeptizismus würde es uns helfen wenn wir ein starkes europäisches Storytelling hätten Herr Beichelt?
00:23:48: Das stimme ich zu!
00:23:49: Der Kulturwissenschaftler in mir sagt aber dass die vom kulturellen Praktiken unterlegt sein muss.
00:23:55: Ein gutes Beispiel dafür ist, dass deutsch-französische Zusammenwachsen, deutsch Französische Städtepartnerschaften und deutsch französisches Jugendwerk eben in den fünftiger, sechziger, siebziger-, achtziger Jahren immer wieder von neuen belebt wurden.
00:24:10: Und wurde auch von zwei Seiten von weitsichtigen Politikern die dafür Mittel zur Verfügung gestellt haben das dann solche Reisen stattfinden konnten.
00:24:21: Da wurde das Aufrechter halt.
00:24:23: Das wurde jetzt in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren, würde ich sagen eher von der polnischen Seite blockiert.
00:24:29: aber man darf hier eben auch nicht sehen dass das Verhältnis von Deutschland zu Frankreich nach dem zweiten Weltkrieg doch ein bisschen anderes war.
00:24:36: Ich meine, das deutsche Militär-Nazi-Deutschland hat eben eigentlich im Polen das gemacht was man heute als Völkermord bezeichnen würde und deswegen sind die Wunden, die es in Polen dazu gibt tiefer, würde ich sagen als in Frankreich.
00:24:51: Das heißt der Bruch des gegenseitigen Vertrauens ist eben auch sehr viel schwerer zu kitten und deswegen braucht man eben auch eher mehr und eher stärkere Maßnahmen um das zu überbrücken.
00:25:03: Und dass macht es eben sehr viel schwieriger Sonntagsreden dann auch zum Durchbruch zu verhelfen weil dieses soziale Milieu was das dann auffangen müsste relativ schwach ist, man hat eine relativ starke antideutsche Politik in Teilen der polnischen Regierung.
00:25:18: Der letzten Regierung gehabt bis heute und da ist dieses würde ich schon sagen Antideutschen Problem.
00:25:24: und da hat man eben dann auf der deutschen Seite die AfD aber auch insgesamt konservative Kreise wenn man an die Vertriebenen denkt die dann ebenfalls ihre Vorbehalte gegenüber Polen und den polnischen Staat pflegen.
00:25:42: Und das ist in gewisser Weise ein langjähriger, jahrzehntelanger Prozess des sich aneinandergewöhnens.
00:25:48: Ich würde in der Tat versuchen wollen immer wieder auf die Fortschritte zu verweisen, die da gemacht wurden.
00:25:54: Wo waren wir vor vierzig Jahren?
00:25:58: Wo sind wir heute?
00:25:59: Das sind große, große Fortsschritte Aber man darf eben nicht mit dem Feuerspielen und muss sich immer wieder dessen bewusst sein, dass solche kleineren Errungenschaften sehr viel wert ist.
00:26:10: Und das man sehr viel größeres aufs Spiel setzt indem man unbedacht Sand ins Getriebe der deutsch-polnischen Beziehungen wirft.
00:26:18: Hätten wir eine schöne optimistische Geschichte?
00:26:21: Es gibt ja durchaus organe deutsch polnische Zeitschriften sehr viel zivilgesellschaftlichen Austausch auch im Bereich Erinnerung, in dem das durchaus funktioniert.
00:26:34: In größeren Teilen der Gesellschaft braucht man da gar kein Storytelling weil die Personen, die das pflegen, das durchaus selber wissen.
00:26:43: und insgesamt denke ich manchmal sollte man Menschen in Polen und in Deutschland und auch in Ostdeutschland und selbst wenn sie in Ostdauscher mal die AfD gewählt haben stärker zutrauen dass sie sich selber eine Meinung bilden können sozusagen nicht immer nur das Böse und das Schlechte per se mit sich führen.
00:27:00: Ja, ich glaube was in den gefährlich ist wenn sozusagen so Vorurteile immer wieder gepflegt werden.
00:27:08: ja dagegen muss man angehen.
00:27:10: Das ist auch eine Aufgabe von Universität.
00:27:13: die eigentliche Erzählung besteht aus meiner Sicht gegenwärtig jedenfalls darin dass man sich in kleinen Schritten dort annähert wo es geht entgegenzuwirken, wo man erkennt dass solche Schritte der Annäherung unterbrochen werden sollen.
00:27:33: Also zum Beispiel in Europa jetzt wenn man nochmal den Blick so ein bisschen weitet hat Tourismus eine ganz große Rolle gespielt.
00:27:41: ja das sich Menschen in Europa kennen gelernt haben die Nachbarländer kennengelernt haben.
00:27:46: das findet zwischen Polen und Westeuropa.
00:27:49: Und zwischen Deutschland in dem Rest von Europa umfassend statt, der Handel, der ja nicht immer nur Großkonzerne betrifft sondern häufig auch so was wie Handwerksbetriebe oder kleine mittlere Unternehmen ist extrem angewachsen zwischen Mitteleuropa, Westeuopa, zwischen Deutschland und Polen.
00:28:08: Bildungs Mobilität hat stark zugenommen Und insofern ist eigentlich der Gesamtprozess, der gesellschaftlichen Integration durchaus im Gange.
00:28:19: Ja und da wir in der Demokratie leben auch in der europäischen Demokratie ist für mich jedenfalls normal wenn es zu allen gesellschaftliche Prozessen wie soll man sagen gegen Prozesse gibt?
00:28:31: Man muss eben einfach damit leben und erwarten und das nicht immer so ein Großkonflikt aufbauschen Prozessen der europäischen Integration auch Asymetrien an anderer Stelle oder Benachteile über ein anderer Stelle entstehen.
00:28:47: Und der Weg ist nicht zu sagen, es gibt keine Nachteile weil die gibt es in jedem Integrationsprozess.
00:28:52: Na das stimmt natürlich!
00:28:53: Aber wenn Sie jetzt auf Ihre Studis schauen kann man nun Europäer ausbilden?
00:28:58: Oder nicht?
00:28:59: Doch doch das ist schon das Ziel und es funktioniert auch.
00:29:02: Es ist eher so ein persönliches Statement.
00:29:04: ich glaube dass da sehr viel über Mitmenschlichkeit funktioniert dass man an der Universität Räumel schafft, in denen man sich real begegnet.
00:29:13: Nicht so viel online, nicht so viel von zu Hause aus sondern Präsenz auf dem Campus, Interaktion auf dem campus.
00:29:21: Wir haben sehr dichtes Geflecht von Partneruniversitäten.
00:29:25: Dieses Verliersprojekt ist ja nur eins von vielen das die Viadrina unterhält.
00:29:29: und in diesem Zusammenhang ist eben Austausch mit Fremden normal geworden.
00:29:36: Früher war auch Frankreich fremd oder Polen ist vielleicht bis heute noch fremdd, aber der Kontakt, der immer wieder stattfindet im Kleinen ist für mich jetzt eher was mitmenschlich persönliches als was dogmatisches, was Werte angeht.
00:29:51: Das ist unheimlich wichtig.
00:29:53: Und dann haben wir natürlich solche Werte wie Rechtsstaatlichkeit, wie Demokratie und dann besteht die Lehre nicht in geringem Umfang darin zu überprüfen... Wie sieht es denn aus in Ungarn?
00:30:04: Wie sieht das aus mit Transparenz in Brüssel?
00:30:07: Wie geht es aus mit Solidarität und Menschenwürde an den europäischen Außengrenzen?
00:30:13: Dann muss man halt immer wieder sozusagen verhandeln wissenschaftlich aber auch auf der Grundlage eines bestimmten Wertes Fundaments in das, inwiefern das was europäische Politik tut gerechtfertigt ist oder nicht.
00:30:28: Und dann gibt es glaube ich auch nicht das Ziel dass wir quasi Roboter mit Menschenrechtskenntnissen hier ausbilden sondern es ist ganz normal dass die Art und Weise wie das Miteinander von Werten ja das Gegeneinander auch von bestimmten Werten austariert wird da haben Individuen und Gruppen unterschiedliche Haltungen dazu.
00:30:47: manche finden das Regime, dass die EU an ihren Außengrenzen fährt vollends unmenschlich.
00:30:55: Das kann man auch legitim begründen und andere sehen sozusagen das Verhältnis von ökonomischen oder auch Identitätsinteressen innerhalb der Europäischen Union in einem gewissen Konflikt dazu, die Grenzen offen zu halten.
00:31:12: Daraus entstehen dann andere Antworten wie bewertet.
00:31:17: Das ist nicht unsere Aufgabe, denke ich jedenfalls da eine Sichtweise darauf zu vermitteln oder auf europäische Demokratie oder auf Europäische Rechtsstaatlichkeit sondern aufzuzeigen welche Bezugspunkte es gibt um solche Maßnahmen politisch oder im Zusammenhang mit den eigenen Überzeugungen einzuordnen zu bewerten.
00:31:43: eben
00:31:43: In die Richtung hatte ich noch gar nicht gedacht.
00:31:46: Machen Sie auch Alumni-Netzfacke?
00:31:47: Ich nehme mal an Ihrer absolventen Biegen in ganz Europa ab nach dem Studium!
00:31:52: Ja, ja auf jeden Fall.
00:31:53: der Präsident hat zuletzt davon berichtet... Also selbst im Brüssel gibt es einen Aluministammtisch, ehemalige der Viadrina, die sich da treffen.
00:32:03: Wir machen das auch so organisierter jetzt.
00:32:06: Ich bin ja in dem Studiengang European Studies sehr involviert, Europastudien.
00:32:12: Da hatten wir letzten Mai glaube ich einen Alumnitreffen in Berlin, da waren alleine neunzig junge Menschen die eben im Lauf der Jahre nur diesen Studiengang absolviert haben.
00:32:21: Man muss aber auch sagen es hat jetzt nicht so diese Qualität wie in den USA reden die Menschen ihr Leben lang davon bei welcher Universität oder bei welchem College sie war oder auf welche High School sie war.
00:32:32: also dieser Art von Identität Erreicht es nicht, aber es ist eben einfach ein Netzwerk und viele sind übrigens im Rückblick sehr dankbar in Frankfurt oder in der Kleinstadt studiert zu haben.
00:32:46: Man schimpft natürlich über den dauernd entschiedenen Ersatzverkehr oder auch das mangelhaft organisierte Kneippenleben hier immer wieder, aber im Rückblick wird eben geschätzt wie man sich auf Studium konzentrieren kann und wie man eben dadurch mal Probleme mitbekommt die man jetzt nicht unbedingt sieht wenn man in Haris Berlin oder Heidelberg studiert.
00:33:08: Wie soll man sagen?
00:33:09: Wo das allgemeine Wohlfahrtsniveau also das was die Leute verdienen doch sehr viel höher ist innereuropäische Grenzen weit weg sind.
00:33:18: Das hat man hier vor Ort und werbt es für einen da nicht jeden Tag.
00:33:21: hundert Prozent dessen, was man sieht gefällt ist es eben auf Dauer doch reichend und Man lebt ja auch von und mit widersprüchen Und das ist eben wichtig dass in so einer formativen Phase des Studiums zu erleben.
00:33:34: Jetzt würde ich gerne nochmal zum Fontane Fragebogen abbiegen.
00:33:37: Herr Beichelt Wo sind sie derzeit optimistischer über die Verteidigung der Werte der EU?
00:33:44: als man es eigentlich erwarten würde.
00:33:46: Ich bin insgesamt recht optimistisch, was Demokratie und Miteinanderleben in einem geeinten Europa angeht.
00:33:58: Er trotz der Konflikte, trotz des Russland-Ukraine-Kriegs, trots Rechtspopulismus und aus ein bisschen wieder aufkeimenden Nationalismus den unterschiedlichen Ländern inklusive Deutschlands.
00:34:12: In Demokratien gibt es unterschiedliche Haltungen, auch unterschiedliche Weltanschauung.
00:34:17: Und dass sie existieren ist nicht das Problem, sondern wie man damit umgeht, ist das Problem und viele Konflikte waren jetzt in den letzten Jahren sind jetzt nicht so stark ausgebrochen wie derzeit.
00:34:29: aber wenn wir uns darauf konzentrieren in welchen Verhältnissen wir in Europa, Westeuropa, Mitteleuropa Polen ja es hat einen riesigen Wirtschaftsaufschwung gehabt vergleichbar mit Westdeutschland in den fünftiger, sechziger, siebziger Jahren.
00:34:46: Dann merkt man einfach das die europäische Integration für viele sehr gut ist und selbst in einem der einzelnen Aspekte mal nicht passen.
00:34:56: vertraue ich einfach auf uns alle dass wir wenn es hart auf hart käme diesen Errungenschaften doch mit Optimismus begegnen.
00:35:04: Das glaube ich tatsächlich ja!
00:35:06: Und was wäre Ihr persönliches EU-Projekt?
00:35:08: Wenn Geld keine Rolle spielte?
00:35:10: Ich würde sagen, dass jeder junge Mensch und zwar unabhängig davon ob man in Ausbildung ist oder im Studium verlässlich mit einem Stipendium für eine drei Monate oder sechs Monate ins Ausland gehen könnte.
00:35:25: Das sind ungeheuer bereichernde Erfahrungen.
00:35:28: Jeder deren Kind hat, dass meine Schule war und das auf den Schüleraustausch gegangen ist kann das glaube ich bestätigen.
00:35:34: Das sollte nicht nur eine Elite vorbehalten sein wo die Eltern dann hinterher schießen können wenn das Geld nicht reicht.
00:35:40: also das wäre ein Wunschmobilität zu ermöglichen innerhalb der EU aber eigentlich auch in Länder außerhalb der EU so dass dieser Horizont sichtbarer wird in allen Teilen der Bevölkerung
00:35:53: Und die Werte.
00:35:54: Was ist derzeit in Ihren Augen die wichtigste Entscheidung der EU für unsere Region herbeichelt?
00:36:01: Das eine Projekt zu benennen, ist mir nicht möglich!
00:36:06: Ich glaube dass die EU-Eliten also jetzt in der Kommission aber durchaus auch Regierungschefs und so weiter... Die sind ja alle im Europäischen Rat und sind damit auch europäische Politiker mehr dafür tun könnten, ehrlich über die Ambivalenzen und über die Widersprüche in ihrem eigenen Handeln zu sprechen.
00:36:28: Ich glaube das von Brüssel so eine blasenhaftes Geräte ausgeht.
00:36:33: ja also wir sagen der Wissenschaft EU Speech dazu oder EU Speak auf Englisch also EU-Geräte dass aus bestimmten Schlagworten besteht die Zuversicht vermitteln die nicht immer angebracht ist europäische Werte behaupten an Stellen, wo Brüssel selbst nicht ganz in der Lage ist das durchzusetzen mehr zu kommunizieren was möglich ist.
00:36:59: Wo die Widersprüche bestehen?
00:37:01: Das wäre glaube ich ein Langzeitprojekt mit dem dann die Bürgerinnen und Bürger nicht nur europäisch sondern wahrscheinlich auch nationale Politik wieder mehr schätzen würden weil im Augenblick wird doch immer sehr viel sozusagen auf die andere Ebene abgeschoben.
00:37:17: wenn Was nicht klappt, sagen die nationalen Regierungen.
00:37:20: Naja das ist ja Brüssel.
00:37:21: wenn aus Brüsseler Sicht eine Regierung quer steht dann wird das sozusagen diffamierend gesagt.
00:37:27: da kommt nicht so diese Weib rüber dass eigentlich wir von einem gemeinsamen politischen Horizont einer europäischen Gesellschaft ausgehen und in der treten nun mal Konflikte auf und die dann benennen zu können.
00:37:41: ja das ist ne große Kunst aber ich glaube an der müsste brüssel arbeiten.
00:37:44: Das
00:37:45: verstehe ich sofort.
00:37:46: Und jetzt habe ich nur noch eine Bitte, vervollständigen Sie noch diesen Satz für mich!
00:37:52: Europa wäre besser wenn...
00:37:54: Europa wird besser sein, wenn wir weiterhin mit Zuversicht daran glauben dass Vielfalt und Miteinander in Europa ne wichtige Sache ist.
00:38:04: Das bedingt einander gegenseitig.
00:38:06: aber ich glaube tatsächlich das da die mentale Dimension also das was wir uns wünschen selber in diese oder jene Politik Entscheidungen hinein projizieren, dass wir das als zukunftsfähig ansehen.
00:38:19: Dass wir nicht denken, dass haben jetzt irgendwelche blöden Eliten gemacht, sondern zu sehen, dass im Grunde genommen die europäische Entwicklung immer noch eine ist der in vielen anderen Weltregionen ich denke jetzt an die USA Ich denke an Russland und an China, die dann weit vorzuziehen ist ja Europa ist weit besser dran und zwar selbst in den Teilen Europas, in denen die Sachen nicht so gut laufen.
00:38:44: Und deswegen sollte man da in gewisser Weise vielleicht nicht stolz drauf sein aber immer wieder darauf sich berufen dass die politischen gesellschaftlichen Verhältnisse in den letzten sieben Jahrzehnten doch einigermaßen zufriedenstellend gemanagt wurden.
00:38:59: Besten Danke Beichelt für ihre Arbeit an den Werten Europaz und an der Viadrina im Fach European Studies.
00:39:07: Danke auch das Sie mich da eingeladen haben.
00:39:09: Ihnen, liebe Hörerinnen und Hörern, danke fürs Einschalten.
00:39:12: Wenn Sie selbst noch Fragen oder Anregungen zu diesem Thema haben, dann schreiben sie uns in die Kommentare!
00:39:19: Ich freue mich über jede Nachricht und beantworte alle.
00:39:22: Und jetzt geht noch ein letzter Dank raus an das Europacentrum Potsdam und die Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung – die diese Folge finanziell unterstützt.
00:39:33: Wir hören uns in zwei Wochen wieder.
00:39:35: Mein Name ist Stefanie Schuster.
00:39:37: Bis bald!
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